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„Zarte Küsse“ aus der Alpenrepublik

Vom Regensburger Haidplatz nach Salzburg sind es nur wenige Meter. Im Dicken Mann werden österreichische Schmankerl serviert.
Von Wolfgang Ziegler

Servicekraft Iliana serviert Schweinefiletmedaillons auf Portwein-Jus mit Grillgemüse und Rosmarinkartoffeln.
Servicekraft Iliana serviert Schweinefiletmedaillons auf Portwein-Jus mit Grillgemüse und Rosmarinkartoffeln. Foto: Tino Lex

Regensburg.Der Name klingt wie ein Versprechen: Dicker Mann. Die Krebsgasse, ein schmaler Steig in der Regensburger Altstadt, in dem kaum zwei dicke Männer nebeneinander gehen können, führt zu dem charmant-rustikalen Lokal, das stilistisch irgendwo zwischen Restaurant und Wirtshaus und kulinarisch zwischen Österreich und Bayern angesiedelt ist.

Nur hier gibt es etwa die weltberühmten Salzburger Nockerln im Original. Kein Wunder: Pächter Anton Weißenbacher ist im Schatten der Festung Hohensalzburg geboren, womit ihm das kulinarische Wahrzeichen seiner Stadt quasi in die Wiege gelegt wurde. Grund genug dem Salzburger, seinen Nockerln und dem Dicken Mann als solchem einen Besuch abzustatten.

Das Gasthaus

  • Adresse:

    Dicker Mann, Krebsgasse 6, 93047 Regensburg, Telefonnummer (09 41) 57 37 0

  • Öffnungszeiten:

    Täglich von 9 bis 1 Uhr geöffnet, durchgehend warme Küche bis 23 Uhr.

  • Besondere Infos:

    Bei schönem Wetter kann man auch im Freien sitzen. Die Toiletten sind nicht behindertengerecht.

  • Preise:

    Vorspeisen und Suppen ab 5,50 Euro; Hauptgerichte ab 12,50 Euro; Brotzeiten ab 8,50 Euro; Mineralwasser (0,25l) 2,50, Bier (0,5l) ab 3,60, Wein (0,25l) ab 5,60 Euro erhältlich.

  • „Ein Gasthaus“

    – das ist, liebe Leser, eine Momentaufnahme. Die Beschreibung eines Essens, die – meist – genießerische Erinnerung an Geschmack und Atmosphäre. Eine subjektive Sache also, ein Tipp, der Ihnen empfiehlt: Gehen Sie hin, bilden Sie sich Ihr Urteil.

Kleine lauschige Nischen, ein gediegenes Interieur und ein hübscher Innenhof – optisch gab uns der Dicke Mann schon beim Betreten ein gutes Gefühl. Das steigerte sich durch das jederzeit freundliche und aufmerksame Service-Personal und die vielseitige Speisekarte, die wir bei einem Gläschen Prosecco studierten. Wenn man schon bei einem Österreicher zu Gast ist, sollte man auch die Spezialitäten der Alpenrepublik probieren, meinten wir. Und so bestellten wir vorneweg eine Kaspressknödelsuppe, die uns sogleich überzeugte und sozusagen den Weg ebnete für die Hauptgerichte.

Die bestanden aus einem in Butterschmalz gebratenem Wiener Schnitzel mit Kartoffel-Gurkensalat und Preiselbeeren – also wiederum einem österreichischen Original – sowie einem ganz besonderen Zwiebelrostbraten: mit Senf bestrichene Rinderlende an hausgemachter Kräuterbutter, und dazu knusprige Bratkartoffeln sowie ein Salat vom Wochenmarkt. Wir waren sowohl optisch als auch geschmacklich überrascht – die Senf-Komponente ist eine interessante Variation.

Gasthaus

Das Opatija lässt vom Balkan träumen

Vinko Kustic serviert in seinem Restaurant in Winzer kroatische Küche – mediterran, ehrlich und einfach lecker.

Beim Dessert blieben wir natürlich ebenfalls im Nachbarland und wählten – wie könnte es anders sein – jene Nockerl, die Peter Alexander einst mit „süß wie die Liebe und zart wie ein Kuss“ besang. Beim Dicken Mann waren sie das wirklich.

Umrundet wurde unser Dinner von einem feinen Gemischten Satz vom Weingut Martinshof am Neusiedler See – auch ein Highlight.

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