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Hopfenspezialitäten

Wenn Hopfen auf Kakao trifft

Die Mainburger Manufaktur Lutzenburger verwöhnt Naschkatzen mit Bierschokolade. Nun kommt eine neue süße Sünde dazu.
Von Michaela Schabel

  • Lutzenburger Schokolade wird auch per Hand eingewickelt, im eigenen Laden oder in Confiserien verkauft und nur auf Anfrage verschickt. Foto: Lutzenburger
  • „Bier & Korn“-Schokolade gibt es inzwischen auch in Berlins renommierter Confiserie im KaDeWe zu kaufen. Foto: Schabel

Mainburg.Das „grüne Gold“ der Hallertau ist nach wie vor der Hopfen. Er macht sehr viel Arbeit. Jeden Tag will der Hopfengarten seinen Herrn sehen. Beste Qualität aus der Hallertau stemmt sich inzwischen weltweiter Konkurrenz entgegen. Grund genug, immer neue Spezialitäten aus Hopfen zu entwickeln. Ein ziemlich ausgefallenes Produkt ist die Geschmackskombination von Schokolade und Hopfen. Die Produktpalette bietet mit einer Vollmilch- und Bitterversion Schokoladenliebhabern neue Geschmackserlebnisse.

Hans Peter Lutzenburger, gelernter Konditormeister, ist immer auf der Suche nach neuen Produkten. Neben der Likörproduktion, dem „Hallertauer Hopfengold“ mit 56 Prozent Alkoholgehalt, einem goldfarbenen, feinherben Kräuterlikör und dem dunklen Hopfen-Kräuter-Likör „Luzetto“ mit 32 Prozent Alkoholgehalt, wurde die hauseigene Confiserie und Schokoladenherstellung zum zweiten Standbein der Manufaktur. Schon vor 20 Jahren entwickelte Lutzenburger die „Hopfenschokolade“.

Drei verschiedene Sorten

Wenn Hopfen die Schokolade küsst, ergeben sich spannende Geschmacksrichtungen. Inzwischen gibt es bereits drei unterschiedliche Bierschokoladen. Bitterschokolade und Hopfen passen geschmacklich bestens zusammen. Der Edelkakao Criollo wird verwendet. Sein mild bitteres Aroma, kultiviert von peruanischen und karibischen Kleinbauern, passt hervorragend zum fruchtigen, feinherben kräftigen Geschmack des „Hallertauer Hopfengolds“. Der Likör entwickelt sein Aroma in einem weißen Schokoladenkern, umhüllt von der dunklen, 70-prozentigen Kakaohülle. Ein noch höherer Kakaoanteil indes würde das Aroma der „Hopfenschokolade“ schmälern, weshalb 85-prozentige Hopfenschokolade nicht hergestellt wird. Nach einer halbjährigen Experimentierphase, unterbrochen immer wieder mit Geschmacksproben, ging die „Hopfenschokolade“ einst mit 100 Tafeln in die Produktion.

Lutzenburger Schokolade wird auch per Hand eingewickelt, im eigenen Laden oder in Confiserien verkauft und nur auf Anfrage verschickt. Foto: Lutzenburger
Lutzenburger Schokolade wird auch per Hand eingewickelt, im eigenen Laden oder in Confiserien verkauft und nur auf Anfrage verschickt. Foto: Lutzenburger

Die Schokolade wurde der Renner. Heute werden 5000 Tafeln „Hallertauer Hopfengold“ in der Manufaktur hergestellt. Die Idee, auch eine „Bierschokolade“ zu kreieren, kam Lutzenburger durch seine Kaffeehausbesucher. Während die Frauen zur sehr beliebten sonntäglichen Prinzregententorte eine Tasse Bohnenkaffee trinken, wählen die Männer meistens ein Bier. Das extrem Süße kombiniert mit dem herben Bier schien den Männern zu schmecken. So begann Lutzenburger, nach einem geeigneten Bier Ausschau zu halten. Über 25 Sorten probierte er aus und fand 40 Kilometer entfernt in der ältesten Privatbrauerei Deutschlands, der Schlossbrauerei Herrngiersdorf, seit 1899 im Besitz der Familie Pausinger, das passende Bier, den „Sündenbock“, ein Doppelbockbier. Kombiniert mit 38-prozentiger Schokolade, ebenfalls aus den Edelkakaobohnen Criollo, entstand die Schokolade „Sündenbock“.

Bei der dritten Sorte, der „Bier-Trüffel-Schokolade“, umhüllen Vollmilchschokolade und sahnige weiße Schokolade die zart schmelzende Pralinenganache, die durch bayerisches Premium-Pils eine herbe Note erhält. „Die Schokoladen sind der Renner“, schildert Lutzenburger. Es gibt eine kontinuierliche Steigerung. Dieses Jahr kommt noch die „Whiskyschokolade“ dazu. Sie war eher ein Zufallsprodukt. Als ein Kunde zehn Tafeln bestellte, mussten aus produktionstechnischen Gründen 50 hergestellt werden, die im eigenen Laden schnell Abnehmer fanden.

Im Sommer nur mit Kühltasche

Im Sortiment finden sich auch Hopfen- und Trüffelpralinen, mit dem Alleinstellungsmerkmal der Doldenform. Hochwertige Rohstoffe werden handverarbeitet. Durch das Können und die langjährige Erfahrung geht bei der Schokoladenherstellung nichts mehr schief. Die Mitarbeiter beherrschen die Kunst des richtigen Schmelzpunktes beim Auflösen, Abkühlen und Wiedererwärmen der Schokolade. Wichtig ist dann die richtige Lagerung.

Die Vermarktung der Bierschokoladen erfolgt ganz bewusst nicht online, sondern über Confiserien und Feinkostgeschäfte, damit eine sorgfältige Lagerung gewährleistet ist und die Qualität erhalten bleibt. Bei heißen Temperaturen im Sommer wird Schokolade nur verkauft, wenn der Kunde eine Kühltasche dabei hat. Im Kühlschrank sollte man die Schokolade nur lagern, wenn die Verpackung noch versiegelt ist. Ansonsten würde durch die Kondenswasser Zucker ziehen, wodurch die Schokolade grau aussieht und sich im Mund rau anfühlt. Die ideale Temperatur für die Lagerung sind 15 bis 18 Grad.

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