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Gartentipps

Frühjahrsputz im Zier- und Nutzgarten

Wer seinen Garten umgestalten will, macht das im April. Jetzt kann man pflanzen und umsetzen. Aber Vorsicht: Vögel brüten!
Von Susanne Wolf

Im April steht viel Gartenarbeit auf dem Programm. Hier werden Stiefmütterchen eingepflanzt. Foto: Jens Wolf/dpa
Im April steht viel Gartenarbeit auf dem Programm. Hier werden Stiefmütterchen eingepflanzt. Foto: Jens Wolf/dpa

Region.Endlich können Hobbygärtner wieder richtig in die Gartensaison starten. Im April ist die Liste, die es sowohl im Zier- als auch im Nutzgarten abzuarbeiten gilt, zwar lang, aber dafür hat man dann in ein paar Wochen seine eigene grüne Wohlfühloase. Wichtig zu wissen ist, dass die Vögel gerade mit dem Brüten anfangen . Darum ist es jetzt laut dem Bundesnaturschutzgesetz verboten, Gehölze zu schneiden.

Im April kann man so richtig in die neue Gartensaison starten. Foto: Bernd Wüstneck/dpa
Im April kann man so richtig in die neue Gartensaison starten. Foto: Bernd Wüstneck/dpa

Wer neue Pflanzen einbringt, sollte den Boden vorher mit einem Spaten lockern und die Erde von den Wurzeln alter Pflanzen und Unkräuter sowie von Steinen befreien. So hat vor allem Unkraut schlechte Chancen und die neuen Sträucher, Stauden und Blumen gedeihen in all ihrer Pracht. Jetzt sollte man übrigens auch seine Gartenmöbel reinigen. Sind sie aus Holz, dann tut ihnen eine spezielle Pflege gut.

Nutzgarten

Ende April kann man den ersten Rhabarber ernten und zu leckeren Gerichten verarbeiten. Foto: Mascha Brichta/dpa
Ende April kann man den ersten Rhabarber ernten und zu leckeren Gerichten verarbeiten. Foto: Mascha Brichta/dpa

Vom sogenannten Nutzgarten hat ein Hobbygärtner im wahrsten Sinne des Wortes einen Nutzen. Denn hier wachsen Obstbäume, Beerensträucher, Kräuter und Gemüsepflanzen. Wer diesen Garten gut hegt und pflegt, wird meist mit einer reichen Ernte an selbst angebauten Lebensmitteln belohnt. Folgende Arbeiten stehen beim biologischen Gärtnern im April an:

  • Kräuterschnecke oder -beet anlegen und bepflanzen (Petersilie, Dill, Kresse, Kerbel und Borretsch ins Freiland, Rest vorziehen)
  • Petersilienwurzel in humusreichen Boden säen
  • Gurken, Tomaten, Artischocken, Bohnen, Zuckermais und Melonen im Gewächshaus vorziehen
  • Frühlings- und Sommerrettiche säen
  • Lauch säen
  • Vorkultivierte Kohlpflanzen ins Freiland umsetzen
  • Erste selbst gezogene Salatpflanzen ins Beet umsetzen
  • Neue Salatsamen säen
  • Neuen Grünspargel anpflanzen
  • Kartoffeln pflanzen
  • Zwiebeln stecken
  • Gemüsepflanzen (auch im Gewächshaus) durch Folien, Zeitungspapier oder Vlies vor Erfrieren schützen
  • Gemüse nach dem Austreiben schnell pikieren (sonst Verpflanzungsschock)
  • Gemüseschutzvliese und engmaschige -netze anbringen (Schutz vor Schädlingen wie Blattläusen, Kohlweißlingen und Möhrenfliegen)
  • Raupen des Kleinen Frostspanners von Obstbäumen absammeln
  • Mehltau von Apfelbäumen und Stachelbeeren entfernen
  • Quittenbäume pflanzen
  • Pfirsichbäume (nach Blüte) zurückschneiden
  • Bereits blühende Obstgehölze durch Vlies in Kronen vor Spätfrost schützen
  • Neuen Rhabarber pflanzen
  • Vorhandenen Rhabarber pflegen und (wenn reif) ernten
  • Erbeerpflanzen durch Pflanzenschutzmittel vor Erdbeerblütenstecher schützen
  • Erdbeerbeete mit Stroh mulchen
  • Beerensträucher und Obstgehölze düngen (am besten mit nährstoffreichem Kompost – außer Heidelberen)
  • Ruten von Sommerhimbeeren und Brombeeren zurückschneiden und -beete mit Rindenkompost mulchen
  • Neue, frostempfindliche Beerensträucher wie Johannisbeeren setzen
  • Weinreben pflanzen

