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Reise

Auszeit vom Alltag im Allgäu

In Oberstdorf, der südlichsten Gemeinde Deutschlands, finden Gäste zwischen Natur, Bergen und Spa Zeit für sich selbst.
Von Antonia Küpferling

Ob beim Wandern in den Allgäuer Alpen oder bei einem gemütlichen Spaziergang zwischen den Weideflächen der Kühe hindurch: In Oberstdorf kommen Naturfans voll auf ihre Kosten. Foto: Küpferling
Ob beim Wandern in den Allgäuer Alpen oder bei einem gemütlichen Spaziergang zwischen den Weideflächen der Kühe hindurch: In Oberstdorf kommen Naturfans voll auf ihre Kosten. Foto: Küpferling

Oberstdorf.Leuchtend rot-oranges Licht hüllt die Allgäuer Alpen wie ein Mantel ein. Vom Nebelhorn bis zur Breitachklamm erstrahlt Oberstdorf einen Augenblick lang, wenn am Morgen die Sonne aufgeht. Es ist ein Anblick wie auf einer Postkarte: Die ersten Gipfel sind im Herbst schon schneebedeckt, die Kühe traben gemächlich über die grünen Wiesen und durchbrechen mit den Kuhglocken um ihren Hals sanft die Stille, auch die urigen Bauernhöfe passen sich ins idyllische Bild ein.

Wer nach Oberstdorf reist, in die südlichste Gemeinde Deutschlands, der erlebt Natur pur und kann abschalten von Hektik und Stress des Alltags. Der Markt inmitten der Allgäuer Alpen hat ein lange Tradition als Kur- und Kneippkurort und bietet Gästen die Gelegenheit, achtsam zu sein und sich selbst etwas Gutes zu tun. Auf rund 10 000 Einwohner kommen 340 000 Erholungssuchende im Jahr. Vom Aktivurlauber bis zum Wellness-Fan findet jeder seinen Platz – ob im Sterne-Hotel, im Gästehaus, in einer Ferienwohnung oder im Privatzimmer.

Geprägt von christlichen Werten

Besinnen: Zum kurzen Gottesdienst am Abend darf kommen, wer mag. Foto: Küpferling
Besinnen: Zum kurzen Gottesdienst am Abend darf kommen, wer mag. Foto: Küpferling

Eines der Vier-Sterne-Hotels mit Tradition im Ort ist das „Schüle‘s Gesundheitsresort & Spa“. Karl-Arnold und Karin Schüle führen das Hotel in dritter Generation. Gegründet wurde es im Jahr 1930 als „Kneippkurhaus Christliches Hospiz“, wobei Hospiz damals für einen Ort der christlichen Gastfreundschaft stand. Diese Werte sind noch heute erkennbar: Wer nach einem erlebnisreichen Tag am Abend nicht nur lecker im Hotel-Restaurant essen, sondern auch die vergangenen Stunden Revue passieren lassen möchte, der kann sich bei der abendlichen Besinnung Zeit für ein paar Gedanken zum Tagesausklang nehmen. Pünktlich um 19.45 Uhr startet jeden Abend eine Art Mini-Gottesdienst, zu dem alle Gäste unabhängig ihrer Religion eingeladen sind. Jeder darf kommen, keiner muss.

Genießen: Wie der Beinwell kommen viele Zutaten direkt aus der Region. Foto: Küpferling
Genießen: Wie der Beinwell kommen viele Zutaten direkt aus der Region. Foto: Küpferling

In den Tag starten Gäste mit einem leckeren Frühstück und nach Wunsch etwas Bewegung. An diesem Morgen steht um 8.30 Uhr „Stretch- und Relaxgymnastik“ auf dem Programm: eine halbe Stunde lang gezieltes Dehnen unter fachkundiger Anleitung – für mehr Gesamtbeweglichkeit. Ein gutes duzend Gäste nehmen das Angebot wahr. Auch Yoga, Pilates und Co. stehen auf dem Wochenplan. Eine Nordic-Walking-Tour am Vormittag ist eine gute Gelegenheit, um die Umgebung zu erkunden. Kieswege schlängeln sich zwischen den Weideflächen der Kühe hindurch, so manches Tier kommt den Gästen so nah, wie anderswo nur Hund und Katze. Über einen Waldweg geht es weiter zum höher gelegenen Moorbad und Moorweiher. Im Sonnenschein spiegeln sich die Berge im Wasser, der Anblick lädt zum Träumen ein.

