MyMz

Himalaya

Trekkingtour zum Mount Everest

Nicht nur der höchste Berg der Welt, auch seine Umgebung ist ein Highlight. Panoramablicke und drei türkise Seen locken.
Von Brigitta Ammer-Klein

Ein buddhistischer Chörten vor dem Mount Everest lädt zu einer Rast ein. Foto: Brigitta Ammer-Klein
Ein buddhistischer Chörten vor dem Mount Everest lädt zu einer Rast ein. Foto: Brigitta Ammer-Klein

Kathmandu.Im Mai herrscht jedes Jahr Hochbetrieb am Mount Everest. Expeditionsteilnehmer aus aller Welt bereiten sich am Basislager auf die Besteigung des mit 8848 Metern höchsten Bergs der Erde vor. Wer die großartige Landschaft rund um die Achttausender Everest, Lhotse und Cho Oyu einmal selbst erleben möchte, muss kein ausgewiesener Höhenbergsteiger sein. Eine Trekkingtour zum Dach der Welt ist für jeden erfahrenen Bergwanderer ein einmaliges Erlebnis.

Zu Beginn führt der Everest-Trek durch Streusiedlungen mit Terrassenfeldern und durchquert urwaldartige Wälder mit Rhododendren und Orchideen. Mit ihren Blüten in Weiß, Pink, Rot und Violett erzeugen die riesigen flechtenbehangenen Baumrhododendren im Frühjahr einen wahren Farbenrausch. Im steten Auf und Ab geht es höher hinauf in die Zone der Nadelgehölze. Entlang des weißen Gletscherflusses Dudh Kosi und über zahlreiche Hängebrücken, darunter die berühmte Hillary-Bridge, gelangt man schließlich an den Fuß eines Steilhangs.

Deutsche Bäckerei bietet Schwarzwälder an

Blick auf Mount Everest, Lhotse und Nuptse. Foto: Brigitta Ammer-Klein
Blick auf Mount Everest, Lhotse und Nuptse. Foto: Brigitta Ammer-Klein

„Gaaanz langsam!“ Der einzige deutsche Satz im Repertoire von Guide Krishna bestimmt das Tempo des langen und mühsamen Aufstiegs nach Namche Bazar (3440 m), dem Hauptort der Sherpa und des gesamten Bergtourismus der Region. Die Belohnung: Kaffee und Kuchen in der German Bakery – sogar Schwarzwälder Kirschtorte findet sich im Angebot des einheimischen Konditors. Zur besseren Akklimatisation empfiehlt es sich, einen gemütlichen Ruhetag in Namche einzulegen. Von dort sind Ausflüge in die nähere Umgebung möglich, etwa hinauf zur Sherpasiedlung Khumjung oder zum bekannten Everest View Hotel. Der Name ist hier Programm: Auf dem Hochplateau ist erstmals die traumhafte Kulisse des höchsten Bergs der Welt zu sehen – ein Gänsehautmoment.

Am oberen der drei türkisen Gokyo-Seen gibt es einige Lodges. Foto: Brigitta Ammer-Klein
Am oberen der drei türkisen Gokyo-Seen gibt es einige Lodges. Foto: Brigitta Ammer-Klein

Den bizarr-schönen Gipfel der Ama Dablam stets im Blick, zieht sich der Hauptweg weiter nach Norden. Tengboche, das bedeutendste buddhistische Kloster im Khumbugebiet (3860 m), liegt malerisch auf einem Bergrücken. Bei den täglichen Gebetszeremonien rezitieren die Lamas in monotonem Gesang heilige Schriften, unterbrochen durch archaisch klingende Töne verschiedener Blasinstrumente. Zur Begrüßung gibt es für die Gäste Buttertee, dessen Geschmack für europäische Gaumen allerdings arg gewöhnungsbedürftig ist.

Wacholderallee weist den Weg nach Pangboche

Begleitet von Manimauern, Gebetsmühlen und Chörten erreicht man Pangboche, wo die mit 350 Jahren älteste Gompa des Hochtals zur Besichtigung einlädt. Eine uralte Wacholderallee weist den Weg. Der Ort wirkt wie aus der Zeit gefallen, ein idyllischer Platz zum Verweilen.

Das Kloster Pangboche ist über 350 Jahre alt. Foto: Brigitta Ammer-Klein
Das Kloster Pangboche ist über 350 Jahre alt. Foto: Brigitta Ammer-Klein

In der Nähe gabelt sich die Route: Links führt ein Pfad ins Gokyo-Tal, geradeaus geht es über Lobuche weiter nach Goak Shep (5190 m), dem nördlichsten Übernachtungsort direkt am Fuß des Mount Everest mit seinen gewaltigen Eisfällen. Die Lodges dort sind Ausgangspunkt für die Besteigung des Aussichtsbergs Kala Pattar (5675 m). Der Aufstieg in der großen Höhe ist kräftezehrend, doch die fantastische Hochgebirgsszenerie auf dem Gipfel ist einzigartig und lohnt jede Anstrengung. Auch die Zeltstadt des Everest-Basecamps kann im Frühjahr besucht werden.

Aussichtsweg führt zu drei türkisen Seen

Mindestens genauso lohnend, aber aufgrund der geringeren Übernachtungshöhen weniger fordernd und selbst in der Hochsaison nicht überlaufen ist der Aussichtsweg im Gokyo-Seitental, der über weite Yakalmen bis zu drei großen türkisfarbenen Seen führt. Unzählige Steinmännchen und Gletscherbäche säumen den Pfad. Am Ende des letzten Sees, im Almdorf Gokyo (4810 m), gibt es einige Lodges. Dahinter der 5360 m hohe Gokyo-Ri, der leicht zu besteigen ist.

Riesige Baumrhododendren entfalten im April ihre Blütenpracht. Foto: Brigitta Ammer-Klein
Riesige Baumrhododendren entfalten im April ihre Blütenpracht. Foto: Brigitta Ammer-Klein

Oben angekommen bietet sich ein überwältigendes Amphitheater mit vier Achttausendern: die vergletscherte Südwand des Cho Oyu links zum Greifen nah, der Felsstock von Everest, Lhotse und Nuptse majestätisch in der Mitte, daneben das Makalu-Massiv – sicherlich eines der großartigsten Panoramen überhaupt. Auch Krishna gerät ins Schwärmen: „What a magic place!“ Zwei Trekkingwochen in großer Höhe und einfachen Lodgezimmern hinterlassen ihre Spuren – neben müden Beinen vor allem die täglich präsenter werdende Sehnsucht nach einem komfortablen Hotel. Zurück in Kathmandu sind alle Strapazen schnell vergessen, die letzten Reisetage lassen sich noch gut für die Besichtigung der vielen interessanten Kulturstätten nutzen. Vielleicht steht einem der Sinn auch nach einem Einkaufsbummel im Gassengewirr von Thamel. Auf keinen Fall versäumen sollte man jedoch einen Tagesausflug nach Bhaktapur. Die beschauliche Kleinstadt gilt als die schönste der drei Königsstädte im Kathmandutal.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht