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Gasthaus-Tipp

Im siebten Knödel-Himmel

Die „Knödelwerferin“ in Deggendorf lehrt ihre Gäste auf die feine Art, dass Knödel nicht immer rund sein müssen.
Von Wolfgang Ziegler, MZ

Helmut Kurz mit seinem Duett von Rehkeule und Rehnüsschen – und mit zweierlei Knödel. Foto: Tino Lex
Helmut Kurz mit seinem Duett von Rehkeule und Rehnüsschen – und mit zweierlei Knödel. Foto: Tino Lex

Deggendorf.Man schreibt das Jahr 1266, es herrscht finsterstes Mittelalter. Truppen von Ottokar von Böhmen stehen kurz vor der Erstürmung von Deggendorf. Späher erkunden bereits das Terrain – und haben eines bzw. eine übersehen: die Gattin des damaligen Bürgermeisters. Die schlägt die Spitzel nämlich in die Flucht, in dem sie sie mit ihren gerade frisch zubereiteten Knödeln bewirft.

Auf diese Sage geht der Name des schick-rustikalen Gasthauses „Zur Knödelwerferin“ am Deggendorfer Stadtplatz zurück. Nur, dass dort Wirt Helmut Kurz mit seinen Knödeln niemanden mehr in die Flucht schlägt – im Gegenteil: Er verwöhnt seine Gäste mit feiner regionaler Küche, setzt Akzente mit internationalen Schmankerln, betont bei seinen Gerichten oft genug – nomen est omen – die Knödelnote des Lokals und demonstriert auch, dass Knödel nicht immer rund sein müssen.

Wir machten die Probe aufs Exempel und orderten in dem 2012 in den früheren Räumlichkeiten der Deggendorfer Tourist-Info eröffneten Lokal, alles, was Knödel in Namen führt: Leberknödel, Brotknödel, Eisknödel – in dieser Reihenfolge. Wer sonst als der Wirt der „Knödelwerferin“ soll es schließlich besser wissen, wie man sie wirft, respektive dreht? Helmut Kurz steht übrigens nicht nur selbst in der Küche, er bringt auch das Wild aus seinem eigenen Revier nach Hause.

Der Mensch lebt allerdings nicht von Knödeln allein und so bestellten wir sie mit „Garnitur“: die Leberknödel mit einer feinen, perfekt gewürzten Rindssuppe, die dreieckigen gebackenen und angebratenen Brotknödel umgeben von einem Duett von Rehkeule und Rehnüsschen an Cassissoße, und die in Kokos-, Haselnuss- und Pistazien-Streusel gewälzten Eisknödel, die auf der Karte als „Kaltes Knödeltrio“ angedient werden, mit frechen Früchtchen der Saison als „Beilage“.

Und egal, ob heiß oder kalt, rund oder eckig, in der Küche der „Knödelwerferin“ versteht man es trefflich, mit der bayerischen Nationalbeilage bzw. -einlage bzw. -speise umzugehen. Und mit dem ganzen Drumherum auch.

Die wichtigsten Infos über das Restaurant in aller Kürze:

Knödelwerferin

  • Adresse:

    Gasthaus zur Knödelwerferin, Schlachthausgasse 1, 94469 Deggendorf, Tel. (09 91) 47 67, http://www.knoedelwerferin.de

  • Öffnungszeiten:

    Dienstag bis Sonntag von 9 bis 24 Uhr (am Wochenende manchmal ein bisschen länger)

  • Weitere Infos:

    Nicht barrierefrei, aber das Personal hilft auf Nachfrage gerne weiter.

  • Preisbeispiele:

    Suppen: ab 3,90 Euro, Vorspeisen: ab 8,50 Euro, Hauptgerichte: ab 9,80 Euro, Getränke: Helles (0,5 1) ab 3 Euro, Wein (0,2 l) ab 5,50 Euro

Die Lage des Restaurants in Deggendorf:

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