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Hautpflege

Tipps für Sonnenanbeter

Bräune von der Sonne oder aus dem Solarium mag gut aussehen – ist aus Sicht von Experten aber alles andere als gesund.
Von Sabine Meuter

Neben Sonnencreme ist für einen optimalen Sonnenschutz auch ein Hut wichtig. Foto: Christin Klose/dpa
Neben Sonnencreme ist für einen optimalen Sonnenschutz auch ein Hut wichtig. Foto: Christin Klose/dpa

Buxtehude.Raus ins Freie und die Sonne genießen: Das Licht und die Wärme streicheln die Seele, setzen Glückshormone frei und steigern so das Wohlbefinden. Zudem sorgt die ultraviolette Strahlung (UV-Strahlung) dafür, dass der Körper das lebenswichtige Vitamin D3 produziert und somit den Knochenbau unterstützt.

So viel zu den guten Seiten. Doch für Dermatologen steht fest: Zu viel Sonne schadet der Haut. „Wer sich braun gebrannt präsentiert, zeigt im Prinzip, dass seine Haut einen bösen Schaden erlitten hat“, sagt Prof. Eckhard Breitbart. Er ist Erster Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP).

Negative Hautveränderungen

Das Problem beim Sonnen: Viele unterschätzen die UV-Strahlung. Sie ist für das menschliche Auge unsichtbar und dringt tief in die Haut ein. „Die UV-Strahlung kann das genetische Material in der Haut nachhaltig negativ verändern“, erklärt der Dermatologe Prof. Thomas Dirschka aus Wuppertal. Die Folge: vorzeitige Hautalterung und schlimmstenfalls Hautkrebs.

Eine Frau bekommt den Rücken mit Sonnencreme eingecremt. Es gibt keine gesunde Bräune, lautet ein Dogma von Hautärzten. Denn die Haut schützt sich so vor intensiver Sonneneinstrahlung. Wenn ein Sonnenbrand auftritt, hat die Zeit für einen Selbstschutz nicht ausgereicht. Die Folgen können schwerwiegend sein. Foto: Stephanie Pilick/dpa
Eine Frau bekommt den Rücken mit Sonnencreme eingecremt. Es gibt keine gesunde Bräune, lautet ein Dogma von Hautärzten. Denn die Haut schützt sich so vor intensiver Sonneneinstrahlung. Wenn ein Sonnenbrand auftritt, hat die Zeit für einen Selbstschutz nicht ausgereicht. Die Folgen können schwerwiegend sein. Foto: Stephanie Pilick/dpa

Die Erkrankung tritt dabei oft nicht unmittelbar nach der Schädigung durch UV-Strahlung auf, sondern Jahrzehnte später. „Es gibt Fälle, in denen Leute in ihrer Kindheit ihre Haut durch zu viel Sonne geschädigt haben und später im Alter von 50 oder 60 Jahren Hautkrebs bekamen“, berichtet Breitbart.

Und: Die Häufigkeit dieser Art von Tumoren nimmt weltweit rasant zu. Besonders betroffen sind hellhäutige Menschen. Die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) verweist auf eine Studie, nach der Forscher bis zum Jahr 2030 eine Verdopplung der Erkrankungszahlen an hellem Hautkrebs erwarten.

Hohes Hautkrebsrisiko

Auch Breitbart rechnet mit einer solchen Zunahme – wobei es dafür wohl mehrere Gründe gibt. „Dazu gehört unter anderem, dass sich Menschen ungeachtet aller Warnungen ohne ausreichenden Schutz über einen längeren Zeitraum der prallen Sonne aussetzen“, sagt Breitbart. Immer noch komme es massenhaft zu Sonnenbränden.

Ein Spaziergänger läuft bei strahlendem Sonnenschein über eine Wiese. Jedoch sollte man das nicht täglich machen. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Ein Spaziergänger läuft bei strahlendem Sonnenschein über eine Wiese. Jedoch sollte man das nicht täglich machen. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Ein oder zwei Sonnenbrände führen zwar nicht unbedingt zum Hautkrebs. Aber die Haut merkt sich die Schädigung. Summiert sich im Lauf des Lebens die Zahl der Sonnenbrände, erhöht dies auch das Risiko für Hautkrebs. „Irgendwann ist das Fass übergelaufen“, erklärt Dirschka.

