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Reise

Unbekanntes Georgien

Eine Reise vom Kleinen Kaukasus durch die Transkaukasische, das Goldland Kolchis, von alten Klöstern bis zu modernen Bauten.
Von Sieglinde Geipel

Die Sioni-Kirche in Tiflis, der Hauptstadt Georgiens Fotos: Geipel
Die Sioni-Kirche in Tiflis, der Hauptstadt Georgiens Fotos: Geipel

Der große Kaukasus– die Berge Georgiens

Das bekannteste Motiv–Der Berg Kasbek
Das bekannteste Motiv–Der Berg Kasbek

Der Kasbek ist mit 5047 Metern der dritthöchste Berg Georgiens und der achthöchste Berg des Großen Kaukasus. Der Sage nach soll Zeus den Titanen Prometheus an einen Felsen am Kasbek gekettet haben, weil dieser das Feuer aus dem Himmel gestohlen haben soll. Ein Adler sollte ihm zur Strafe täglich die immer wieder nachwachsende Leber aus dem Leib reißen. Für Viele ist der Kasbek der schönste Berg im Großen Kaukasus. Der höchste Berg Georgiens ist mit 5201 Meter der Schchara am Hauptkamm des Großen Kaukasus. Die Höhenangaben schwanken zwischen 5158, 5200 oder 5201 Metern. Auch der Dzhangita gehört mit seinen 5058 Metern noch zu den 5000er. Der Tetnuldi mit 4858 Metern ist ein markanter Berg in der Region Swanetien im Hauptkamm des zentralen Kaukasus. Oberhalb von 3000 Metern ist er vergletschert, an der Südflanke beginnt der 9 Kilometer lange Adishi-Gletscher. Der Uschba, ein Doppelgipfel, befindet sich ebenfalls im Hauptkamm des Kaukasus, sein Südgipfel ist 4737 Meter und der Nordgipfel 4698 Meter hoch.

Modernes Georgien

Friedensbrücke abends in Tiflis
Friedensbrücke abends in Tiflis

ielen Touristen ist Georgien als das Land mit einer Geschichte, die in die Anfänge des Christentums zurückreicht bekannt. Es gibt aber auch das moderne Georgien mit neuen, außergewöhnlichen, oft provokanten Gebäuden in ultramodernem Design und unter Verwendung neuester Technik. Ein Beispiel dafür ist die Friedensbrücke in der Hauptstadt Tiflis, eine bogenförmige Fußgängerbrücke über die Mtkwari, entwickelt vom italienischen Architekten Micele de Lucci oder auch die Public Service Hall in Tiflis.

In Mestia, einer entlegenen Stadt im Gebirge des Kaukasus, fällt die außergewöhnliche architektonische Gestaltung der Polizeistation, des Flughafengebäudes und des Justizhauses vom Architekturbüro Jürgen Mayer aus Berlin ins Auge. In Kutaissi, der zweitgrößten Stadt, steht das Parlamentsgebäude mit einer riesigen Kuppel aus Glas und Stahl, das der japanische Ingenieur Mamoru Kawaguchi entwickelte.

Bedeutendes Kulturerbe

Kloster Alvani bei Kverno.
Kloster Alvani bei Kverno.

In Georgien stößt man auf Schritt und Tritt auf Spuren der Vergangenheit. In dem kleinen Land, etwa so groß wie Bayern, sind etwa 4000 Baudenkmäler erfasst, die zwischen dem 5. Jh. v. Chr. und der Mitte des vorigen Jahrhunderts entstanden sind. Neben Gelati, der Bagrati-Kathedrale und Swetizchoweli ist Alaverdi, die Kirche des Heiligen Georg, erbaut im 11./12. Jahrhundert, ein ganz besonderes Meisterbauwerk. Sie liegt in der Region Kachetien. Das Äußere ist mit fünf eleganten Bögen verziert. Die Fassade trägt ausgezeichnete Steindekorationen. In Bolnissi, in der Region Niederkartlien, steht die georgisch-orthodoxe Bolnissier Sioni-Kirche. Sie ist die älteste erhaltene Kirche Georgiens und des ganzen Südkaukasus. Neben den vielen sehenswerten Kirchen und Klöstern kennt fast jeder Tourist die Gergety Dreifaltigkeitskirche, erbaut im 13./14. Jahrhundert. Sie steht auf der Spitze des Tsminda Sameba Hügel auf 2170 Meter vor dem Kasbek.

Für jeden Geldbeutel ist etwas dabei

Old House Oni
Old House Oni

Touristen finden in Georgien Unterkünfte in den verschiedensten Kategorien. Zahlreiche Hotels bieten in Tiflis, der Hauptstadt Georgiens, westlichen Standard mit kontinentalem Frühstück. Wer jedoch Land und Leute erkunden möchte und vor allem georgisches Essen kennenlernen möchte, sollte eher die Guest Houses bevorzugen, die meist im Familienbetrieb geführt werden. Hier kann man georgische Gastfreundschaft direkt erleben. Ein ganz besonderes Erlebnis war für uns die Übernachtung in einem 100 Jahre alten Holzhaus in Oni in der Region Ratscha-Letschchumi und Niedersvanetien, das die Großmutter im Alter von etwa 20 Jahren vom Berg mitgebracht hatte und das nun heute, fast in seinem Urzustand mit moderner Nasszelle, den Gästen als urgemütliche Unterkunft dient. Allen gemein ist die Sauberkeit, die Gastfreundlichkeit und ein sehr schmackhaftes Essen.

Das höchstgelegene Dorf Europas

Ushgulli gehört zum Weltkulturerbe
Ushgulli gehört zum Weltkulturerbe

Das höchstgelegene Dorf Europas ist eine Gemeinschaft von vier Dörfern in Obersvanetien, der heutigen Verwaltungsregion Mingrelien und Obersvanetien. Sie liegen in fast 2200 Meter Höhe, zwölf Kilometer südwestlich des 5193 Merter hohen Berges Schchara, des zweithöchsten Gipfels des Großen Kaukasus und des höchsten Berges Georgiens. Insbesondere die typischen svanetischen Wehrtürme der Dörfer von Uschguli sind schon von Weitem sichtbar, sie sind seit 1996 Teil des Welterbes. Außerdem existieren verschiedene religiöse Bauwerke, wie eine Kapelle aus dem 12. Jahrhundert.

Höhlenstadt Vardzia – Festung Uplisziche

Höhlenstadt Vardzia
Höhlenstadt Vardzia

Sie liegt am Ufer der Mtkvari, westlich der Stadt Achalkalaki. Sie besteht aus: 700 Sälen, Zimmern und Terrassen, die durch verschlungene Tunnel, Serpentinenwege und Treppen miteinander verbunden sind. Sie wurde ca. um 1200 n. Chr. in der 500 Meter hohen Felswand angelegt. Die Festungsanlage Uplisziche, zwölf Kilometer von Gori am nördlichen Ufer der Mtkvari gelegen, entstand bereits im 6. Jh. v. Chr. In dem georgischen Handelszentrum an der Seidenstraße lebten rund 5000 Einwohner. Erst im 13. Jh. wurde es durch den Mongolenherrscher Ögedei Khan eingenommen und teilweise zerstört.

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