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Fitness

Wandern im Wald hilft, gesund zu bleiben

Der Kreis Schwandorf nimmt am Modellprojekt „Netzwerk Generation 55plus“ teil. Neben Ernährung ist Bewegung ein Schwerpunkt.
Von Renate Ahrens

Lorna Simone Baier (Mitte) ist zertifizierte Gesundheitswanderführerin. Foto: Renate Ahrens
Lorna Simone Baier (Mitte) ist zertifizierte Gesundheitswanderführerin. Foto: Renate Ahrens

Bodenwöhr.Die hohen Temperaturen von 30 Grad sind hier im Wald kaum spürbar. Die Vögel zwitschern, würzig duftet es nach Moos und Kiefernnadeln. „Jetzt die Arme beim Gehen hochnehmen und tief einatmen“, gibt die Gesundheitswanderführerin Lorna Simone Baier vor. Die Gruppe läuft gemächlich auf einem idyllischen Pfad entlang des Weichselbrunner Weihers in Bodenwöhr.

Unter dem Motto „Kleine Schritte - große Wirkung“ ist diese Aktion Teil eines Modellprojekts des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaften und Forsten. In zehn bayerischen Landkreisen, darunter auch Schwandorf, werden alltags- und praxisnahe Bildungsveranstaltungen zur Ernährung und Bewegung ab der Lebensmitte abgehalten, alle kostenlos. „Gesund und aktiv älter werden möchte jeder“, erklärt Johanna Baumann vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Nabburg. Sich im Alltag bewusst zu ernähren und ausreichend zu bewegen – dies seien die Grundlagen für ein aktives gesundes Altern.

Im Wald ist es umso schöner

Die Übungen kann man gut in den Alltag integrieren. Foto: Renate Ahrens
Die Übungen kann man gut in den Alltag integrieren. Foto: Renate Ahrens

Bewegung sei immer eine Wohltat für den Körper, sagt Lorna Simone Baier – und gerade im Wald umso schöner. Aber was ist überhaupt eine Gesundheitswanderung? Die zertifizierte Wanderführerin erklärt es: „Es ist einfach ein längerer Spaziergang oder eine kurze Wanderung. Das Besondere daran ist, dass unterwegs immer wieder kleine Bewegungsübungen und Entspannungsformen integriert werden.“ An diesem Tag ist diese Wanderung der Hitze angepasst, Baier hat mehr Entspannungsübungen eingeplant. Nun bleibt die Gruppe am See stehen, paarweise stellen sich die Teilnehmer gegenüber.

„Schon ab 35 Jahren lassen Koordination und Mobilität nach.“

Lorna Simone Baier, zertifizierte Wanderführerin

Abwechselnd soll nun das Gegenüber Übungen spiegelverkehrt nachmachen. „Das ist gut für die Koordination.“ Weiter geht es ein Stück durch den Wald, beim Gehen macht man weitere kleine Übungen. „Schon ab 35 Jahren lassen Koordination und Mobilität nach“, weiß die Expertin. Neben bedarfsgerechter Ernährung fördere ausreichend Bewegung – gerade im Alltag – Gesundheit und Wohlbefinden und trage dazu bei, Selbstständigkeit und Lebensqualität bis ins hohe Alter zu erhalten.

In den Alltag integrieren

Menschen ab 55 Jahren sollen Anregungen zur Umsetzung eines gesunden Lebensstils bekommen. Foto: Renate Ahrens
Menschen ab 55 Jahren sollen Anregungen zur Umsetzung eines gesunden Lebensstils bekommen. Foto: Renate Ahrens

Die Übungen, die Baier zeigt, sollen und können tatsächlich ganz einfach in den Alltag integriert werden, ohne Aufwand. Und sie tun gut. „Alles wird bei einer Gesundheitswanderung angeregt, Herz, Kreislauf, aber auch die Seele.“ In der Gruppe geht es natürlich leichter. Die Frauen unterhalten sich zwischendurch angeregt, und auch das sei erlaubt. „Der Gesundheitseffekt wird in der Gruppe verstärkt, da Interaktion mit den anderen Teilnehmern positive Auswirkungen auf den Hormonhaushalt hat. Nur Gespräche über Politik und Krankheiten sind verboten“, sagt Baier augenzwinkernd. „Und über die Arbeit?“, fragt eine Teilnehmerin. „Das könne auch positiv sein, beschied ihr die Leiterin.

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Ganz von selbst atmet man hier im Wald tiefer. Im Freien sei Bewegung noch besser, sagt Baier, denn hier komme der Faktor Frischluft dazu – und bei diesem Kurs außerdem Abwechslung und kompetente Anleitung. Änderungen des persönlichen Lebensstils zahlten sich in jedem Alter aus, das habe laut Baumann eine Untersuchung ergeben. Es sei also nie zu spät, um sich bewusst zu ernähren und mehr Bewegung in den Alltag zu bringen. „Oft wird schon durch kleine Veränderung ein großer Beitrag zu mehr Wohlbefinden und Gesundheit geleistet. In Vorträgen und Workshops erhalten ältere Erwachsene dafür wertvolle Impulse“, erklärt Baumann. Die Angebote richten sich in erster Linie an Gesunde und stellen keine Behandlungsmaßnahmen dar.

Gesund und aktiv

  • Nächster Kurs:

    Rund um Stockenfels am 20. Juni, 14 Uhr, Treffpunkt ist am Parkplatz zwischen Neubäu (Fischbach) und Stockenfels.

  • Ziel:

    Bewegung hilft, lange mobil und selbstständig zu bleiben. Die Referentin zeigt in „bewegten Pausen“ Übungen.

  • Modellprojekt:

    Infos über das Netzwerk Generation 55plus bekommt man bei Johanna Baumann, Telefon (0 94 33) 89 63 43.

Im Wald macht Bewegung besonders Spaß. Foto: Renate Ahrens
Im Wald macht Bewegung besonders Spaß. Foto: Renate Ahrens

Nun heben die Teilnehmer die Arme hoch und sollen „Holz hacken“, heute ebenfalls gemäßigt. „Das kann man gut auch vor dem Fernseher im Sessel machen“, rät Baier, genau wie Schulterkreisen. „Kopf drehen, Arme heben und den Mond anschauen“, so lautet die nächste Übung. Am Ende des zweistündigen Spaziergangs werden noch Dehnübungen gemacht. Alle Teilnehmer sind angenehm überrascht vom Effekt. Man fühle sich erfrischt und wohl, sagen alle.

„Das Projekt soll zeigen, wie einfach das ist“, sagt Baier, deren liebstes Hobby das Wandern ist. Den Oberpfälzer Wald kennt sie wie ihre Westentasche. Ihr Interesse für Physiotherapie und Gesundheit brachte die Natur- und Landschaftsführerin auch dazu, sich im Jahr 2016 vom Deutschen Wanderverband zur „Gesundheitswanderführerin“ zertifizieren zu lassen.

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