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Telemedizin

Rhön-Klinikum will groß einsteigen

Digitale Arztbesuche via Video und Telefon? Das soll bald Wirklichkeit werden. Das Rhön-Klinikum steigt in Telemedizin ein.

Die bei der Telemedizinstudie Fontane verwendete Sendestation wird bei der Pressekonferenz der Universitätsklinik Charite zu den Studienergebnissen präsentiert. Foto: Christoph Soeder/Archiv/
Die bei der Telemedizinstudie Fontane verwendete Sendestation wird bei der Pressekonferenz der Universitätsklinik Charite zu den Studienergebnissen präsentiert. Foto: Christoph Soeder/Archiv/

Bad Neustadt.Angesichts drohenden Ärztemangels auf dem Land steigt der private Krankenhauskonzern Rhön-Klinikum in die Telemedizin ein. Das unterfränkische Unternehmen will ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem Schweizer Telemedizinanbieter Medgate gründen, das digitalen Arztbesuche per Video und Telefon und Smartphone-App anbieten soll. Rhön-Klinikum will mit 51 Prozent die Mehrheit an dem geplanten Joint Venture halten, wie der im SDAX notierte Konzern am Donnerstag in Bad Neustadt mitteilte. Der Plan ist ehrgeizig, die neue Medgate Deutschland soll Marktführer werden.

Wie viel beide Firmen investieren, enthüllten Rhön-Klinikum und Medgate nicht. Abgesehen von den Deutschland-Plänen überlegt Rhön-Klinikum auch, mit den Schweizern gemeinsam auf internationaler Bühne im Telemedizingeschäft aktiv zu werden.

Deutschland gilt als Entwicklungsland

Der Anlass: Die Mehrheit der Ärzte in ländlichen Regionen ist vorgerückten Alters, sodass der Bedarf an Beratung via Handy oder Computer in den kommenden Jahren steigen wird. Außerdem erwarten Fachleute generell starkes Wachstum von Telemedizinangeboten.

Der Ärztetag hatte im vergangenen Jahr das sogenannte Fernbehandlungsverbot gelockert – dieses schrieb vor, dass Ärzte ihnen unbekannte Patienten ausschließlich persönlich beraten durften.

Deutschland gilt bislang in Sachen Telemedizin als Entwicklungsland. „Das Potenzial in Deutschland ist riesig“, erklärte Medgate-Chef Andy Fischer. In den USA sind Google und Microsoft an Telemedizinangeboten beteiligt. In der Branche gilt als möglich bis wahrscheinlich, dass die zwei US-Konzerne auch in diesem Bereich nach Europa drängen werden.

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