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Gartentipps

Ernten, pflegen und nochmals säen

Die Blumen zeigen ihre Pracht und die Ernte ist in vollem Gang: Im August müssen Nutz- und Ziergärtner noch einmal ran.
Von Susanne Wolf

Tomaten sind krankheitsanfällig und echte Vielfraße, was Nährstoffe angeht. Nur wenn die Bedingungen für sie passen, ist die Ernte auch groß. Im August können sich Gartler über reife Tomaten freuen. Foto: Christin Klose/dpa
Tomaten sind krankheitsanfällig und echte Vielfraße, was Nährstoffe angeht. Nur wenn die Bedingungen für sie passen, ist die Ernte auch groß. Im August können sich Gartler über reife Tomaten freuen. Foto: Christin Klose/dpa

Region.Auch wenn im August die Pflanzen in Nutz- und Ziergärten zu Hochform auflaufen, verringern sie langsam, aber sicher ihr Wachstum. Damit können Hobbygärtner auch allmählich die intensive Hege und Pflege einstellen – trotzdem ist in diesem Monat in beiden Gartenarten noch einiges zu erledigen.

Wichtig ist im August – vor allem, wenn er sehr trocken ist –, dass man seinen Garten regelmäßig wässert. Bei großer Hitze sollte man das sogar mehrmals täglich machen. Ratsam ist, morgens immer im Wurzelbereich zu gießen. Das wiederum danken einem die Pflanzen im Handumdrehen, wenn sie noch einmal in all ihrer Pracht blühen bzw. köstliche Früchte abwerfen.

Wer im August verreisen möchte, sollte sich vorab nach einem Gartensitter umsehen, der während des Urlaubs die grüne Oase hegt und pflegt. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa
Wer im August verreisen möchte, sollte sich vorab nach einem Gartensitter umsehen, der während des Urlaubs die grüne Oase hegt und pflegt. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

Übrigens sollte man rechtzeitig an einen Gartensitter denken, der das Gießen, Pflegen und Ernten übernimmt, wenn man in diesem Monat verreisen möchte. Denn wenn sich niemand um die Pflanzen kümmert, dann kommt nach der Heimkehr aus dem erholsamen Urlaub das böse Erwachen: Alles ist verwelkt und verdörrt.

Nutzgarten

Wie schon im Juli können Nutzgärtner auch im August ihre Erntekörbe bis oben hin füllen – wenn sie in den vergangenen Wochen und Monaten ihre Pflanzen gut gehegt und gepflegt haben. Trotzdem müssen sie jetzt noch einmal kräftig werkeln, damit Obstbäume, Beerensträucher, Kräuter und Gemüse in den kommenden Wochen noch einen reichen Ertrag bringen.

Im August können Nutzgärtner bereits reife Äpfel pflücken. Foto: Patrick Seeger/dpa
Im August können Nutzgärtner bereits reife Äpfel pflücken. Foto: Patrick Seeger/dpa

Gärtner, die im Hochsommer viel Zeit in ihren Nutzgarten investieren, können sich nicht nur in einigen Wochen, sondern auch im Winter über ihre selbst angebauten Früchte freuen. Denn: Eine Vielzahl an Obst- und Gemüsesorten lässt sich bei rechtzeitiger Ernte – sonst sind sie zu reif – wunderbar einlagern. So kann man auch in der kalten Jahreszeit vom eigenen Ertrag zehren. Für Nutzgärtner stehen im August folgende Tätigkeiten an:

