MyMz

Ratgeber

So pflegen Sie Ihre Haare im Winter

Brüchige und trockene Haare zieren in der kalten Jahreszeit den Kopf. Wir haben Tipps, wie man die Mähne im Winter bändigt.
Von Susanne Wolf

Viele Menschen haben gerade mit trockenen und brüchigen Haaren sowie juckender Kopfhaut zu kämpfen. Fotos: puhhha/stock.adobe.com
Viele Menschen haben gerade mit trockenen und brüchigen Haaren sowie juckender Kopfhaut zu kämpfen. Fotos: puhhha/stock.adobe.com

Regensburg.Vielen Menschen stehen momentan die Haare wie Antennen zu Berge – so, als hätten sie in eine Steckdose gefasst. Sowohl die Kälte draußen als auch die Heizungsluft drinnen trocknen die Haare aus. „Die Kopfhaut ist im Winter besonderen Belastungen ausgesetzt“, sagt Prof. Dr. Philipp Babilas. Darum brauchen sie jetzt besonders viel Zuwendung und Pflege.

Der Regensburger Dermatologe erklärt, warum Kopfhaut und Haare mit der kalten Jahreszeit nicht wirklich klarkommen: „Die Kälte ist der natürliche Feind der Talgproduktion.“ Die Talgdrüsen, die in der Kopfhaut – mindestens eine pro Haarwurzel – sitzen, sind sehr kräftig. Sie fetten sowohl Kopfhaut als auch Haare. „Das fällt uns erst negativ auf, wenn wir fettige Haare haben – dann ist es zu viel – oder wenn die Kopfhaut juckt und trocken wird – dann haben wir zu wenig Fett“, sagt er. Das optimale Mittelmaß zu finden, gestaltet sich bei vielen Menschen im Winter schwierig, denn in dieser Zeit sind die Talgdrüsen weniger aktiv. „Dann neigt die Kopfhaut dazu, Ärger zu machen.“

Am Ende des Artikels gibt Prof. Dr. Philipp Babilas Tipps, wie man seine Haare im Winter pflegt.

Wenn’s juckt, wird gekratzt

Langes Haar braucht viel Pflege – sonst droht Spliss an den Spitzen. Foto: Christin Klose/dpa
Langes Haar braucht viel Pflege – sonst droht Spliss an den Spitzen. Foto: Christin Klose/dpa

Zudem hat im Winter auch das Haarewaschen Einfluss auf die unzähmbare Mähne. Denn: Der Wasserkontakt und das Anwenden zu aggressiver Shampoos machen die Kopfhaut trockener. „Wenn wir die Rhythmik, die wir im Sommer noch vertragen haben, im Winter weiter durchziehen, kann es zu Problemen kommen“, sagt Babilas.

Ist die Kopfhaut zu trocken, juckt es – und dann wird gekratzt. „Dadurch kommt es zu Mikroläsionen (sehr kleine Verletzung, Anm. d. Red.) an der Kopfhaut, wodurch Keime eindringen“, erklärt er. Die sind eigentlich ungefährlich – bei intakter Hautbarriere. Wird diese jedoch durch das Kratzen zerstört, dringen sie in die Haut ein und vermehren sich mehr als gewöhnlich. Das veränderte „Keimmilieu ist dann wie ein Biotop, das langsam kippt“. Die Folge sind Entzündungen und Juckreiz.

„Die Kopfhaut ist im Winter besonderen Belastungen ausgesetzt. Jetzt ist vor allem die Kälte der natürliche Feind der Talgproduktion.“

Prof. Dr. med. Philipp Babilas, Dermatologe

Durch das Kratzen befindet sich der Betroffene in einer Abwärtsspirale, die zu immer schwerwiegenderen Problemen führt: Es kommt zur Schuppenbildung, quälendem Juckreiz, Verletzungen und Krustenbildung. Man meint dann, sich noch öfter und besser die Haare waschen zu müssen – heizt das Problem aber durch den vermehrten Wasserkontakt weiter an.

Haare nicht zu oft waschen

Wie oft man die Haare im Winter waschen sollte, kann der Experte nicht pauschal beantworten. „Es gibt Menschen, die eine eher fettige Haut haben. Sie könnten sich ein- bis zweimal am Tag die Haare waschen, ohne dass die Kopfhaut darunter leidet. Menschen mit eher trockener Haut können das nicht machen.“

Lust auf eine selbst gemachte Spülung oder Maske? Drei Rezepturen finden Sie unten nach dem Interview.