Doch was folgt daraus? „In jedem Fall ist Maßhalten angesagt“, sagt Breitbart. Akzeptabel sei, etwa zwei- bis dreimal in der Woche für zehn bis 15 Minuten in der Sonne spazieren zu gehen. „Das hebt die Stimmung und sorgt für die Bildung von ausreichend Vitamin D3“, erklärt der Experte.

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Schutz von Haut und Kopf

Generell sollte man die Mittagssonne aber eher meiden, da sie dann am intensivsten ist. „Das heißt: zwischen 11 und 15 Uhr eher im Schatten bleiben“, rät Dirschka, der Mitglied im Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD) ist. Nicht empfehlenswert ist zudem, den Körper ungeschützt über einen längeren Zeitraum der Sonne auszusetzen.

Am besten mit Hut: Wer sich viel in der Sonne aufhält, sollte die Haut vor der gefährlichen UV-Strahlung schützen. Foto: Christin Klose/dpa
Am besten mit Hut: Wer sich viel in der Sonne aufhält, sollte die Haut vor der gefährlichen UV-Strahlung schützen. Foto: Christin Klose/dpa

Und wer sich doch in der Sonne aufhält, sollte eine Kopfbedeckung mit breiter Krempe tragen. Sie schützt Augen, Ohren, Gesicht und Nacken vor der UV-Strahlung. Auch die übrigen Körperteile sollten bedeckt sein – beispielsweise mit einem langärmeligen T-Shirt.

Unbedeckte Körperteile schützt man mit Sonnencreme. Kinder und hellhäutige Menschen sollten dafür eine Lotion mit mindestens Lichtschutzfaktor 30 verwenden, empfiehlt Breitbart. Um die Augen zu schützen, ist eine Sonnenbrille mit hundertprozentigem Schutz vor UV-Strahlung nötig.

Bedenkenlose Alternative

Apropos UV-Strahlung: Neben der natürlichen gibt es auch eine künstliche Variante – in Solarien. Auch hier gilt: „Ein Aufenthalt oder gar regelmäßige Aufenthalte auf einer Sonnenbank sind nicht empfehlenswert“, erklärt Dirschka. Die intensive UV-Strahlung kann die Haut vorzeitig altern lassen und ebenfalls zum Hautkrebs führen.

So schädlich wie echtes Sonnenlicht: Von regelmäßigen Aufenthalten im Solarium raten Hautärzte eher ab. Foto: Monique Wüstenhagen/dpa
So schädlich wie echtes Sonnenlicht: Von regelmäßigen Aufenthalten im Solarium raten Hautärzte eher ab. Foto: Monique Wüstenhagen/dpa

Wer ungeachtet dessen nicht auf einen Solariumbesuch verzichten möchte, sollte sich das Sonnenstudio genau ansehen. So dürfen dort zum Beispiel nur Geräte zum Einsatz kommen, die eine maximale Bestrahlungsstärke von 0,3 Watt pro Quadratmeter nicht überschreiten.

Wer wegen der UV-Strahlung Sonne und Solarien meidet, aber trotzdem braun werden will, hat noch eine Alternative: Selbstbräuner. „Die Cremes können ohne jede Bedenken verwendet werden“, so Breitbart.

Vorsichtiges Auftragen

Auftragen sollte man sie am besten nach dem Duschen und einem Ganzkörperpeeling. Wer auf Nummer sicher gehen will, greift dabei zu einem getönten Selbstbräuner, der der Haut innerhalb kurzer Zeit eine leichte Tönung verleiht. Der Vorteil: „Man sieht sofort, ob die Farbe wirklich gleichmäßig aufgetragen ist oder man nachbessern muss“, erklärt Elena Helfenbein, Expertin für den VKE-Kosmetikverband.

Bevor Selbstbräuner auf die Haut kommt, sollte man ein Peeling benutzen. Foto: Monique Wüstenhagen/dpa
Bevor Selbstbräuner auf die Haut kommt, sollte man ein Peeling benutzen. Foto: Monique Wüstenhagen/dpa

Ganz wichtig: Die Augenbrauen und den Haaransatz beim Auftragen auslassen. „Sonst wird das Ergebnis fleckig“, rät Helfenbein. Nach etwa zwei bis drei Stunden zeigt die Haut dann bereits eine schöne Tönung. Selbstbräunende Creme oder Lotion ist allerdings schwer aus der Kleidung herauszukriegen. „Beim Auftragen also möglichst keine Wäsche oder nur Unterwäsche tragen“, rät Helfenbein. Die Bräune durch Creme oder Lotion ist etwa drei bis vier Tage sichtbar.

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