  • Pflanzen auf Blattläuse kontrollieren und die Schädlinge ggf. entfernen (abstreifen oder mit Wasser abspritzen) oder mit umweltfreundlichen Präparaten bekämpfen
  • Pflanzen auf Raupen und Schnecken kontrollieren und ggf. absammeln oder behandeln
  • Kräuter ernten und – wenn gewünscht – trocknen
  • Petersilie an halbschattigem Standort säen
  • Kresse, Kerbel und Dill säen
  • Pfefferminze teilen und vermehren
  • Echte Kamille säen
  • Gewächshaus täglich gut lüften
  • Pflanzen im Gewächshaus auf Weiße Fliege und Spinnmilbe kontrollieren und ggf. mit Schlupfwespe und Raubmilbe behandeln
  • Gurken im Gewächshaus einmal pro Woche düngen
  • Gurken regelmäßig ernten (abschneiden), damit neue Früchte ausreifen können
  • Tomaten ausgeizen, sprich: Seitentriebe entfernen
  • Kranke und gelbe Blätter von Tomaten entfernen
  • Tomaten düngen
  • Blütenendfäule bei Tomaten durch regelmäßiges Gießen und Ausbrechen von Blättern im unteren Pflanzenbereich vermeiden
  • Braunfäule bei Tomaten vermeiden (nur im Wurzelbereich gießen)
  • Tomaten ernten
  • Tomaten vermehren (Samen trocknen)
  • Haupttrieb an Stabtomaten kappen (verhindert weiteres Wachstum, Früchte reifen besser aus)
  • Tomaten, Paprika und Chili im Freiland ein letztes Mal düngen
  • Erbsen und Buschbohnen ernten und Pflanzen abhacken oder -schneiden
  • Sommerporree und mittelfrühe Kartoffeln ernten
  • Auberginen ab Mitte August ernten
  • Salate ernten
  • Neues Gemüse mit kurzer Vegetationsdauer (Radieschen, Eiszapfen, Salat, Mangold, Spinat, Kohlrabi, Grünkohl, Blumenkohl, Knollenfenchel, Winterrettich, Speiserübe, Winterporree) für Herbst- und Winterernte anbauen
  • Mehrjähriges Gemüse (Schnittknoblauch, Etagenzwiebel, Rhabarber) säen bzw. pflanzen
  • Frühlingszwiebeln säen
  • Chinakohl und Pak Choi Anfang August säen
  • Gemüsebeete regelmäßig jäten und von Unkraut befreien
  • Gemüsebeete mulchen
  • Auf freien Beeten Gründüngung ausbringen (Gründüngermischung, alternativ: Lupine, Senf, Phacelia, Klee)
  • Walnussbäume ab Mitte August schneiden, dann Sägewunden mit Wundverschlussmittel versorgen
  • Obstbäume regelmäßig gießen
  • Obstbäume zurückschneiden und düngen
  • Tief hängende Äste von Obstbäumen abstützen
  • Apfelbäume auf zweite Generation des Raupenwicklers kontrollieren und ggf. behandeln
  • Äpfel und Birnen ernten und einlagern (morgens ernten)
  • Steinobstgehölze abernten und zurückschneiden
  • Bis Mitte des Monats neue Erdbeeren pflanzen, damit sie gut wurzeln
  • Sommerhimbeeren ernten, abgetragene Triebe kappen und ca. fünf vitale Jungruten stehen lassen
  • Brombeeren ernten, wenn die Früchte tiefschwarz sind, und danach zweijährige Ruten kappen (einige neue Triebe stehen lassen und deren Verzweigungen einkürzen)
  • Neue Heidelbeersträucher an sonnigem Standort pflanzen
  • Beerensträucher gleich nach der Ernte zurückschneiden
  • Fruchttragende Ranken von Kiwis noch einmal einkürzen
  • Melonen ernten
  • Ranktriebe an Weinreben abschneiden, damit die Trauben genug Sonne bekommen und gut reifen
  • Weinreben ausgeizen (junge Triebe in Blattachseln abbrechen)

Auch Fallobst findet seinen Abnehmer. Trotzdem sollte man es alle paar Tage aufsammeln, um nicht zu viele Wespen anzuziehen. Foto: Dagmar Winde
Auch Fallobst findet seinen Abnehmer. Trotzdem sollte man es alle paar Tage aufsammeln, um nicht zu viele Wespen anzuziehen. Foto: Dagmar Winde

Zusätzlicher Tipp: Nutzgärtner sollten im August mehrmals pro Woche Fallobst aufsammeln und es auf schadhafte Früchte kontrollieren. Letztere sollte man sofort vernichten. Fallobst zieht Wespen und Ungeziefer an. Unbeschadetes Fallobst lässt sich gut im kühlen und dunklen Keller lagern, was Genuss für die kommenden Wochen und Monate aus dem eigenen Garten garantiert.

Ratgeber

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Ziergarten

Gerade im Hochsommer zeigen sich Stauden, Bäume, Sträucher, Blumen und Hecken in üppiger Blüte. Damit man sich nicht nur im Garten daran erquicken kann, sollte man sich einige Blumen auch mit ins Haus nehmen. Diese sind in einer Vase nicht nur schön anzusehen, sondern sie verströmen auch ihren wohlriechenden Duft.

Riesige Blüten, intensive Farben: Die Hortensie ist ein Klassiker im Garten. Im August sollte man sie düngen. Foto: Jens Kalaene/dpa
Riesige Blüten, intensive Farben: Die Hortensie ist ein Klassiker im Garten. Im August sollte man sie düngen. Foto: Jens Kalaene/dpa

Auch wenn Gartler gerade für ihre Arbeit belohnt werden, können sie im August trotzdem nicht rasten. Denn jetzt steht die weitere Hege und Pflege ihrer grünen Oase an, zudem müssen sie auch schon ans nächste Gartenjahr denken. Auf Ziergärtner kommen diesen Monat folgende Aufgaben zu:

