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Gartentipps

Erste Ernte und bunte Blütenpracht

Jäten, säen, pflanzen, pflegen und ernten: Im Juni kann man sich sowohl im Zier- als auch im Nutzgarten so richtig austoben.
Von Susanne Wolf

Gemüse, bunte Blüten, mit Buchsbaumhecken gefasste Beete – die Pflanzenmischung und das Wegekreuz machen einen Bauerngarten aus. Ein Bauerngarten ist eine Komposition aus Zier- und Nutzgarten. Foto: Marion Nickig/dpa
Gemüse, bunte Blüten, mit Buchsbaumhecken gefasste Beete – die Pflanzenmischung und das Wegekreuz machen einen Bauerngarten aus. Ein Bauerngarten ist eine Komposition aus Zier- und Nutzgarten. Foto: Marion Nickig/dpa

Region.Egal, wohin man gerade blickt: Überall grünt und blüht es. Doch damit die Gärten sich in all ihrer Farbenpracht zeigen bzw. einen reichen Ertrag bringen, müssen Gartler ganz schön werkeln. Darum stehen im Juni sowohl im Nutz- als auch im Ziergarten vielerlei Tätigkeiten an.

Wichtig ist es, die Pflanzen auf Blattlausbefall zu kontrollieren. Werden die natürlichen Gegenspieler wie Marienkäfer, Florfliegen, Schlupfwesen, Schwebfliegen und Gallmücken dem Befall nicht Herr, sollte man die betroffenen Pflanzen behandeln. Oft reicht dafür schon das Abwaschen mit Wasser aus. Alternativ kann man zum Beispiel selbst angesetzte Brennnesseljauche verwenden. Zeigt das keine Wirkung, setzt man umweltschonende Präparate mit Kaliseife ein.

Nicht vergessen dürfen Hobbygärtner bei den (hoch)sommerlichen Temperaturen das Wässern. Am besten ist es, wenn man die Pflanzen immer nur morgens im Wurzelbereich gießt. Wer Wasser sparen möchte, sollte sich eine Regentonne aufstellen. Zudem ist die Gabe von Nährstoffen bzw. Düngemitteln ratsam.

Nutzgarten

Im Nutzgarten, der Beerensträucher, Gemüse, Kräuter und Obstbäume beherbergt, dürfen sich Gartler im Juni ganz schön buckeln, damit er eine reiche Ernte abwirft. Für ihre harte Arbeit werden sie aber bereits in diesem Monat belohnt, wenn sie die ersten reifen Früchte ernten können.

Hobbygärtner sollten sich ein Insektenhotel bauen, denn Insekten sind sowohl für die Bestäubung als auch bei Schädlingsbefall nützlich. Foto: Simone A. Mayer/dpa
Hobbygärtner sollten sich ein Insektenhotel bauen, denn Insekten sind sowohl für die Bestäubung als auch bei Schädlingsbefall nützlich. Foto: Simone A. Mayer/dpa

Empfehlenswert ist es, ein Insektenhotel zu bauen. Denn diese profitieren einerseits beispielsweise vom Nektar, andererseits haben sie auch für den Hobbygärtner ihren Nutzen: Sie bestäuben die Pflanzen und vertilgen Schädlinge. Im Juni stehen folgende Pflegemaßnahmen im Nutzgarten an:

  • Rosmarintriebe zurückschneiden
  • Ende Juni Johanniskraut ernten (an sonnigem Tag)
  • Kapuzinerkresse säen
  • Kürbis neben Kompost pflanzen und Triebe an Seitenwänden hochwachsen lassen
  • Schnell wachsende Buschbohnen und späte Stangenbohnen säen
  • Spargelernte ab 24. Juni einstellen (Stangen zur Regeneration weitertreiben lassen), Spargel im ersten Jahr bereits ab 11. Juni nicht mehr ernten
  • Hornmehl in Erde um Spargel einarbeiten (unterstützt Regeneration)
  • Gemüse wie Gurken, Paprika und Tomaten im Gewächshaus durch Schattiernetz vor Überhitzung schützen
  • Gewächshaus regelmäßig lüften
  • Salatgurken ausdünnen (maximal 4 bis 6 Gurken am Haupttrieb), damit der Mitteltrieb kräftig bleibt, und ausreichend wässern
  • Gurken mithilfe von Stäben aufleiten
  • Gurken auf Spinnmilbe prüfen und ggf. Rote Spinne einsetzen
  • Tomaten im Gewächshaus für bessere Befruchtung und reicheren Ertrag mehrmals wöchentlich schütteln oder Hummelvolk ansiedeln
  • Stabtomaten mithilfe von Stäben aufleiten (wöchentlich)
  • Tomaten ausgeizen, sprich: Seitentriebe entfernen
  • Kranke und gelbe Blätter von Tomaten entfernen
  • Tomaten auf Weiße Fliege prüfen und ggf. Schlupfwespen einsetzen
  • Paprika düngen (im 14-Tages-Rhythmus)
  • Radieschenblätter auf Erdflöhe überprüfen und ggf. Maßnahmen ergreifen (Boden lockern und feucht halten)
  • Rettich, Radieschen und späte Karotten säen
  • Ab Mitte Juni Zuckerhut säen
  • Petersilienwurzel säen
  • Rote Bete (für Ernte im Oktober und Einlagerung) säen
  • Vorgezogenen Kohlrabi, Brokkoli, Blumenkohl, Stangensellerie, Knollenfenchel und Lauch einpflanzen (für Ernte im Herbst und Winter)
  • Schutznetze gegen Gemüsefliegen an Zwiebeln, Kraut/Kohl und Karotten anbringen
  • Frühe Kartoffelsorten, Blumenkohl, Wirsing, Weißkraut, Brokkoli, Kohlrabi, Rettich, Karotten und Salate ernten
  • Hitzefeste Salatsorten säen
  • Vorgezogene Salate (Eisberg-, Kopf-, Binde- und Pflücksalat) einpflanzen
  • Auf ausgewogenes Klima zwischen Salatpflanzen achten, um Salatfäule vorzubeugen
  • Obstbäume regelmäßig gießen (bei Trockenheit)
  • Wurzeln von Obstbäumen vor Verdunstung schützen (z.B. durch Rindenmulch)
  • Wasserschosse von Birn- und Apfelbäumen entfernen
  • Fruchtbehang von reichtragenden Apfelbäumen ausdünnen
  • Stämme der Apfelbäume auf Raupen des Apfelwicklers untersuchen und ggf. absammeln oder Fanggürtel aus Wellpappe anbringen (regelmäßig kontrollieren) oder Lockstofffallen befestigen
  • Kirschbäume zuschneiden
  • Kirschen auf Monila-Fruchtfäule kontrollieren und ggf. mit Pflanzenschutzmitteln behandeln sowie Fruchtmumien von Bäumen entfernen
  • Gelbfallen an der Südseite von Kirschbäumen anbringen (fängt Kirschfruchtfliege ab); kleinere Bäume mit engmaschigem Netz umhüllen
  • Steinobst ernten und danach Sommerschnitt machen
  • Fruchtbehang von reichtragenden Pfirsichbäumen ausdünnen
  • Eisenmangel bei Zitruspflanzen durch Eisendünger vorbeugen
  • Abgeerntete Ruten von Sommerhimbeeren abschneiden
  • Stärkste Jungruten von Sommerhimbeeren stehen lassen, restliche ausreißen
  • Immertragende Erdbeeren mit Nährstoffen (Beerendünger) im 7- bis 14-Tage-Rhythmus versehen
  • Gut tragende Erdbeerpflanzen vermehren
  • Rhabarberernte ab 24. Juni einstellen (Pflanze braucht verbliebene Blätter zur Regeneration)
  • Kompost in Erde um Rhabarber einarbeiten (unterstützt Regeneration) und neue Blütenstängel entfernen
  • Weinreben zuschneiden
  • Weinreben auf Mehltau prüfen und ggf. behandeln
  • Anfang Juni Holunderblüten ernten

Aus frischer Melisse aus dem Garten kann man sich beispielsweise ein wohltuendes und entspannendes Kräuterbad machen. Foto: Andrea Warnecke/dpa
Aus frischer Melisse aus dem Garten kann man sich beispielsweise ein wohltuendes und entspannendes Kräuterbad machen. Foto: Andrea Warnecke/dpa

Zusätzliche Tipps: Wer Tomaten und andere Pflanzen vor Pilzen schützen und sie widerstandsfähiger machen möchte, sollte Kräuterbrühen (z. B. aus Brennnessel und Ackerschachtelhalm) ansetzen und die Pflanzen damit gießen. Wohltuende Bäder lassen sich durch frisch gesammelte Kräuter aus dem Garten herstellen. Tüpfeljohanniskraut (Hypericum perforatum) kann man für einige Wochen in Olivenöl einlegen und daraus ein wundheilendes Öl herstellen. Aus Holunderblüten lassen sich Anfang des Monats köstlicher Sirup und fruchtiges Gelee herstellen. Lecker schmecken die Blüten auch, wenn sie im Bierteig herausgebacken werden.

Schädling

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Ziergarten

Auch in den Ziergarten dürfen Hobbygärtner im Juni viel Zeit und Pflege stecken, wenn sie ein buntes Blumenmeer sowie prächtig blühende Hecken, Stauden, Sträucher und Bäume haben wollen. Trotz der harten Arbeit dürfen sie sich in diesem Monat bereits über eine anschauliche Blütenpracht freuen.

