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Ratgeber

Hilfreiche Gartentipps für Januar

Auch wenn die meisten Pflanzen gerade Winterschlaf halten, ist im Januar in Zier- und Nutzgarten einiges zu tun.
Von Susanne Wolf

Ein bisschen Schnee vertragen die Äste und Blätter locker. Liegen aber dicke Packen auf den Pflanzen, sollten Hobbygärtner diese entfernen. Foto: Andrea Warnecke/dpa
Ein bisschen Schnee vertragen die Äste und Blätter locker. Liegen aber dicke Packen auf den Pflanzen, sollten Hobbygärtner diese entfernen. Foto: Andrea Warnecke/dpa

Regensburg.Still und unscheinbar liegen die Gärten im Januar da. Viele von ihnen sehen durch den Schnee, der die Pflanzen, Bäume und Sträucher bedeckt, wie gezuckert aus. Jetzt ist es ruhig in Zier- und Nutzgärten, trotzdem kann man in diesem Monat ein paar kleinere Tätigkeiten wie die ersten Rückschnitte des Jahres erledigen.

Langsam, aber sicher werden die Tage wieder länger. Bald beendet der Garten seinen Winterschlaf und erwacht zu neuem Leben, wenn die ersten Frühlingsboten aus dem Boden oder an den Ästen sprießen.

Abstauben tut einer Pflanze gut – daher sollte man regelmäßig mit einem Tuch zu Werke gehen. Foto: Andrea Warnecke/dpa
Abstauben tut einer Pflanze gut – daher sollte man regelmäßig mit einem Tuch zu Werke gehen. Foto: Andrea Warnecke/dpa

Mehr Aufmerksamkeit sollten Gartler im Januar ihren Zimmerpflanzen bzw. den Pflanzen, die im Haus überwintern, widmen. Denn diese kommen oft mit der trockenen Heizungsluft nicht klar. Dann haben Schädlinge wie Spinnmilben eine große Chance, um sich zu vermehren – und dadurch die Pflanzen dauerhaft zu schädigen. Diesen Monat kann man auch seine Zimmerpflanzen vermehren und eine Keimprobe bei altem Saatgut machen.

Pflanzen

Hängender Zimmergarten als Hingucker

Von der Decke baumelnd können Pfanzen Blickfang und Raumteiler zugleich sein. Beim Gießen jedoch ist Strategie gefragt.

Wer sich in den letzten beiden Monaten noch nicht seinen Gartengeräten gewidmet hat, sollte das jetzt schleunigst tun. Denn auch sie brauchen eine Reinigung und Pflege, damit sie den Gartler in der neuen Saison bei seinen Tätigkeiten unterstützen. Man sollte die Gartengeräte reinigen und reparieren, die Gartenhütte aufräumen sowie die Zäune und Rankgerüste auf Beschädigungen kontrollieren und ggf. ausbessern.

Nutzgarten

Keimlinge kann man auch selbst zu Hause ziehen. Man sollte dann aber immer nur so viel anbauen wie auch gegessen wird. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa
Keimlinge kann man auch selbst zu Hause ziehen. Man sollte dann aber immer nur so viel anbauen wie auch gegessen wird. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Frische Vitamine aus dem Garten und von der Fensterbank. Im Januar sollte man sich langsam Gedanken darüber machen, welche Salat-, Gemüse- und Kräutersorten man in der neuen Saison anbauen möchte. Denn in Kürze werden wieder die ersten frische Samen im Handel erhältlich sein. Bei der Planung sollte man die Kulturfolge und den Fruchtwechsel berücksichtigen.

Garten

Wildobsthecke: anspruchslos und wertvoll

Es gibt auch noch etwas anderes als Äpfel, Kirschen und Zwetschgen: Wildobsthecken sind nützlich für Mensch und Tier.