  • Pflanzen auf Blattläuse kontrollieren und die Schädlinge ggf. entfernen (abstreifen oder mit Wasser abspritzen) oder mit umweltfreundlichen Präparaten bekämpfen
  • Pflanzen auf Mehltau prüfen und ggf. behandeln
  • Pflanzen auf Raupen und Schnecken kontrollieren und ggf. absammeln oder behandeln
  • Rosenerde regelmäßig auflockern und Unkraut jäten (Wurzeln nicht verletzen)
  • Rosen ausputzen (verblühte Triebe zurückschneiden)
  • Rosen auf Sternrußtau und Rostpilz kontrollieren und ggf. mit geeigneten Pflanzenschutzmitteln behandeln
  • Edelrosen durch Okulation (spezielle Art der Pflanzenveredelung) vermehren
  • Kletterrosen nach der Blüte stutzen
  • Bodendeckerrosen mithilfe von Stecklingen vermehren
  • Einjährige Sommerblumen nochmal düngen
  • Sommerblumen ausputzen und lange Triebe zurückschneiden
  • Sommerblumen ab Mitte August nicht mehr düngen
  • Verblühte Taglilien einkürzen (auf ca. 10 cm über dem Boden)
  • Lücken in Beeten oder Balkonkästen mit Herbstblühern auffüllen
  • Ableger von Bodendeckern, Veilchen und Immergrüner Kriechspindel machen
  • Lavendel zurückschneiden, wenn er verblüht ist (Triebe um ein Drittel einkürzen)
  • Zwiebelpflanzen (Herbstzeitlose, Traubenhyazinthe, Winterling, Herbstkrokus, Safrankrokus, Goldkrokus, Steppenkerze, Zierlauch, Lilie, Iris, Taglilie, Madonnenlilie) für Herbst- und Frühjahrsblüte einbringen
  • Immergrüne Pflanzen (Ilex, Rhododendron, Lilie, Konifere, Steppenkerze) umsetzen (Angießen bzw. Einschlämmen nicht vergessen)
  • Edeldisteln (Kugeldistel, Mannstreu) rechtzeitig schneiden und trocknen
  • Hortensien düngen
  • Verblühte Dahlien abschneiden
  • Buchsbäume in Form schneiden
  • Rhododendron auf den Befall von Netzwanzen kontrollieren
  • Ab Mitte August Hecken (Rot- und Hainbuche, Liguster, Thuja) nochmal in Form schneiden
  • Sommerflieder von verwelkten Rispen befreien
  • Blauregen schneiden
  • Verblühte bzw. verwelkte Stauden (Christ-, Pfingstrose, Färber-Kamille, Sonnenhut, Stauden-Sonnenblume, Sonnenbraut, Kaukasus-Skabiose, Spornblume, Mädchenauge) ausputzen und zur Verjüngung teilen (vorsichtig, damit die Wurzeln nicht verletzt werden)
  • Herbststauden (Ballonblume, Fetthenne, Bergenie, Storchschnabel, Ziergräser) pflanzen
  • Staudensamen ernten (Kapseln bzw. Samenhüllen sind braun verfärbt) und vor der Einlagerung noch etwas trocknen
  • Immergrüne Laubgehölze und Koniferen ab Mitte des Monats umsetzen bzw. neu pflanzen
  • Rasen am besten zweimal pro Woche mähen
  • Rasen während längerer Trockenperioden ausreichend mit einem Rasensprenger wässern
  • Rasen ggf. nochmal vertikutieren (nur, wenn Grasnarbe geschlossen ist)
  • Pflanzenreste wie herabfallende Blätter regelmäßig aus Gartenteich entfernen (fördern sonst das Algenwachstum)
  • Algen regelmäßig aus Gartenteich herausfischen, ggf. mineralische Bindemittel in den Teich geben
  • Während längerer Wärmeperioden Gartenteich regelmäßig mit Regenwasser auffüllen

Aus dem Teich gefischte Algen kann man entweder auf den Kompost geben und diesen nach einem Jahr als Mulch verwenden – oder man nutzt die Algen gleich als Mulch unter Sträuchern und Bäumen. Foto: Nestor Bachmann/dpa-tmn
Aus dem Teich gefischte Algen kann man entweder auf den Kompost geben und diesen nach einem Jahr als Mulch verwenden – oder man nutzt die Algen gleich als Mulch unter Sträuchern und Bäumen. Foto: Nestor Bachmann/dpa-tmn

Zusätzlicher Tipp: Mit einem Kescher aus dem Gartenteich gefischte (Faden-)Algen kann man nicht nur kompostieren, sondern sie auch wunderbar als Mulch unter Sträuchern und Bäumen nutzen. Im August können Ziergärtner zudem Verschönerungsarbeiten wie dem Bau eines Brunnens, Hochbeets oder Gartenteichs nachgehen.

Hier gibt’s eine Anleitung, wie man sich selbst ein Hochbeet bauen kann.

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