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Gasthaus

Das Bolero’s macht den Deckel drauf

Die Tapas-Bar in der Regensburger Oberen Bachgasse gegenüber dem Hemingway’s könnte auch in Madrid stehen.
Von Wolfgang Ziegler

Claudio Alexe, der Chef höchstpersönlich, serviert „Salmòn Frito“ (gebratenen Lachs) und Tortilla con salchicha de sangre (Tortilla mit gebratener Blutwurst und pochiertem Ei). Foto: Lex
Claudio Alexe, der Chef höchstpersönlich, serviert „Salmòn Frito“ (gebratenen Lachs) und Tortilla con salchicha de sangre (Tortilla mit gebratener Blutwurst und pochiertem Ei). Foto: Lex

Dass die bereits seit einem Vierteljahrhundert etablierte Cocktail-Bar Hemingway’s und die vor wenigen Monaten eröffnete Tapas-Bar Bolero’s in der Oberen Bachgasse in Regensburg ein friedliches Nebeneinander beziehungsweise Gegenüber pflegen, hat einen ganz profanen Grund: Beide Locations gehören zur selben Gastro-Group. Und beide ergänzen sich: Auf die Drinks des Hemingways’s macht das Bolero’s sozusagen den Deckel drauf.

Denn mit Tapas (dt. Deckel), auf die das Bolero’s spezialisiert ist, bedeckte man ab dem 13. Jahrhunderts in Spanien sein Glas oder seinen Trinkbecher, damit man keine Fliegen oder anderes Getier in seinem Getränk hatte. Zunächst eine einfache Scheibe Brot, wurden die Tapas immer variantenreicher und immer feiner. Wer einmal durch die kleinen Bars in der Altstadt von Madrid gezogen ist, weiß, wie reichhaltig die Palette an Tapas in deren Heimat sein kann.

Bolero’s

  • Adresse:

    Bolero’s, Obere Bachgasse 6, 93047 Regensburg, Tel. (01 78) 9 30 04 32, boleros-tapas.de

  • Öffnungszeiten:

    Tägl. ab 18 Uhr

  • Besondere Infos:

    In der warmen Jahreszeit kann man in einem schönen Innenhof sitzen. Die Toiletten sind mit Rollstühlen nicht zugänglich.

  • Preise:

    Brotkorb 1,50; Tapas 2,90 bis 7,80; Desserts ab 4,50 Euro. Hausgemachte Limonaden ab 5,50 Euro; Tafelwasser (0,7 l) 5,40 Euro; Helles (0,3 l) 3,30 Euro; Hauswein (0,1 l) 2,80 Euro

  • „Ein Gasthaus“

    – das ist, liebe Leser, eine Momentaufnahme. Die Beschreibung eines Essens, die – meist – genießerische Erinnerung an Geschmack und Atmosphäre. Eine subjektive Sache also, ein Tipp, der Ihnen empfiehlt: Gehen Sie hin, bilden Sie sich Ihr Urteil.

Die gut 2000 Kilometer kann man sich inzwischen allerdings sparen. Denn das, was das Bolero’s auf den Tisch bringt, steht den spanischen Originalen in nichts nach. Wir haben es ausprobiert.

Wir starteten mit vermeintlich einfachen „Deckelchen“, wurden aber schon dabei angenehm überrascht: Wir bekamen einen Korb mit zwei (!) Brotsorten, eine Aioli zum Hineinlegen, einen Manchego wie in Kastilien-La Mancha, kräftige schwarze Oliven und einen hauchdünn geschnittenen Serrano – und wir wussten schnell, dass der Abend ein kulinarischer Erfolg werden würde. Das bestätigte sich, als wir mit gebratenen Jakobsmuscheln an einer hausgemachten Sauce und einer Tortilla mit gebratener Blutwurst sowie frittierten Sardellen weitermachten. Das können die Spanier nicht besser!

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Dazu nahmen wir zunächst hausgemachte Limonaden – einmal mit Holundersirup und frischer Minze, einmal mit frischem Ingwer, Zitronengras und Gingerbier. Die bekommt man in dieser Güte auch nicht an jeder Ecke. Genauso wenig wie übrigens den Hauswein, der qualitativ ebenfalls weit oben anzusiedeln ist.

Das Häppchen-Dinner rundeten wir mit zwei Glücklichmachern ab: einer Crema Catalana und einem warmen Schokoladenkuchen. Mmmh!

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