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Erinnerung

Dresden ist im Hochzeitsfieber

Mit zahllosen Attraktionen erweckt die sächsische Landeshauptstadt ein Großereignis wieder zum Leben.

Am 8. Oktober wird der perfekt restaurierter Ballsaal im Dresdner Residenzschloss anlässlich des 300-jährigen Hochzeitsjubiläums eröffnet, als Clou ausnahmsweise mit einer standesamtlichen Hochzeit. Foto: Michaela Schabel
Am 8. Oktober wird der perfekt restaurierter Ballsaal im Dresdner Residenzschloss anlässlich des 300-jährigen Hochzeitsjubiläums eröffnet, als Clou ausnahmsweise mit einer standesamtlichen Hochzeit. Foto: Michaela Schabel

Dresden.Dresden ist längst zu einer der wichtigsten deutschen Touristenstädte geworden. Fast völlig zerbombt, wurde und wird ein Kulturmonument nach dem anderen wieder aufgebaut und als Florenz des Nordens erlebbar. 2019 nach Dresden zu reisen, bietet ein außerordentliches und einmaliges Event dazu.

Völlig ausgebombt war das Schloss 1945. Foto: Michaela Schabel
Völlig ausgebombt war das Schloss 1945. Foto: Michaela Schabel

Vor 300 Jahren verheiratete August der Starke seinen einzigen Sohn Friedrich August mit der Kaisertochter Maria Josepha von Österreich, um durch das Machtbündnis Sachsen-Österreich ein Gegengewicht zum immer stärker werdenden Preußen zu bilden und vielleicht die Kaiserkrone nach Sachsen zu holen. Gäste aus ganz Europa reisten an und erlebten Glanz und Glorie des Dresdener Hofes, dessen festlicher Prunk alle anderen europäischen Höfe in den Schatten stellte.

Im 300-jährigen Jubiläumsjahr flammt barocke Lebenslust und Gigantomanie erneut auf. Dresden feiert mit seinen Gästen seit Mai einen Sommer lang „1719 reloaded“ und präsentiert sich einmal mehr als historisches Juwel über moderne Technik.

Digitale Vergangenheit live erlebt

Drei Großprojekte lassen die einstige Prunkhochzeit digital miterleben.

„TimeRide Dresden“ präsentiert sich rein optisch schlicht, umso spannender wirkt die angebotene Zeitreise direkt zur Jahrhunderthochzeit. Man steigt in eine der sechs Kutschen, setzt Kopfhörer und Brille auf und wird wie einst ein höfischer Gast von der Wilsdruffer Vorstadt bis zum Zwinger kutschiert. Aus dem Fenster erlebt man die höfischen Feierlichkeiten. Man taucht ein in das bunte Treiben der Kavaliere und höfischen Damen, der Gaukler, Akrobaten und Musiker, beleuchtet von einer gigantischen Kerzenkulisse, überstrahlt von einem Feuerwerk.

Unter dem Motto „Filmkuppel Zwinger Xperience“ erlebt man mitten im Innenhof des Zwingers in einem eigens angefertigten Filmpavillon seit 29. Juni bis Sommer 2020 über eine audiovisuelle 270-Grad-Projektion das Reiterballett der vier Elemente, das Teil der Hochzeitsfeier 1719 war.

Was noch alles geboten ist

  • Der Hintergrund:

    In Wien heiratete Friedrich August die Habsburger Prinzessin Maria Josepha, in Dresden wurde gefeiert. Mit dem Schiff kam das Hochzeitspaar 1719 nach Dresden. Die Stadt wurde zur Bühne für viele Feste. Diese werden jetzt, 300 Jahre später, in Dresden von „1719 reloaded“. Nur acht Kilometer entfernt hat man in den Weinbergen des Elblandes einen herrlichen Blick auf die Elbe.

