MyMz

Trends

Wenn die Milch nicht von der Kuh kommt

Hafer, Dinkel, Reis oder Cashew: Pflanzliche Milchalternativen sind im Trend. Aber können sie die Kuhmilch wirklich ersetzen?
Von Amelie Breitenhuber, dpa

Pflanzendrinks aus Nüssen, Hafer oder Lupinenkernen sind im Trend: Je nach Sorte unterscheidet sich auch der Geschmack der Milchalternativen. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn
Pflanzendrinks aus Nüssen, Hafer oder Lupinenkernen sind im Trend: Je nach Sorte unterscheidet sich auch der Geschmack der Milchalternativen. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn

Lübeck.Pflanzendrinks gehören mittlerweile in den meisten Supermärkten und Drogerien fest zum Inventar. Auch in Cafés ist der Kaffee mit Sojamilch heute kein Exot mehr auf der Karte. Als „Milch“ dürfen die Ersatzprodukte allerdings nicht bezeichnet werden, erklärt Diätassistentin und Autorin Sabine Offenborn. Dieser Begriff ist für Euter-Produkte geschützt.

Pflanzendrinks machen sich im Frühstück gut: Der Teig von Dinkelpancakes mit Apfelkompott etwa lässt sich mit Haferdrink herstellen. Foto: Tobias Franz/Humboldt Verlag/dpa-tmn
Pflanzendrinks machen sich im Frühstück gut: Der Teig von Dinkelpancakes mit Apfelkompott etwa lässt sich mit Haferdrink herstellen. Foto: Tobias Franz/Humboldt Verlag/dpa-tmn

Längst geht das Angebot an Milchalternativen über Soja-Getränke hinaus. Im Sortiment finden sich Drinks aus Hafer, Mandel, Reis, Dinkel, Kokos, Cashew, Haselnuss oder Lupinen. Wer sich zum ersten Mal daran wagt, sollte beachten: „Geschmack, Konsistenz und Farbe sind komplett anders als bei der Kuhmilch“, sagt Offenborn.

Viele verschiedene Geshmacksrichtungen

Die Geschmacksnoten variieren. „Die Varianten schmecken sehr unterschiedlich“, sagt Oecotrophologin Petra Kipp, die ein Buch zum milchfreien Kochen verfasst hat. „Ich sollte mir deshalb immer überlegen: Was möchte ich machen, und was passt am besten dazu?“

Petra Kipp ist Diplom-Oecotrophologin und Kochbuchautorin. Foto: Moris Lauinger/Lauinger Verlag/dpa-tmn
Petra Kipp ist Diplom-Oecotrophologin und Kochbuchautorin. Foto: Moris Lauinger/Lauinger Verlag/dpa-tmn

Im Pfannenkuchenteig etwa lässt sich ihrer Empfehlung nach am besten ein Hafer- oder Dinkeldrink verwenden. Beim Backen kommt bei der Ernährungsexpertin auch Sojadrink zum Einsatz. Für süße Nachspeisen sei Reisdrink geeignet. Dinkeldrink kommt eher mild-nussig daher und ist auch pur zu genießen. Mit seinen getreidigen Aromen passt er gut ins Müsli. Mandeldrink ist dagegen besonders süß. Der Drink und macht sich gut in „Goldener Milch“.

Im Vergleich zur Kuh-Milch muss man sich bei pflanzlichen Drinks auf eine andere Konsistenz einstellen. Die Milchalternativen sind Offenborn zufolge längst nicht so cremig. Um Suppen oder Soßen zu verfeinern, ließen sich aber zum Beispiel Sahne-Ersatz-Produkte aus Soja oder Hafer verwenden. Die Produkte finden Verbraucher etwa als „Creme cuisine“ im Handel.

Zur Herstellung herzhafter Ofenpfannkuchen mit Pilzen eignet sich Haferdrink. Zusammen mit Mehl, Eiern, Mineralwasser und etwas Salz wird der Teig im Ofen gebacken. Foto: Lauinger Verlag/dpa-tmn
Zur Herstellung herzhafter Ofenpfannkuchen mit Pilzen eignet sich Haferdrink. Zusammen mit Mehl, Eiern, Mineralwasser und etwas Salz wird der Teig im Ofen gebacken. Foto: Lauinger Verlag/dpa-tmn

Erhitzen, aufschäumen, Aufläufe verfeinern, all das geht auch mit Pflanzendrinks. Nur eines können die Ersatzprodukte nicht leisten: „Aufschlagen kann man das nicht“, sagt Offenborn. Einzig Kokoscreme bekomme man ein bisschen fester hin.

„Ich finde, im Kaffee schmeckt immer noch die Hafermilch am besten.“

Yuri Marschall, Deutscher Latte Art Meister

Der amtierende Deutsche Latte Art Meister Yuri Marschall trinkt selbst keine Kuhmilch und ist Fan der pflanzlichen Alternativen. Auch wenn er seinen Kaffee in der Regel pur genießt, hat er einen Favoriten unter den veganen Drinks. „Ich finde, im Kaffee schmeckt immer noch die Hafermilch am besten.“ Mandelmilch habe einen zu intensiven Eigengeschmack, und auch Soja kann bei ihm nicht punkten.

Kurkuma macht Goldene Milch so leuchtend gelb. Mandeldrink schmeckt süß und passt besonders gut in das würzige Getränk. Foto: Tobias Franz/Humboldt Verlag/dpa-tmn
Kurkuma macht Goldene Milch so leuchtend gelb. Mandeldrink schmeckt süß und passt besonders gut in das würzige Getränk. Foto: Tobias Franz/Humboldt Verlag/dpa-tmn

Einen Cappuccino mit fluffigem Milch-Häubchen bekommt man dem Kaffee-Experten zufolge am besten mit den speziellen Barista-Editionen der Milchalternativen hin.

Mit Kuhmilch können die veganen Milchsorten zwar noch nicht ganz mithalten, wenn es um „Latte Art“ geht. Aber sie lassen sich inzwischen auch „sehr, sehr gut“ schäumen, wie Marschall sagt. Hafermilch sollte man dabei etwas mehr schäumen: „Sie ist generell etwas flüssiger, und damit der Schaum nicht zerfließt, sollte sie etwas steifer geschäumt werden.“

Auf Inhaltsstoffe achten

Sabine Offenborn rät, beim Kauf genau auf die Inhaltsstoffe zu gucken. „Bei Mandeldrinks zum Beispiel hat man manchmal sieben oder zehn, manchmal elf Prozent enthaltene Mandeln. Das ist ja gerade mal der Bodensatz“, sagt sie.

Die Pflanzendrinks selbst zu machen, lohnt sich daher aus ihrer Sicht. Die Herstellung sei grundsätzlich relativ einfach und funktioniere mit allen Basisprodukten ähnlich: Aus gröberen Kernen wie Mandeln stellt man ein Mehl her, Hafer lässt sich als Blatt verwenden. „Das kocht man dann auf, und daraus entsteht der Drink.“

Weitere interessante Tipps, News und Artikel rund ums Thema Genuss gibt es hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht