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Technik

Handy-Features für die Reise

Längst hat sich das Smartphone zum cleveren Reisebegleiter entwickelt. Ohne das passende Zubehör kommt man nicht weit.
Von Bernadette Winter

Beim Selfie am Strand steckt das Smartphone am besten in einer Schutzhülle. Denn die feinen Körner sollten nicht in die Anschlüsse gelangen. Foto: Klose/dpa
Beim Selfie am Strand steckt das Smartphone am besten in einer Schutzhülle. Denn die feinen Körner sollten nicht in die Anschlüsse gelangen. Foto: Klose/dpa

Hannover. App statt Reiseführer, mobile Karten statt sperriger Atlanten – das Smartphone ist gerade im Urlaub ein echtes Allroundtalent für die Hosentasche. Doch es braucht Strom: Wer durch viele verschiedene Urlaubsländer reist, sollte sich Steckdosenadapter einpacken. „Meist haben diese Geräte vier oder fünf unterschiedliche Stecker“, erklärt Christian van de Sand von der Stiftung Warentest.

Andere Länder, andere Stecker. Reiseadapter helfen im Ausland. Foto: Günther/dpa-tmn
Andere Länder, andere Stecker. Reiseadapter helfen im Ausland. Foto: Günther/dpa-tmn

Auf einer Wandertour oder einer Zugreise lässt sich die Zeit ohne Steckdose gut mit einer Powerbank überbrücken. Hier raten Experten, auf die Ladekapazität zu achten. Die wird in Milliamperestunden (mAh) angegeben. 5000 bis 10 000 mAh sind sinnvoll. „In der Regel gilt aber: Je höher die Kapazität ist, desto schwerer wird auch die Powerbank“, gibt van de Sand zu bedenken.

Zu beachten: Für die tragbaren Zusatzakkus gelten in Flugzeugen Sonderbestimmungen. Sie müssen immer im Handgepäck transportiert werden, erklärt Peter Juhani Koop vom Europäischen Verbraucherzentrum (EVZ) Deutschland. Denn die Lithium-Ionen-Akkus könnten bei defekten Geräten in Brand geraten. Laut dem Branchenverband der Fluglinien, IATA, liegt die Obergrenze bei 100 Wattstunden – bei den üblichen fünf Volt Spannung entspräche das 20 000 mAh Kapazität.

Die moderne Allzweckwaffe

Gerade auf Langstreckenflügen oder langen Zugfahrten kann die dauerhafte Geräuschkulisse nerven – Kopfhörer mit Noise Cancelling sorgen dann für Ruhe. „Solche mit sehr guter Geräuschunterdrückung sind aber teuer und müssen regelmäßig geladen werden“, sagt Alexander Spier von der Fachzeitschrift „c’t“. Gut isolierende In-Ear-Kopfhörer oder akustisch geschlossene Kopfhörer, insbesondere ohrumschließende Modelle, erfüllten hier meist auch ihren Zweck.

Am Reiseziel angekommen, wollen die schönen Momente festgehalten werden. Allerdings brauchen viele Fotos oder Videos viel Platz. Immerhin lässt sich bei vielen Geräten der interne Speicher durch eine zusätzliche Speicherkarte erweitern – hier reichen 16 Gigabyte extra aus. Regelmäßige Backups seien aber wichtig, empfiehlt Spier – so könnte man sie zum Beispiel im Hotel über das WLAN in eine Cloud laden. „Die Karten gehen gerne mal kaputt, ohne dass es von außen sichtbar ist.“

Zubehör für die Handynutzung am Strand

Wer Smartphone oder Tablet am Sandstrand nutzt, hat diese besser in eine Schutzhülle verpackt. „Man sollte darauf achten, dass alle Eingänge wirklich geschützt sind“, appelliert Spier.

Wer die Unterwasserwelt fotografieren will, könnte sich eine Spezialkamera zulegen. „Sie sind in der Regel sehr teuer“, gibt Spier zu bedenken. Alternativ tut es eine Spezialhülle für das Smartphone. Auch wenn Kameras unter Wasser funktionieren, darf man nicht allzu grob mit ihnen umgehen: Ins Wasser werfen sollte man sie nicht, weil sie durch den Aufprall beschädigt werden könnten, warnt van de Sand. Manche seien zudem nicht für Salzwasser geeignet.

Das Smartphone kann sich indes nicht nur wegen seiner Kamera als nützlicher Reisebegleiter erweisen. Mit den richtigen Anwendungen wird es vor Ort zur Allzweckwaffe: Neben Navigations-, Sprach- und Reiseführer-Apps, können etwa ein Währungsrechner, Wetter-Apps oder mobile Apps von Bahnkonzernen und Airlines installiert werden.

Immer bestens informiert

Mehr Komfort und mehr Sicherheit: das Handy als Navi in einer passenden Halterung. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Mehr Komfort und mehr Sicherheit: das Handy als Navi in einer passenden Halterung. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Wer sein Mobilgerät im Auto als Navi nutzen will, sollte eine passende Halterung besorgen, meinen die Experten. Das kann ein Saugnapf oder eine Klemme für die Lüftung sein. „Bei Mietautos muss man aufpassen“, so van de Sand. Denn die Halterungen sorgen schnell für Kratzer, wenn sie nicht gut gummiert sind.

Außerdem ist zu bedenken: Die Navigation kostet extrem viel Akkuleistung. „Man sollte auf jeden Fall die Möglichkeit haben, im Auto zu laden“, erklärt Spier. Beispielsweise über einen USB-Adapter, der sich in den Zigarettenanzünder stecken lässt. Die kostenlose App Google Maps ist zwar genau, verbraucht im Onlinemodus jedoch eine Menge Datenvolumen. Für Vielfahrer sei ein klassisches Navigationsgerät besser geeignet. Koops Tipp: Man kann sich das Kartenmaterial vom gewünschten Urlaubsland schon vor der Reise auf das Smartphone herunterladen. Das Kartenmaterial ist dann für 29 Tage als Offline-Karte in Google Maps abrufbar. Offline-Karten bieten aber auch andere Karten- und Navigationsdienste wie „Here WeGo“ oder „City Maps 2Go“.

Praktische Apps für unterwegs

Die europäischen Verbraucherzentren bieten mit der Reise-App „ECC-Net: Travel“ in 25 Sprachen Hilfe für typische, unangenehme Urlaubssituationen. Etwa, wenn der Mietwagen bei der Abholung teurer ist, als es bei der Buchung angegeben war. Die App informiert über die Verbraucherrechte im jeweiligen Land und liefert passende Sätze in der Landessprache. Auch Botschaften und Verbraucherzentren in den Urlaubsländern sind aufgelistet.

Die App „Mit dem Auto ins Ausland“ des EVZ klärt bei Reisen in EU-Länder, in die Schweiz, nach Norwegen und nach Island auf. Koop: „Sie zeigt unter anderem, wo man Maut bezahlen muss und wie hoch diese ist, wie die Verkehrsregeln aussehen und welche Geschwindigkeitsbegrenzungen es gibt.“

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