Große Blüten locken Bienen an – diese bestäuben sie dann. Foto: Franziska Gabbert/dpa
Große Blüten locken Bienen an – diese bestäuben sie dann. Foto: Franziska Gabbert/dpa

Ebenso wie im Nutzgarten ist auch im Ziergarten der Bau eines Insektenhotels empfehlenswert. Die Insekten bestäuben einerseits die Pflanzen und kümmern sich andererseits auf natürlichem Weg um die Schädlingsbekämpfung. Im Monat Juni müssen Gartler folgende Tätigkeiten in ihrer grünen Oase erledigen:

  • Pflanzen auf Mehltau prüfen und ggf. behandeln
  • Schmuckkörbchen, Ringelblumen, Elfenspiegel, Wicken, Kapuzinerkresse und Schleierkraut säen
  • Welke Rosenblüten von mehrmals blühenden Rosen entfernen
  • Rosen mit Rosendünger düngen und für zweite Blüte zurückschneiden
  • Gelbes, absterbendes Laub von Frühjahrsblühern (Narzissen, Tulpen, Hyazinthen) entfernen
  • Bunte Margerite (Chrysanthemum coccineum) nach der Blüte abschneiden, in mehrere Stücke teilen und in anderes Beet setzen
  • Verwelkte Blüten von Stauden-Pfingstrosen entfernen
  • Anfang Juni Blütenstände an verblühten Rhododendren ausbrechen
  • Rhododendren mit Rhododendrondünger düngen
  • Rhododendron auf Rhododendronzikade kontrollieren und ggf. vertrocknete, braunschwarze Blütenknospen entfernen
  • Frühblühende Polsterstauden (Polster-Phlox, Steinkraut, Blaukissen) zurückschneiden
  • Flache Halbsträucher (Sonnenröschen, Schleifenblume, Heiligenkraut) zurückschneiden
  • Verwelkte Fliederblüten entfernen
  • Zweijährige Blumen (Marienglockenblume, Bartnelke, Fingerhut, Islandmohn, Hornveilchen, Königskerze, Goldlack, Vergissmeinnicht, Stockrose, Stiefmütterchen) aussäen und vorziehen, damit sie im kommenden Jahr kräftig blühen
  • Frühblühende Clematis-Arten schneiden und Fruchtstände sowie darunterliegende Blätter entfernen (für eine reiche zweite Blüte im Herbst)
  • Junge Steckhölzer von Blütensträuchern (Deutzie, Kolkwitzie, Pfeifenstrauch, Duftjasmin, Forsythie, Weigelie, Bauern-Hortensie, Zierjohannisbeere) um die Hälfte einkürzen
  • Blütensträucher durch Stecklinge vermehren
  • Hecken (in Form) schneiden
  • Formgehölze (Buchsbaum, Liguster) durch Stecklinge vermehren
  • Blumenhartriegel auf Blattfleckenpilz prüfen und ggf. behandeln
  • Schwere Blütenstängel von Ritterspornen abstützen
  • Rasen in Form bringen (mindestens einmal pro Woche mähen)
  • Rasen düngen
  • Pflanzenreste wie herabfallende Blätter und Blütenstaub regelmäßig aus Gartenteich entfernen (fördern sonst das Algenwachstum)
  • Algen regelmäßig aus Gartenteich herausfischen, ggf. mineralische Bindemittel in den Teich geben
  • Während längerer Wärmeperioden Gartenteich regelmäßig mit Regenwasser auffüllen

Im Ziergarten grünt und blüht es bereits im Juni. Landgärten wie dieser scheinen besonders üppig zu blühen – und das den ganzen Sommer über. Das liegt an der besonderen Mischung der Pflanzen. Foto: Andrea Warnecke/dpa
Im Ziergarten grünt und blüht es bereits im Juni. Landgärten wie dieser scheinen besonders üppig zu blühen – und das den ganzen Sommer über. Das liegt an der besonderen Mischung der Pflanzen. Foto: Andrea Warnecke/dpa

Zusätzliche Tipps: Die Blütezeit kann man bei vielen Pflanzen wie Rosen, Balkonblumen und Ziergehölzen durch das Entfernen von verblühten Blüten verlängern. Werden Stauden nach der Blüte zurückgeschnitten, kommt es oft zu einem zweiten Durchtrieb. Stauden eignen sich übrigens als perfekter Sichtschutz und sind zugleich wunderschön anzuschauen. Um die Pflanzen im Ziergarten vor Pilzbefall zu schützen, können Gartler einen Knoblauchsud oder eine Kräuterbrühe zubereiten und die Pflanzen damit gießen. Zimmerpflanzen kann man bei warmem Wetter ruhig auch mal ins Freie stellen. Dabei gilt es, darauf zu achten, dass sich die Pflanzen langsam an die neuen Lichtverhältnisse gewöhnen, um Blattverbrennungen zu vermeiden.

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