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Baumart

Die Hemlocktanne liebt den Schatten

Die Hemlocktanne ist ein Waldspezialist. Gerade für die Hochlagen des Bayerwalds ist sie eine interessante Pflanze.
Von Petra Schoplocher

Die Hemlocktanne mag es nass und verträgt Frost, allerdings keine langen, trockenen Sommer.  Fotos: Petra Schoplocher
Die Hemlocktanne mag es nass und verträgt Frost, allerdings keine langen, trockenen Sommer. Fotos: Petra Schoplocher

Cham.Für den Laien ist sie vor allem eines: schön. Wunderschön genauer gesagt, dafür sorgen ihr malerischer Wuchs und ihre kegelförmige Krone. Wie ein mit viel Liebe gezüchteter Bonsai. Doch genug der Romantik, schließlich ist die Hemlocktanne ein Waldspezialist, der vor allem durch seine Wuchsleistung aufhorchen lässt. Wenngleich einer, der es in unseren Breitengraden schwer hat – weil er trockene und sommerwarme Regionen nicht ausstehen kann. Dass die Hemlocktanne, genauer gesagt die beiden Arten „westlich“ und „kanadisch“ (die anderen zwölf spielen in Deutschland keine Rolle), dennoch hier Einzug findet, liegt – nein, natürlich nicht an ihrer Schönheit. Dr. Arthur Bauer ist fasziniert von mehreren Charaktereigenschaften, die ein genaueres Hinschauen lohnen. Außerdem sei es durchaus legitim, ihr in höheren Lagen eine Chance zu geben.

Das könnte durchaus lohnen, denn „von den Zuwachsleistungen, die sie in ihrer nordamerikanischen Heimat erzielt, können wir nur träumen.“ Dort ist sie trotz ihrer 60 bis 75 Meter Höhe (bei uns bringt sie es auf 30 bis 40) oft „der Unterständler“ zu Douglasie und Mammutbaum. Das funktioniert, weil die Hemlocktanne eine extreme Schattbaumart ist, die jahrelang auf Licht fast gänzlich verzichten kann. Dem Schatten und schlechten Bedingungen zum Trotz kann sie sich sehr gut selbst vermehren, ein Überlebenskünstler also.

Frost macht der Hemlocktanne nichts

Die Hemlocktanne mag es nass und verträgt Frost, allerdings keine langen, trockenen Sommer.  Foto: Petra Schoplocher
Die Hemlocktanne mag es nass und verträgt Frost, allerdings keine langen, trockenen Sommer. Foto: Petra Schoplocher

Mit Kälte kommt sie gut klar, Frost bereitet ihr so gut wie keine Probleme, weiß der Fachmann. Ihre geringen Standortansprüche (idealerweise durchlässig, tiefgründig, gut wasser versorgt) machen sie ebenso zu einer interessanten Baumart – wenn auch nicht unbedingt bei uns. Vor allem am US-amerikanischen Küstenstreifen von Kalifornien bis Alaska ist die Hemlocktanne verbreitet, im Landkreis liegt ihr Dasein (natürlich) weit unter einem Prozent.

Dr. Arthur Bauer Foto: ps
Dr. Arthur Bauer Foto: ps

Wenngleich so gut wie keine Krankheiten und Schädlinge bekannt sind – in jüngster Zeit macht allenfalls die Hemlock-Wolllaus aus Asien vermehrt Sorgen, der Borkenkäfer kann ihr hingegen nichts anhaben – so ist es das Wurzelsystem, das gepaart mit der Größe die Hemlocktanne windanfällig macht. Die typische Flachwurzel verweist nicht zufällig auf die Verwandtschaft mit der Fichte. Sprich, um es auch dem Laien klar zu machen: Die Hemlocktanne ist eigentlich gar keine Tanne...

Charakteristika für die auch Schierlingstanne genannte Baumart sind auch ihr überhängender Gipfeltrieb, ihre dünne rötliche Rinde und – als wunderbarer Kontrast – die dunkelgrün-glänzenden Nadeln. Die Nadeln der westlichen Hemlocktanne sind unterschiedlich groß. Bei der kanadischen liegt eine Reihe von Nadeln mit der Unterseite nach oben am Zweig, weist Bauer auf das wesentliche Unterscheidungsmerkmal hin.

Unser Experte

  • Zur Person

    : Dr. Arthur Bauer (59) stammt aus Regenpeilstein. Er studierte Forstwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München und ist seit Februar 2017 Leiter des Bereichs Forsten am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Cham.

  • Verbundenheit:

    „Schon immer“ war Arthur Bauer gerne in der Natur, vor allem aber im Wald.

  • Beratung/Kontakt

    : AELF Cham, Bereich Forsten. Ölbergstraße 3, Waldmünchen. Telefon (09972) 94 30 20

Hervorragendes Bauholz

Am Rodinger Friedhof steht eine große Hemlocktanne.  Foto: Petra Schoplocher
Am Rodinger Friedhof steht eine große Hemlocktanne. Foto: Petra Schoplocher

Das Holz der westlichen Hemlocktanne ist deutlich besser als das ihrer Kollegin und eines der besten für Papier. In den USA und Kanada zählt es zu den wichtigsten Papierhölzern. Das Holz ist nicht zuletzt wegen der sehr groben Textur für den Innenausbau (Stichwort schöne Maserung) sehr gefragt. Es ist zwar einerseits weich und wenig dauerhaft (somit fäulnisanfällig), andererseits aber ganz hervorragend als Bau- und Konstruktionsholz oder für Paletten und Kisten geeignet.

Baumart

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Noch einmal kurz was für Romantiker und Baumliebhaber: Die Zapfen sind putzig, weil klein, ihre Schönheit resultiert aus der breit aufrechten und kegelförmigen Krone. Die, gepaart mit den gegabelten, unregelmäßigen Zweigen und dem Farbenspiel, machen die Hemlocktanne zu einer Schönheit. Das alleine muss ja auch mal reichen!

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