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Was wird aus dem Bergsommer?

Der Sommer lockt. Doch viele Urlaubsträume werden unerfüllt bleiben. Selbst Ausflüge sind nicht gern gesehen in Coronazeiten.
Von Sabine Dobel und Frederick Mersi, dpa

Wanderer gehen zu einer Hütte. Foto: Nicolas Armer/dpa-Archiv
Wanderer gehen zu einer Hütte. Foto: Nicolas Armer/dpa-Archiv

Garmisch-Partenkirchen.Ein strahlender Frühling mit Sonne satt – doch die Urlaubsaussichten sind düster. Die Bundesregierung hat Hoffnungen selbst auf schlichte Ziele schon gedämpft: Volle Berghütten werde es diesen Sommer nicht geben, sagte Außenminister Heiko Maas (SPD). Dabei ist offen, wann es in Deutschland überhaupt wieder eine Chance auf Übernachtungen in Hotels und Unterkünften gibt. Selbst eine Brotzeit to go ist derzeit kaum irgendwo zu haben. Hütten und Almen sind fast überall geschlossen.

Ob und wann die Berghütten öffnen können, ist unklar. Beim Deutschen Alpenverein (DAV) heißt es, man warte auf die Entscheidungen der Politik in Bayern, aber auch in Österreich. Eine internationale Arbeitsgruppe habe Vorschläge erarbeitet, wie eine Öffnung und ein Sommerbetrieb mit sehr viel Abstand aussehen könnte, sagte DAV-Sprecher Thomas Bucher. „Wir hoffen darauf, dass die Hütten öffnen können.“

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Derzeit sind alle 321 bewirtschafteten und öffentlich zugänglichen DAV-Hütten in Deutschland und Österreich zu – zumeist allerdings unabhängig vom Coronavirus. Um diese Jahreszeit sind viele Hütten saisonbedingt geschlossen; im Hochgebirge öffnen sie teils erst im Juni. Auch die Almen sind noch nicht bewirtschaftet. „Die Almsaison hat noch nicht begonnen“, sagte Hans Stöckl, Geschäftsführer des Almwirtschaftlichen Vereins Oberbayern. Weil es heuer wenig Schnee gab, könnte es etwas früher losgehen als sonst – aber ein paar Wochen werden noch vergehen. „Anfang Juni kann man dieses Jahr vielleicht damit rechnen.“

Leere Hütten und Brotzeit to go

Getränke und Essen zum Mitnehmen könnten Hütten und Almbauern nach den behördlichen Regelungen jetzt schon verkaufen – wie andere Gastronomiebetriebe auch. Ein paar Hütten denken darüber nach. „Auf der einen Seite lieben die Menschen hier ihre Berge und wir wollen für Spaziergänger da sein“, sagte die Pächterin einer Hütte im Ostallgäu. „Auf der anderen Seite wollen wir dieses Angebot aber auch nicht weit streuen, damit keine Ausflügler aus anderen Regionen kommen.“ Es sei ein Balanceakt zu entscheiden, was man guten Gewissens tun könne. Wegen der schlechten Wettervorhersage habe sie sich für dieses Wochenende gegen ein Kiosk-Angebot entschieden.

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Eine Öffnung nur für die Brotzeit zum Mitnehmen könnte für Wirte derzeit eher brotlos bleiben. Erheblich weniger Wanderer als sonst sind unterwegs. Lifte und Seilbahnen sind geschlossen, viele Wanderparkplätze ebenfalls. Nicht zuletzt mahnen der DAV wie auch die Bergwacht derzeit noch zum Verzicht auf Bergsportaktivitäten, um die Unfallgefahr zu reduzieren. „Unsere Empfehlung steht: Bitte keine Bergtouren unternehmen“, sagte DAV-Sprecher Bucher.

Das soll voraussichtlich nicht für den ganzen Sommer gelten. „Wir analysieren die Situation dauernd“, sagte Bucher. „Wir warten das nächste Wochenende ab. Wir werden uns auch die Infektionszahlen ansehen und nächste Woche über eine mögliche Neuempfehlung nachdenken.“

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Wie ein regulärer Hüttenbetrieb in Corona-Zeiten aussehen könnte, ist offen. Gast- und Schlafräume bieten wenig Platz – und manche Häuser waren bisher regelmäßig überfüllt. An besonders beliebten Routen mussten Hüttenwirte teils Isomatten im Wirtsraum auslegen, weil die Matratzenlager voll waren. Und auf DAV-Hütten gilt: Wer Schutz sucht, darf nicht abgewiesen werden. Abstand halten? Auf jeden Fall schwierig.

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