Infos zu Oberstdorf

  • Anreise:

    Rund dreieinhalb Stunden dauert die Fahrt von Regensburg nach Oberstdorf mit dem Auto – mit dem Zug sind es knapp fünf Stunden.

  • Geschichte:

    Oberstdorf hat eine lange Tradition als Kurort. Im Jahr 1937 wurde der Markt zum „Heilklimatischen Kurort“. Den offiziellen Titel „Kneipp-Kurort“ trägt Oberstdorf seit dem Jahr 1964.

Aktiv zu sein gehört zum Konzept im Hotel. Unter dem Motto „Alles für die Gesundheit von Körper, Geist und Seele“ rücken die Schüles das Wohlbefinden ihrer Gäste in den Mittelpunkt. „Wir verstehen uns als Ort zum ankommen, runterkommen, wohlfühlen und genießen“, erklärt Hotelleiter Karl-Arnold Schüle. „Mit den fünf Säulen vital, gesund, aktiv, natur und harmonie orientieren wir uns an der modernen Umsetzung der Kneipp‘schen Lehre für einen ganzheitlichen, harmonischen und gesunden Lebensstil.“

Entspannen: In der Sauna, bei Wellnessanwendungen und Co. lassen Gäste im Schüle’s den Alltag hinter sich. Foto: Cocett.com/Schüle‘s Gesundheitsresort & Spa
Entspannen: In der Sauna, bei Wellnessanwendungen und Co. lassen Gäste im Schüle’s den Alltag hinter sich. Foto: Cocett.com/Schüle‘s Gesundheitsresort & Spa

Nicht nur beim Sport, auch bei Wellness-Anwendungen können die Gäste zu sich kommen und entspannen – etwa bei der Alpienne-Relax-Massage, bei der der Körper mit Kräuteröl massiert wird, oder beim Ruhequell, einer Anwendung mit Gesichts- und Fußmassage, bei der ein Sack mit warmem Heu auf dem Bauch für Entspannung bei wohliger Wärme sorgt. Auch der Spa-Bereich und der speziell für Frauen eingerichtete „Ladies' Spa“ bieten mit verschiedenen Saunen, Dampfkammern und Ruhezimmern Raum für Entspannung und Erholung. Und im Panorama-Hallenbad kann man mit Blick auf die umliegenden Berge die Gedanken beim Schwimmen schweifen lassen.

Reise

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Wandern und Wintersport

Erkunden: Die Nebelhornbahn bringt Besucher auf über 2200 Meter Höhe. Foto: Küpferling
Erkunden: Die Nebelhornbahn bringt Besucher auf über 2200 Meter Höhe. Foto: Küpferling

Oberstdorf lockt ganzjährig zahlreiche Gäste an. Verwunderlich ist das kaum. Vom Frühling bis zum Herbst bieten die Allgäuer Hochalpen, die den Ort einrahmen, für Wanderer und Radfahrer Touren mit einer grandiosen Aussicht. Berge wie Fellhorn, Nebelhorn oder Schattenberg sind weit über die Grenzen Bayerns hinaus bekannt. Wer nicht wandern will oder kann, aber trotzdem nicht auf den Fernblick verzichten möchte, der fährt mit der Bergbahn zum Gipfel. Die Nebelhornbahn etwa bringt Besucher aus Oberstdorfs Zentrum auf über 2200 Meter Höhe.

Entdecken: Die weltbekannte Schattenbergschanze ist einen Ausflug wert. Gerade wird sie für die WM renoviert. Foto: Küpferling
Entdecken: Die weltbekannte Schattenbergschanze ist einen Ausflug wert. Gerade wird sie für die WM renoviert. Foto: Küpferling

Sobald der Sommer zur Neige geht, machen sich die Wintersportfans bereit. Die Aktiven nutzen die Berge, um auf über 130 Pistenkilometern Ski oder Snowboard zu fahren. Andere kommen für große Events wie die Weltcups in Nordischer Kombination, Langlauf und Skispringen – oder die Vierschanzentournee an der weltbekannten Schattenbergschanze. Letztere bietet gerade ein ungewöhnliches Bild: Dort, wo sonst die Skispringer versuchen, mit einem möglichst perfekten Telemark zu landen, stehen jetzt Bagger neben Kränen und Baumaterial. Die Schanze wird für die Nordische Ski-Weltmeisterschaft 2021 umgebaut. Einen Besuch wert ist das Skisprungstadion aber auch jetzt: Der Schanzenturm, den bald wieder Springer aus aller Welt hinuntersausen, ist beeindruckend – und von den Zuschauertribünen aus bietet sich ein toller Blick über Oberstdorf.

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