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Gasthaus

Bunte Bilder als Appetitanreger

Aus dem Regensburger Asia-Restaurant Saigon wurde das Peking – die hohe Kochkunst blieb dabei erhalten.
Von Wolfgang Ziegler

Koch Hu Xinshao präsentiert Garnelen auf Yu Xiang-Art in einer heißen Gusseisenpfanne. Foto: Lex
Koch Hu Xinshao präsentiert Garnelen auf Yu Xiang-Art in einer heißen Gusseisenpfanne. Foto: Lex

Regensburg.Von Saigon nach Peking sind es real knapp 3500 Kilometer. In Regensburg ist es nicht einmal ein Meter. Denn Saigon und Peking sind hinsichtlich der Örtlichkeit identisch. Beide liegen bzw. lagen in der Sternbergstraße, wo unlängst aus dem vietnamesischen Spezialitäten-Restaurant ein Chinese wurde. Ein richtiger – kein Buffet- oder All-you-can-eat-Chinese. Das Interieur ist jetzt viel schlichter als früher, dafür ist das kulinarische Angebot mindestens ebenso vielfältig wie davor – und eigentlich eine kleine Sensation.

Wir lesen in der Speisekarte von Garnelen Yu Xiang-Art, serviert in einer TieBan, einer gusseisernen Pfanne; von Schweinerippenfleisch mit Zucker, Sesam-Öl, Soja-Sauce, Essig und anderen Zutaten; von Graskarpfen in Tomatensauce; und von Wasserspinat mit Knoblauch. Wir hätten die Lektüre gerne noch etwas fortgesetzt, aber inzwischen ist uns das Wasser schon längst im Mund zusammengelaufen.

China-Restaurant Peking

  • Adresse:

    Sternbergstraße 13, 93047 Regensburg, Tel. (09 41) 58 61 67 96

  • Öffnungszeiten:

    Dienstag bis Sonntag 11.30 bis 15 Uhr und 17.30 bis 22 Uhr. Montag Ruhetag – außer an Feiertagen.

  • Besondere Infos:

    Bei sonnig-warmem Wetter kann auch im Freien gegessen werden. Das Lokal ist barrierefrei.

  • Preise:

    Vorspeisen ab 5 Euro; Hauptgerichte ab 12 Euro; Helles (0,5 l) 3,20 Euro; Wein (0,2 l) 4 Euro; Wasser (0,4 l) 2,50 Euro

Also bestellen wir unsere Appetizer, wobei genau genommen schon allein die Karte mit ihren bunten Bildchen ein Appetitanreger ist. Wir nehmen das Rindfleisch der fünf Wohlgerüche und einen Chrysanthemensalat mit Zwiebeln, Knoblauch und Koriander. Das, was wir unseren Lieben aufs Grab legen, wollen wir unbedingt probieren – und werden komplett überrascht. Der sehr pikante Salat erinnert an eine Mischung aus Rucola und Frisée und hat mit Friedhofsblumen rein gar nichts zu tun. Ein Volltreffer ist auch das hauchdünn geschnittene Rindfleisch, eine Art butterweicher Tafelspitz mit einem feinen, aber feurigen Dip.

Das gleiche Prädikat verleihen wir dem lange geschmorten Schweinebauch mit Zimt, Sternanis, Lorbeer und Ingwer in Sojasauce, der garniert mit pochiertem Shanghai-Kohl aufgetragen wird, und den scharf gebratenen Tofuwürfeln mit Chili und Hackfleisch – unseren Hauptgerichten. Sie schmecken so außergewöhnlich wie wunderbar. Das ist große chinesische Kochkunst!

Und diese setzt sich bei den Nachspeisen fort. Sage keiner, gebackene Bananen mit Honig würden überall gleich schmecken. Das ist mitnichten der Fall. Selbst bei dieser süßen asiatischen Kleinigkeit setzt das Peking Akzente.

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