Sind Schädlinge vorhanden? Hängen noch ein paar Fruchtmumien an den Bäumen? An einem schönen und milden Wintertag sollten Hobbygärtner einen Gang durch ihren Garten machen. Dabei werden die Obstgehölze unter die Lupe genommen und kontrolliert – und ggf. behandelt. Im Nutzgarten, in dem Kräuter- und Gemüsesorten sowie Beerensträucher und Obstbäume gedeihen, stehen im Januar folgende Tätigkeiten an:

  • Für Wühlmäuse Köder auslegen oder Fallen aufstellen
  • Bei mildem Wetter Erde in Beeten lockern und Unkraut harken
  • Sträucher und Bäume sowie Pflanzen in Beeten bei starkem Schneefall vom Schnee befreien und Schnee vom Gewächshaus kehren
  • Schnee im Wurzelbereich und auf den Beeten zum Schutz vor Frost liegen lassen
  • Petersilie (unter Folie/Vlies) ernten
  • Dill, Kerbel, Kresse, Rucola, Senf, Rauke und Sprossen auf der Fensterbank ziehen
  • Ausgelaugte Erde im Gewächshaus durch neue ersetzen
  • Bei mildem Wetter Feldsalat, Rosenkohl, Spinat, Winterendivie, Winterlauch und Winterportulak ernten
  • Grünkohl nach starkem Frost ernten (Bitterkeit geht verloren)
  • Wintergemüse und -salate bei unter -15 °C durch Vlies oder Strohmatten vor Frost schützen
  • Übrige Kulturen immer durch Vlies oder Strohmatten vor Frost schützen
  • Erste Salat- und Gemüsesorten (Kohlrabi, Kopfsalat, Rettich) vorziehen
  • Gelagertes Gemüse und Obst regelmäßig auf faule Früchte überprüfen und dieses ggf. entsorgen
  • Vorratskeller bei mildem Wetter lüften
  • Obstbäume durch Draht-, Lattengitter oder Plastikspiralen vor Wildverbiss schützen
  • Beschädigte Pfähle an Obstbäumen entfernen und neue anbringen
  • Brüchige Rinde alter Obstbäume abbürsten (darunter nisten sonst Schädlinge)
  • Schutz- und Nähranstrich an Stämmen von Obstbäumen anbringen (schützt vor Frostspannung)
  • Obstgehölze an frostfreien Tagen (nach-)schneiden (Baumkronen auslichten, abgestorbene Äste entfernen) oder verjüngen; Schnittwunden klein halten
  • Wunden und Verletzungen an Bäumen und Sträuchern mit Baumwachs behandeln
  • Fruchtmumien sowie kranke Blätter von Obstgehölzen entfernen und in die Mülltonne schmeißen (Pilze und Bakterien überleben im Boden)
  • Edelreiser schneiden
  • Stämme von Beerenhochstämmchen zum Schutz vor Frostrissen mit Stroh einbinden
  • Beerensträucher auslichten
  • Kübelpflanzen im Winterquartier nicht düngen, mäßig gießen und regelmäßig auf Schädlinge kontrollieren und ggf. behandeln

Im Januar sollte man neue Nistkästen bauen und aufhängen, da bereits im Februar die ersten Vogelarten mit dem Nestbau beginnen. Foto: Andrea Warnecke/dpa
Im Januar sollte man neue Nistkästen bauen und aufhängen, da bereits im Februar die ersten Vogelarten mit dem Nestbau beginnen. Foto: Andrea Warnecke/dpa

Zusätzlicher Tipp: Der Januar eignet sich perfekt, um neue Nistkästen zu bauen, da sich die restliche Gartenarbeit in Grenzen hält. Bereits vorhandene Nistkästen sollte man jetzt jedoch nicht reinigen, sondern einfach hängen lassen. Denn viele Tiere wie Siebenschläfer nutzen sie als Überwinterungsquartier. Wichtig ist es, Wildtiere wie Vögel und Insekten regelmäßig zu füttern – vor allem bei geschlossener Schneedecke.