Blumen

Der Stammbaum der schönen Narzissen

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Ziergarten

Ein Großer Frostspanner hängt an einem durch Raupenfraß durchlöcherten Blatt. Raupen sollte man jetzt unbedingt von Obst- und Ziergehölzen abklauben. Foto: Rolf Haid/dpa
Ein Großer Frostspanner hängt an einem durch Raupenfraß durchlöcherten Blatt. Raupen sollte man jetzt unbedingt von Obst- und Ziergehölzen abklauben. Foto: Rolf Haid/dpa

Ziergärtner hingegen bevorzugen es, wenn in ihren Gärten Blumen, Hecken und Stauden prächtig blühen und der Rasen sattgrün ist. Damit sich jede einzelne Blume und jeder Strauch aber in ihrer vollkommenen Schönheit entfalten können, müssen die Gartler viel Arbeit und Zeit investieren. Im April darf man hier ganz schön loslegen, um alles auf Vordermann zu bringen:

  • Frostharte Blumenzwiebeln von ersten Sommerblühern (Lilie, Zigeunerblume) einpflanzen
  • Sämlinge vereinzeln
  • Bodendecker pflanzen und mulchen (mit Rindenkompost)
  • Krokusse umsetzen
  • Rosen schneiden
  • Neue Ziergäser setzen
  • Vorhandene Ziergräser teilen und umsetzen
  • Einjährige Sommerblumen (Duftwicken, Schleierkraut, Kapuzinerkresse, Goldmohn, Ringelblume) im Freiland säen
  • Junge Triebspitzen bei Sommerblumen und Stauden abzwicken oder -schneiden (Pflanzen werden buschiger)
  • Winterschutz von Stauden entfernen
  • Stauden, die im Sommer und Herbst blühen, pflanzen
  • Raupen des Kleinen Frostspanners von Ziergehölzen absammeln
  • Immergrüne Sträucher wie Rhododendren (humusreicher, kalkarmer Boden) pflanzen
  • Frühjahrsblüher düngen
  • Bereits verblühte Frühjahrsblüher (Zierjohannisbeeren, Forsythien) schneiden und auslichten (mit Gartenschere)
  • Gartenhibiskus, Hortensien und Schmetterlingssträucher zurückschneiden
  • Buchsbäume pflegen und schneiden
  • Unkraut aus Ritzen und Fugen entfernen
  • Schneckenkorn ausbringen
  • Rasen von Unkraut befreien, mähen und vertikutieren sowie Grasnarbe walzen
  • Rasen düngen (Langzeitdünger aufbringen) und gegebenenfalls nachsäen
  • Folie des Gartenteichs auf Schäden überprüfen sowie Zu- und Ablauf prüfen und säubern
  • Abgestorbene Pflanzen oder -teile mit einem Kescher aus dem Gartenteich entfernen
  • Gräser und Stauden am Gartenteich schneiden (ein Stück über dem Boden)
  • Falls nötig Großteil des Faulschlamms aus Gartenteich absaugen (mit Teichschlammsauger; Schlamm kompostieren und als Dünger verwenden)
  • Gartenteich reinigen
  • Neue Wasserpflanzen in Gartenteich einsetzen

Manche Insekten wie der Marienkäfer tun auch Hobbygärtnern etwas Gutes: Sie vertilgen Blattläuse. Foto: Andrea Warnecke/dpa
Manche Insekten wie der Marienkäfer tun auch Hobbygärtnern etwas Gutes: Sie vertilgen Blattläuse. Foto: Andrea Warnecke/dpa

Ein kleiner Tipp am Ende: Wer Nützlinge wie Wildbienen, Hummeln, Schlupfwespen, Florfliegen und Marienkäfer fördert, hat auch weniger Schädlinge und dadurch eine reichere Ernte bzw. einen schöneren Garten. Unterschlupf bieten beispielsweise hohle Zweige und spezielle Nistkästen für Insekten, sogenannte „Insektenhotels“. Gestaltet man seine grüne Wohlfühloase abwechslungsreich, dann gibt es auch ausreichend Lebensraum für die Nützlinge.

Bienen und Hummeln tragen dann Pollen an ihrem Körper und bestäuben damit die Pflanzen. Marienkäfer und Florfliegen kümmern sich beispielsweise um die Bekämpfung von Schädlingen wie Blattläusen. Schafft man diesen Lebensraum, kann man getrost die Chemiekeule im Keller lassen – und sich über reiche Blüte und einen hohen Ertrag freuen!

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