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Natur

La Réunion: Die schöne, wilde Insel

Auf der französischen Insel vor der Küste Madagaskars werden die Urkräfte der Natur erlebbar – besonders für Abenteurer.

Faszinierend ist der Sonnenaufgang nach einem fünfstündigen Aufstieg auf den Piton des Neiges, mit 3071 Metern dem höchsten Vulkan La Reunions und des gesamten Indischen Ozeans. Fotos: Michaela Schabel
Faszinierend ist der Sonnenaufgang nach einem fünfstündigen Aufstieg auf den Piton des Neiges, mit 3071 Metern dem höchsten Vulkan La Reunions und des gesamten Indischen Ozeans. Fotos: Michaela Schabel

Eine weiß geschäumte Linie nimmt dem Horizont die Show. Es ist das Riff, über das die Brandung hinwegdonnert und das die große Lagune La Réunions an der Westküste vor Sandabtrag und Haien schützt.

Egal, was man in La Réunion macht, es ist immer eine Begegnung mit der Schönheit und Wildheit der Natur selbst. Der Mensch erlebt die Urkräfte von Wasser und die Auswirkungen des Vulkanismus. Abenteuer und Komfort lassen sich hier bestens kombinieren. Von der einfachsten Hüttenübernachtung bis zur Fünf-Sterne-Lodge ist alles buchbar. Klima und Relief erlauben Sportarten in allen Schattierungen: Wandern, Klettern, Canyoning, Reiten, Surfen, für Mutige mit Nervenkitzel. Wer allerdings Verbote missachtet, katapultiert sich unter Umständen in Lebensgefahr, selbst beim Baden. Von den 200 Kilometern Strand sind nur die 20 Kilometer hinter dem Riff von La-Saline-les-Bains bis Saint Pierre sicher.

„Linke Welle“ zieht Surfer an

Die Angst vor Haien ist durchaus ein Thema, doch sind die Unglücke meist selbst verschuldet. Obwohl Badeverbot herrscht, zieht die „Grande Gauche“, die linke Welle bei Saint Leu, immer noch zahlreiche Surfer an. Doch wer keinen magnetischen Beinschutz trägt, surft unter Lebensgefahr. Erst Anfang Mai schnappte erneut ein Hai zu. Der 27-jährige Surfer, ein Einheimischer, starb. Im Osten und Norden La Réunions herrscht generell Badeverbot.

Ein wildes Naturspektakel bietet die Brandung außerhalb der Strände.
Ein wildes Naturspektakel bietet die Brandung außerhalb der Strände.

Dafür bieten diese Küsten abenteuerliche Brandung und authentische kreolische Lebensweise. Überall gibt es die faszinierenden „Seuffleurs“ zu bewundern, wenn die Brandung in schmale Buchten und kreisrunde Formationen des Basaltgesteins einschießt und sich zu riesigen Fontänen aufbäumt.

Drei erloschene Vulkane prägen mit ihren riesigen Calderen den Inselkern. Die Ortschaft Cilaos, mitten im gleichnamigen Talkessel 1200 Meter hoch gelegen, ist wegen ihrer Mineralwasserthermen ein ruhiger Kurort und Ausgangspunkt für faszinierende Wanderungen bis hinauf zum Piton des Neiges, mit 3071 Metern nicht nur der höchste Berg von La Réunion, sondern im gesamten Indischen Ozean. Vor drei Millionen Jahren erhob er sich 7000 Meter aus dem Meer, vor 12000 Jahren erlosch er. Wer hinaufwandert, den erwartet ein faszinierender Panoramablick über die Insel bis zum Indik über die drei riesigen Calderen hinweg, die durch 1000 Meter hohe Wälle aus Vulkangestein voneinander abgetrennt sind.

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Jede Caldera wirkt anders

Regenbögen verzaubern die mondartigen Vulkanlandschaften im Osten der Insel.
Regenbögen verzaubern die mondartigen Vulkanlandschaften im Osten der Insel.

Jede Caldera wirkt anders. Der Cirque (= Talkessel) de Mafat ist verkehrstechnisch noch nicht erschlossen und nur per Hubschrauber erreichbar. Der Cirque de Salazie hat durch die täglichen Niederschläge infolge des Südostpassats die schönsten Bergwälder und fruchtbarsten Böden. Der Cirque de Cilaos ist wegen der Thermalquellen und milden Temperaturen sehr beliebt und Ausgangsort für die Gipfelwanderungen.

Von Cilaos erreicht man in drei bis vier Stunden die Hütte Carverne Dufour, um dann morgens um vier Uhr mit Stirnlampen zum Sonnenaufgang auf dem Gipfel aufzubrechen. Als Abstieg gibt es die Möglichkeit, in Richtung des Cirque de Salazie hinabzugehen. Für die sieben Stunden Abstieg braucht man schon eine gehörige Portion Kondition, zumal die Wanderwege in der Regel anspruchsvolle Steigwege sind. Geradeaus geht es selten, nur steil bergauf oder steil bergab. Statt weicher Waldböden machen Geröll, Felsbrocken und rutschige Holzbalken den Aufstieg beschwerlich. Der Serpentinenabstieg wird zum Abenteuer. Vor allem dann, wenn der Regen den Boden durchfeuchtet. Felsen und in tieferen Lagen die mächtigen Baumwurzeln verwandeln sich in Rutschpartien.

Die schmalen, unzugänglichen Canyons werden im Hubschrauber zum atemberaubenden Erlebnis.
Die schmalen, unzugänglichen Canyons werden im Hubschrauber zum atemberaubenden Erlebnis.

Selbst mit Stöcken sind die Hände im Einsatz. Bricht der zuweilen nur 30 cm breite Pfad infolge tropischer Regendurchfeuchtung unter dem Tritt plötzlich ein, schwebt schnell ein Bein über der steilen Böschung. Für Touristen ohne große Wander- und Steigerfahrung dauert dann der Abstieg über 1800 Höhenmeter je nach Witterung schon mal über neun Stunden.

Natur ist bei jedem Wetter atemberaubend

Die Natur in den verschiedenen Vegetationsstufen ist faszinierend bei strahlendem Sonnenschein, noch spannender unter mythischen Nebelschwaden und mildem Regen. Selbst wenn man bauchhoch in den Farnen dahinmarschiert, muss man keine Angst vor wilden Tieren oder gefährlichen Insekten haben. Man hört nur die Vögel.

Die Tunnel unter den erkalteten Lavaströmen des aktiven Piton de la Fournaise sind nur mit Führer begehbar.
Die Tunnel unter den erkalteten Lavaströmen des aktiven Piton de la Fournaise sind nur mit Führer begehbar.

Im Südosten der Insel prägt der aktive Vulkan Piton de la Fournaise, 2631 Meter hoch, das Landschaftsbild. Mächtige erkaltete Lavaströme bis zum Meer dokumentieren nicht nur den letzten großen Ausbruch 2007. Ein Teil der südlichen Ost-West-Tangente musste über die Lavaströme hinweg neu gebaut werden. Endlos kann man hier wie in einer Wüste wandern oder mit dem Auto die Weiten dieser Landschaft erkunden. In den Lavatunneln, die man nur nur einem Führer erkunden kann, geben die erkalteten Strukturen immer noch sehr viel Wärme ab. Die Region brodelt. Im Frühjahr 2019 war der letzte Ausbruch. Wem es hier zu heiß ist, wem die Aufstiege zu beschwerlich sind, der findet beim Canyoning ein sportlich rasant- feuchtes Abwärts.

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