Ziergarten

Der Ast eines Winterjasmins streckt sich entlang einer von leichtem Schnee bedeckten Wiese und zeigt eine seiner gelben Blüten. Die ursprünglich aus China stammende Pflanze blüht, wie der Name schon nahelegt, in den Wintermonaten. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa
Der Ast eines Winterjasmins streckt sich entlang einer von leichtem Schnee bedeckten Wiese und zeigt eine seiner gelben Blüten. Die ursprünglich aus China stammende Pflanze blüht, wie der Name schon nahelegt, in den Wintermonaten. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Im Ziergarten ist im Januar längst Ruhe eingekehrt. Die meisten Pflanzen halten dann ihren Winterschlaf. Trotzdem kann der ein oder andere Gartler ein paar bunte Farbtupfer finden – vorausgesetzt, er nennt bestimmte Winterblüher wie den gelb blühenden Winterjasmin sein Eigen.

Garten

Was Kamelien wirklich brauchen

Kamelien mögen keinen dicken Frostschutz. Doch die unterkühlten Schönheiten schätzen im Winter geschützte Standorte.

Damit diese Gartenart für die kommende Saison gerüstet ist, sollte man jetzt Hand anlegen und hier einige Aufräum- und Pflegearbeiten erledigen. Im Ziergarten, der Bäume, Sträucher, Hecken, Stauden und Blumen beherbergt, ist im Januar Folgendes zu tun:

  • Für Wühlmäuse Köder auslegen oder Fallen aufstellen
  • Sträucher und Bäume sowie Pflanzen in Beeten bei starkem Schneefall vom Schnee befreien
  • Schnee im Wurzelbereich und auf den Beeten zum Schutz vor Frost liegen lassen
  • Winterjasmin pflegen und schneiden
  • Ziersträucher bei mildem Wetter auslichten
  • Frühblüher (Flieder, Forsythie, Schneeball, Zierjohannisbeere) nicht mehr zurückschneiden, da man sonst die Blüten der kommenden Saison zerstört
  • Abgestorbene Stängel von Stauden schneiden
  • Stauden, die kalt keimen (Adonisröschen, Eisenhut, Enzian, Küchenschelle, Trollblume), spätestens diesen Monat aussäen, da sie zum Keimen einen (mehrwöchigen) Kältereiz brauchen
  • Laubhecken zurückschneiden und verjüngen
  • Immergrüne (Buchsbaum, Kirschlorbeer, Rhododendron) bei mildem Wetter wässern
  • Kübelpflanzen im Freien mit Noppenfolie, Sackleinen oder Strohmatten einwickeln und zum Schutz vor Frost an die Hauswand stellen
  • Kübelpflanzen im Winterquartier nicht düngen, mäßig gießen und regelmäßig auf Schädlinge kontrollieren und ggf. behandeln
  • Winterquartier bei mildem Wetter lüften
  • Pflanzen im Winterquartier ab und an gießen
  • Zimmerpflanzen regelmäßig abstauben und gießen
  • Erde von Zimmerpflanzen und Pflanzen im Winterquartier auf Schimmel und Fäulnis prüfen und ggf. entfernen
  • Balkonblumen und Kübelpflanzen auf Schädlinge überprüfen und ggf. behandeln
  • Geranien säen
  • Fische nicht mehr füttern
  • Wasser im Gartenteich durch Eisfreihalter (Styroporring oder Holzstück) offenhalten
  • Bei starkem Frost Teichheizer einsetzen

Bevor man den Weihnachtsbaum entsorgt, kann man die Äste auch abschneiden und als Schutz für Stauden- und Beetpflanzen im eigenen Garten verwenden. Foto: Robert Michael/dpa
Bevor man den Weihnachtsbaum entsorgt, kann man die Äste auch abschneiden und als Schutz für Stauden- und Beetpflanzen im eigenen Garten verwenden. Foto: Robert Michael/dpa

Zusätzlicher Tipp: Sie wissen nicht, was Sie mit Ihrem Weihnachtsbaum machen sollen, weil sie ihn nicht einfach wegwerfen wollen? Dann schneiden Sie einfach die Äste ab und decken Sie damit Ihre Stauden- und Rosenbeete ab. Die Pflanzen werden es Ihnen danken, da sie so vor Frost, Kälte und der Wintersonne geschützt werden.

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