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Gastrotipp

Heimischen Fisch an der Angel

Braten und Bier kennen wir – aber auch wenn’s um Forelle und Karpfen geht, ist der „Jacob“ in Bodenwöhr eine prima Adresse.
Von Wolfgang Ziegler

Markus Wisneth (r.) und Biersommelier Alexander Jacob servieren eine Forelle „Müllerin Art“ in Mandelbutter mit Salzkartoffeln. Foto: Tino Lex
Markus Wisneth (r.) und Biersommelier Alexander Jacob servieren eine Forelle „Müllerin Art“ in Mandelbutter mit Salzkartoffeln. Foto: Tino Lex

Bodenwöhr.Der Karpfen ist zwar nicht unbedingt der edelste Fisch, aber er ist nun mal daheim in der Oberpfalz – wenngleich er auf den Tellern der Regensburger Gastronomie offenbar schon ausgestorben ist. Dort kann man sich eher einen Zander oder eine Forelle angeln, als einen Karpfen.

Wir machten uns im Land der Seen, Teiche und Weiher auf die Suche nach dem schwimmenden Ureinwohner. Paniert sollte er sein, weil er „blau“, also süß-sauer im Zwiebelsud, nicht unseren Geschmack trifft. Fündig wurden wir im Gasthof Jacob in Bodenwöhr im Landkreis Schwandorf, dem Mutterhaus der gleichnamigen Brauerei. Dort bekamen wir den an Gräten nicht armen Fisch sogar als Filet serviert.

Wir wollten nicht nur Karpfen essen, sondern auch das Restaurant und seine Küche kennenlernen. Also stiegen wir nach einem Aperitif mit einer Pfannkuchensuppe ein, die in einer kleinen Löwenkopf-Terrine gereicht wurde. Die Consommé war nicht nur ein optischer Genuss!

Der Brauerei-Gasthof Jacob

  • Adresse: Ludwigsheide 2, 92439 Bodenwöhr, Tel. (0 94 34) 94 10 41

  • Öffnungszeiten: Täglich 7 bis 23 Uhr, warme Küche bis 21.30 Uhr, So bis 20 Uhr.

  • Besondere Infos: Die Toiletten sind – mit einen kleinen Umweg – barrierefrei zu erreichen.

  • Preise: Suppen ab 3,50 Euro; Hauptgerichte (Schweinebraten) ab 9,50 Euro; Fischgerichte ab 15,50 Euro; Helles (0,5 l) 2,90 Euro; Mineralwasser (0,5 l) 2,50 Euro; Wein (0,25 l) 5,50 Euro

  • „Ein Gasthaus“ – das ist, liebe Leser, eine Momentaufnahme. Die Beschreibung eines Essens, die – meist – genießerische Erinnerung an Geschmack und Atmosphäre. Eine subjektive Sache also, ein Tipp, der Ihnen empfiehlt: Gehen Sie hin, bilden Sie sich Ihr Urteil.

Dann also der Fisch: Um uns einen Überblick zu verschaffen, bestellten wir nicht nur das gebackene Karpfenfilet, sondern auch eine gebratene Forelle. Wir wählten jene mit Mehl bestäubte Art, die sich deshalb „Müllerin“ nennen darf. Wir waren neugierig, wer das Rennen machen würde: Forelle oder Karpfen?

„Wir waren neugierig, wer das Rennen machen würde: Forelle oder Karpfen?“

Aber letztlich gingen die Fische, so unterschiedlich sie auch sein mögen, Maul an Maul über die Ziellinie – beide waren ein Gedicht, butterweich, fein zubereitet und schön angerichtet.

Ebenfalls eine positive Überraschung war das Dessert, von dem wir nur eines nahmen, weil wir eigentlich schon satt waren, eine süße Kleinigkeit, die aber trotzdem immer geht: Es gab eine Panna cotta, die nicht nur hausgemacht war, sondern zudem im XXL-Format auf den Tisch kam – und genauso groß(artig) schmeckte.

Um ein wenig Wasser in den Wein zu gießen: Einen Punktabzug gab es, weil wir nur einen Weiß- und einen Rotwein auf der Karte fanden, und zwar unter der merkwürdigen Rubrik „Seltene Gäste“. Mit Wein könnte doch auch ein Brauerei-Gasthof souveräner umgehen.

Lust auf mehr Genuss? Hier geht es zu weiteren Gasthaustipps unserer Aufgetischt-Redaktion!

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