Prof. Dr. Philipp Babilas ist Dermatologe am Hautzentrum Regensburg. Er gibt Tipps, was gegen trockene Haare im Winter hilft. Foto: Hautzentrum Regensburg/dpa
Prof. Dr. Philipp Babilas ist Dermatologe am Hautzentrum Regensburg. Er gibt Tipps, was gegen trockene Haare im Winter hilft. Foto: Hautzentrum Regensburg/dpa

Beim Haarewaschen spielt auch das Alter eine Rolle. „Bei Kindern und Senioren ist es weniger häufig notwendig als bei Pubertierenden und jungen Erwachsenen“, erklärt er. Grund dafür ist die verminderte Talgproduktion. „Je älter man wird, umso weniger Fettreserven hat die Haut.“ Im Lauf der Jahre müssen dann die Pflegegewohnheiten umgestellt werden, da die natürlichen Fettressourcen viel geringer werden.

Wenn es sich vermeiden lässt, dann sollte man sich also nicht jeden Tag die Haare waschen. „Im Schnitt reicht die Haarwäsche an jedem zweiten Tag“, sagt der Dermatologe. Ideal wäre es, ein Mittelmaß zu finden, denn dann sieht das Haarkleid gepflegt aus. Seine wichtigste Empfehlung ist, dass man seine Haare und Kopfhaut regelmäßig anschaut.

In folgendem Interview gibt Prof. Dr. Philipp Babilas Tipps zur Pflege von Haaren im Winter.

Welche Vitamine und Nährstoffe sind hilfreich?

Biotin (Vitamin H), Zink und Selen.

Worauf ist bei Pflegeprodukten zu achten?

Man sollte stark pflegende und erschwerende Substanzen wie Silikone weglassen. Grundsätzlich sind Babyshampoos gut. Häufig erweist sich auch der Zusatz von Urea, also Harnstoff, als hilfreich.

Im Internet finden sich viele Hausmittel zur Haarpflege. Machen sie unsere Haare gesund?

Ich rate davon ab, weil man hier sehr schnell den kontrollierten Rahmen verlässt. Man sollte Produkte kaufen, die eine gewisse Reinheit garantieren– zum Beispiel Shampoos, die Efeu- oder Hamamelisextrakt enthalten. Auch Rezepturen mit Dexpanthenol sind ratsam. Diese Tinkturen werden von Apothekern nach dem Rezept eines Hautarztes – angepasst an den jeweiligen Kopfhauttyp – zubereitet. Die Haarlösung gibt man ins frottierte Haar und lässt sie kurz einwirken. Dann können die Haare geföhnt und frisiert werden.

Helfen Öle bei trockenem Haar?

Öle können generell sehr hilfreich sein. Vor allem bei Kokosöl muss man aber aufpassen, dass keine Allergie auftritt. Bei Olivenöl ist das eher seltener. Wichtig ist, die Öle in Apothekenreinheit zu verwenden. Unverdünnt haben sie eine oft reizende Wirkung.

Wie föhnt man die Haare im Winter richtig?

Föhnen sollte man keinesfalls heiß, sondern immer bei kühler Temperatur. Es kann die Haare extrem strapazieren und die Kopfhaut austrocknen. Vorher sollte man die Haare gut mit einem weichen Handtuch frottieren, damit man nicht das tropfend nasse Haar trocken föhnt. Beim Frottieren sollte man jedoch nicht zu fest rubbeln. Das Föhnen sollte man dann als letzten Schliff machen.

Wie sollte eine Haarbürste beschaffen sein?

Bürsten sollten einen abgerundeten Bürstenbesatz haben. Da gibt es viele Materialien, gegen die im Prinzip nichts einzuwenden ist.

Hilft es, wenn man viel trinkt?

Hat man eine trockene Kopfhaut, dann kann man das nicht damit kompensieren. Viel zu trinken ist aber immer gut. Gerade Grüntee hat sehr viele stresslindernde Substanzen – das würde ich sofort unterschreiben. Grundsätzlich wird die Kopfhaut aber nicht fetter, wenn ich täglich zwei Liter Wasser mehr trinke. Denn: Eine trockene Kopfhaut ist ja kein Mangel an Flüssigkeit, sondern an Fett.

Wer sich gerne selbst eine Spülung oder Maske machen möchte, kann sich an folgenden Rezepten versuchen. Aber nicht den Tipp des Experten vergessen: Solche Rezepturen sollte man nicht zu oft anwenden.

Hier gibt’s die Anleitung für eine Haarspülung aus grünem Tee gegen Spliss:

Diese Olivenöl-Honig-Ei-Maske sagt kaputten Haaren den Kampf an:

Bodylotion, Eigelb, Olivenöl und Honig mischen – fertig ist eine Maske gegen trockenes Haar:

Weitere interessante Tipps, News und Artikel rund ums Thema „Gesundheit“ gibt es hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht