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Jahreswechsel

Ärzte sehen Hausbesuche in Gefahr

Kassenmediziner drängen auf spürbar mehr Geld für die Visite am Krankenbett; sonst sei sie wirtschaftlich nicht tragbar.

Kassenärzte dringen auf spürbar mehr Geld für Hausbesuche. Foto: Rolf Vennenbernd/Illustration/dpa
Kassenärzte dringen auf spürbar mehr Geld für Hausbesuche. Foto: Rolf Vennenbernd/Illustration/dpa

Berlin.„Wenn wir die Vergütung für Hausbesuche nicht deutlich anheben, werden sie perspektivisch nicht mehr stattfinden können“, sagte der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, der Deutschen Presse-Agentur. „Das Versorgungsproblem zeichnet sich schon am Horizont ab.“ Bisher habe in Verhandlungen mit dem Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) keine Verbesserung erreicht werden können. „Da bleiben wir dran.“

Hausbesuche würden derzeit mit etwa 23 Euro vergütet, erläuterte der KBV-Chef. „Plus Fahrpauschale reden wir von einer Größenordnung von 25 Euro.“ Mit An- und Abfahrt und Parkplatzsuche sei dafür in einer Stadt wie Berlin schnell eine Stunde vorbei. „Wenn der Klempner kommt, nimmt er schon teilweise 45 Euro für die Anfahrt. Da hat er die Tasche noch nicht mal ausgepackt.“

Wenn der Klempner kommt, nimmt er schon teilweise 45 Euro für die Anfahrt. Da hat er die Tasche noch nicht mal ausgepackt.“

Andreas Gassen

Problematisch sei, dass ein Arzt in der Zeit seine Praxis zumachen müsse. „Er ist ja unterwegs. Aber die Kosten laufen weiter.“ Viele machten Hausbesuche deswegen am Mittwochnachmittag oder abends. Leidtragende der Situation seien „die Kollegen, die ihre Patienten nicht im Stich lassen wollen – und die Patienten, die keine Ärzte mehr finden, die wirtschaftlich darstellbar Hausbesuche machen“. Um eine „unsanfte Landung“ zu vermeiden, gelte es zügig etwas zu tun. Für Verhandlungen mit dem GKV-Spitzenverband hatte die KBV bereits eine Anhebung auf 30 Euro pro Hausbesuch ins Spiel gebracht.

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