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Reise

Fès: Marokkos älteste Königsstadt

Die mittelalterliche Altstadt von Fès steht unter dem Schutz der Unesco. Sie bietet alte Handwerkskunst und versteckte Oasen.
Von Andrea Rieder

In diesen Steinbottichen wird Leder gegerbt wie schon vor Hunderten von Jahren. Foto: Rieder
In diesen Steinbottichen wird Leder gegerbt wie schon vor Hunderten von Jahren. Foto: Rieder

Fès.Wer durch die Altstadt von Fès schlendert, taucht in eine andere Welt ein. Es riecht nach Datteln, Backwaren, Fisch und Fleisch. Hier baumelt ein Kamelkopf, dort türmen sich Bananen und Melonen. Dazu das stete Klopfen der Kesselmacher.

In den Gassen der Medina kann man schon einmal die Orientierung verlieren. Foto: Rieder
In den Gassen der Medina kann man schon einmal die Orientierung verlieren. Foto: Rieder

Die Stadt im Norden Marokkos ist eine von vier Königsstädten des Landes und damit ein beliebtes Reiseziel. Die Medina steht als Welterbe unter dem Schutz der Unesco. Sie zählt zu den faszinierendsten Medinas der arabischen Welt und ist die größte Nordafrikas. Wir stellen die Stadt in sechs Aspekten vor.

Der Esel bringt die Ware zum Händler

Weil die Gassen so eng sind, setzen die Händler in Fès noch auf Lastesel. Foto: Rieder
Weil die Gassen so eng sind, setzen die Händler in Fès noch auf Lastesel. Foto: Rieder

„Balak! Balak!“ schallt es laut durch die Gassen der Medina. Wer den Ruf hinter sich hört, sollte schnell zur Seite gehen. Dann nähert sich wahrscheinlich ein Lastesel von hinten oder ein Händler, der einen Karren hinter sich herzieht. Die Gässchen sind so schmal, dass es unmöglich ist, sie mit einem Fahrzeug zu passieren. Die Händler setzen also weiterhin auf Hufe.

Fès – die Stadt des Handwerks

Mohammed fertigt Kämme und Ketten aus Horn. Foto: Rieder
Mohammed fertigt Kämme und Ketten aus Horn. Foto: Rieder

Jeden Tag sitzt der 88-jährige Mohammed in seinem kleinen Laden in der Medina und schnitzt und sägt Kämme aus Schafshorn. Ein Handwerk, das schon Generationen vor ihm ausgeführt haben. Fès ist berühmt für seine alte Handwerkskunst. Gerber, Kesselmacher, Weber lassen sich in der Medina über die Schulter schauen und bieten ihre Waren an.

Prächtige Moscheen – aber nur von außen

Von außen können Touristen einen kurzen Blick in die zahlreichen Moscheen werfen. Foto: Rieder
Von außen können Touristen einen kurzen Blick in die zahlreichen Moscheen werfen. Foto: Rieder

Wer Glück hat, kann durch das offene Tor einen Blick ins Innere der alten, prächtigen Moscheen werfen. Einheimische treffen sich dort zum Gebet oder zum Ausruhen. In Marokko ist der Zutritt zu Moscheen – anders als in vielen anderen muslimischen Ländern – nur Muslimen gestattet. Aber auch von außen sind die Bauten imposant.

Gerberei: Nichts für empfindliche Nasen

In diesen Steinbottichen wird das Leder gefärbt. Foto: Rieder
In diesen Steinbottichen wird das Leder gefärbt. Foto: Rieder

Der beißende Geruch weist einem den Weg in das Gerberviertel von Fès. Die Steinbottiche mit den erdigen Farbtönen gehören zu den beliebtesten Fotomotiven der Stadt. Seit dem 12. Jahrhundert wird hier auf dieselbe Art Leder gegerbt, nämlich in Taubenkot, und anschließend eingefärbt. Gästen wird ein Minzblatt gereicht, um es empfindlichen Nasen leichter zu machen.

Spanien

Volle Strände, steigende Preise

Viele Hoteliers auf Mallorca haben noch einmal die Preise erhöht. Und die Touristensteuer auf der Insel wurde verdoppelt.

Kleine Oasen hinter dicken Mauern

Die Innenhöfe der Riads gleichen einem Paradies. Foto: Rieder
Die Innenhöfe der Riads gleichen einem Paradies. Foto: Rieder

Von außen sind die prachtvollen Riads (Stadthäuser) kaum zu erkennen. Hinter hohen Mauern und schweren Holztüren verbergen sich stattliche Villen mit einem paradiesischen Innenhof. Viele Riads dienen mittlerweile als Hotels. Die üblichen Hotelketten gibt es in Fès zwar auch. Wer richtig in die Welt der Königsstadt eintauchen will, sollte sich in einem Riad einmieten.

Ausflug zu den Römern der Antike

In Volubilis erheben sich beeindruckende Bauten aus der Römerzeit. Foto: Rieder
In Volubilis erheben sich beeindruckende Bauten aus der Römerzeit. Foto: Rieder

Etwa 60 Kilometer von Fès entfernt liegt die Ausgrabungsstätte Volubilis. Dort sind außergewöhnlich gut erhaltene Monumente aus der römischen Antike zu sehen. Auch Volubilis gehört zum Unesco-Weltkulturerbe. Wer einen Tagesausflug dorthin unternimmt, kann auch in der 30 Kilometer entfernten Königsstadt Meknès Halt machen.

Die beste Zeit für eine Reise nach Marokko

Blütenpracht auch im Herbst. Foto: Rieder
Blütenpracht auch im Herbst. Foto: Rieder

Die vier Königsstädte Fès, Meknès, Marrakesch und Rabat werden das ganze Jahr über von Touristen besucht. Im Frühling und Herbst herrschen aber besonders angenehme Temperaturen. In den Sommermonaten Juli und August kann es richtig heiß werden. Dann bietet sich eher ein Badeurlaub an der Küste Marokkos an.

Von Memmingen nach Fès und Marrakesch

  • Flüge:

    Neben weiteren großen Flughäfen in Südbayern bietet auch der Flughafen Memmingen das ganze Jahr über Flüge nach Marokko an. Die Fluggesellschaft Ryanair startet zwei Mal pro Woche (Mittwoch und Sonntag) in Richtung Fès. Außerdem wird seit 31. Oktober 2018 wieder Marrakesch angeboten – ebenfalls ganzjährig. Im Winter gibt es am Mittwoch und Sonntag Flüge, im Sommer am Dienstag und Samstag.

  • Infos:

    Das Fremdenverkehrsamt von Marokko bietet Reisenden umfassende Informationen unter www.visitmorocco.com/de. Dort werden die verschiedenen Königsstädte vorgestellt, ebenso wie Reiseziele am Meer und in der Wüste.

  • Fès:

    Fès ist eine Stadt im Norden Marokkos. Sie ist die älteste der vier Königsstädte des Landes (Marrakesch, Meknès, Rabat und Fès). Jede Königsstadt war zu einer bestimmten Zeit die Hauptstadt einer der großen Dynastien des Landes. Fès war zuletzt von 1727 bis 1912 die Hauptstadt der Alawiden. Seit 1912 ist Rabat die Hauptstadt der Alawiden. Fès hat 1,1 Millionen Einwohner. Der Tourismus hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Die Stadt ist für traditionelles Handwerk bekannt. Die mittelalterliche Altstadt ist die größte Medina Nordafrikas. Ihre Gesamtfläche umfasst rund 2,8 Quadratkilometer. Tausende Gassen durchziehen die Altstadt, die als Weltkulturerbe unter dem Schutz der Unesco steht.

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