  • 13. Juli:

    „Dresdner Schlössernacht“ – Musik und Feuerwerk vor der traumhaften Kulisse der Dresdner Schlösser

  • Ab 21. August:

    „Macht. Mittel. Musik“ – eine Sonderausstellung zur „Inszenierung und Neuerfindung Dresdens anlässlich der Kurprinzenhochzeit“

  • 24./25. August:

    „Barockes Spielwochenende“ – eine lustwandelnde Sinnesreise in die vergangene Zeit im Schloss und Park Pillnitz

  • 25. August:

    „Lustgondeln anno 1719“ – ein nachgestellter Empfang des Hochzeitspaares mit einer Wasserparade.; weitere Termine unter www.dresden.de

Das ist sozusagen der Aperitif auf das neue Angebot vom Schlösserland „Dresden Xperience“, eine audiovisuelle Animation zu zwei überaus bedeutsamen architektonischen Ereignissen. „Festung Xperience“ gibt ab Herbst Einblick in die wechselvolle 450-jährige Geschichte der Dresdner Befestigungsanlage.

Auf 1500 Quadratmetern Ausstellungsfläche werden Alltagsleben, Katastrophen und sächsischer Erfindergeist nachempfunden. Ab 2020 zeigt zehn Minuten Fußweg entfernt „Zwinger Xperience“ in einer Dauerausstellung in der Bogengalerie des Zwingers dessen Baugeschichte und das barocke Leben jener Zeit.

Megaparty am 13. Juli

Geheiratet wurde in Wien, gefeiert in Dresden. Aber wie versorgt man 1000 Hochzeitsgäste 40 Tage lang so, dass jeder Gast zufrieden ist? Verärgerungen hätten politische Konsequenzen, sogar Kriege nach sich ziehen können. Die Sonderausstellung im Verkehrsmuseum Dresden „Von Prunkgondeln, Prachtkutschen und Pferdeäpfeln – Unterwegs zur Jahrhunderthochzeit 1719“ recherchiert die logistischen Herausforderungen, vor allem hinsichtlich der Versorgung mit Essen.

Noch im Original erhalten sind die Hochzeitskleider von August des Starken.  Foto: Michaela Schabel
Noch im Original erhalten sind die Hochzeitskleider von August des Starken. Foto: Michaela Schabel

Anlässlich des Jubiläums werden nach zehn Jahren Restaurationsarbeiten die rekonstruierten Paraderäume des Dresdner Residenzschlosses eröffnet. August der Starke ließ sie eigens für die Hochzeit seines Sohnes erbauen. Zu sehen sind erstmals die originale golddurchwirkte Garderobe von August des Starken – das sind Kostbarkeiten, um die selbst das Schloss Versailles Dresden beneidet.

Welches Paar darf im Jubiläumsjahr als Prinzessin und Prinz im Ballsaal des Dresdner Residenzschlosses heiraten? Bis bis 30. Juni konnten sich heiratswillige Paare melden. Als besonderer Marketing-Gag wird ein Paar ausgewählt, das sich am 8. Oktober zur offiziellen Eröffnung des restaurieren Ballsaals standesamtlich im glamourösen Marmorsaal das Ja-Wort geben darf, inklusive einer 40-köpfigen Hochzeitsgesellschaft, einer Kutschenfahrt durch die Stadt und einer Übernachtung im Taschenbergpalais.

In voller Schönheit wurde das Residenzschloss restauriert.  Foto: Michaela Schabel
In voller Schönheit wurde das Residenzschloss restauriert. Foto: Michaela Schabel

Bei der Megaparty der 11. Schlössernacht am 13. Juli können alle mit oder ohne barocke Gewänder mitfeiern, wenn sich für eine Nacht die Parkanlagen der drei Elbschlösser Lingnerschloss, Schloss Albrechtsberg und Schloss Eckberg und die Sommerwirtschaft Saloppe, eine der beliebtesten Eventbühnen, in eine Kulturlandschaft voller Überraschungen verwandeln. Mit „Lustgondeln anno 1719“ wird am 25. August die historische Wasserparade nachempfunden, die vor 300 Jahren für das Hochzeitspaar inszeniert wurde.

Zwischen Pirna und Dresden erlebt man Nachbauten von historischen Prachtgondeln, moderne Wasserfahrzeuge und jede Menge Festlichkeiten.

Die Venusnacht am 6. September wird „Eine delikate Lustbarkeit“ als Fest und Kleinkunstmeile rund um den Palaisteich im schönsten Garten Dresdens. Die „Paradegemächer August des Starken betreten wie in 1719“ kann man nach ihrer Eröffnung im September.

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