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Ratgeber

Nützliche Gartentipps für November

Pflanzen, umsetzen, warten und schützen: Im November werden Nutz- und Ziergärten fit für den nahenden Winter gemacht.
Von Susanne Wolf

Das herabfallende Herbstlaub kann man entweder zusammenrechen und kompostieren oder daraus für Igel ein Winterquartier bauen. Foto: Patrick Pleul/lby/dpa
Das herabfallende Herbstlaub kann man entweder zusammenrechen und kompostieren oder daraus für Igel ein Winterquartier bauen. Foto: Patrick Pleul/lby/dpa

Regensburg.Langsam naht der Winter: Viele Gehölze werfen ihr Laub ab, es wird von Tag zu Tag kälter, viele Pflanzen sind bereits verblüht und auch das letzte Gemüse ist reif. Hobbygärtner sollten jetzt kontrollieren, ob sich noch Wasser in den Gefäßen befindet. Ist das der Fall, sollte man sie umgehend leeren, damit sie bei Frost nicht kaputt gehen. Auch der Gartenschlauch sollte entleert und ins (Garten-)Haus oder die Garage gebracht werden.

Eine der wichtigsten Aufgaben im Zier- und Nutzgarten im November ist die Beseitigung des Laubs. Entweder kann man daraus Komposterde herstellen oder es als Frostschutz an der Pflanzenbasis anhäufeln – oder ein Winterquartier für Wildtiere wie Igel daraus bauen. Ratsam ist es, dabei mit einer Harke und einem Rechen zu arbeiten – und auf einen elektrischen Laubbläser zu verzichten. Letzterer kann nicht nur Insekten, sondern auch Kleintiere verletzen oder sogar töten.

Eine lange Gartensaison ist zu Ende: Alle Geräte sollten vor dem Einzug in das Winterlager gesäubert und überholt werden. Foto: Kai Remmers/dpa
Eine lange Gartensaison ist zu Ende: Alle Geräte sollten vor dem Einzug in das Winterlager gesäubert und überholt werden. Foto: Kai Remmers/dpa

Im November sollten Hobbygärtner ihr Gartenwerkzeug gründlich reinigen und richtig pflegen. Von den Metallteilen der Geräte entfernt man den Schmutz und wischt sie danach mit Seifenwasser ab. Eventuell vorhandener Rost lässt sich mit Stahlwolle abbürsten, rät der Kreisverband Regensburg für Gartenkultur und Landespflege, Dachverband für 85 Obst- und Gartenbauvereine (OGV) im Landkreis Regensburg. Damit man das Werkzeug lange nutzen kann, ist es hilfreich, die einzelnen Geräte mit Öl – und ggf. mit einem Rosthemmer – einzureiben. Sind die Stiele rau, kann man sie mit Schmiergelpapier glätten. Danach sollte man auch sie mit einem speziellen Öl einreiben.

Stumpfe Gartenmesser und -scheren werden geschliffen. „Schnittwerkzeug wie Baumscheren werden ebenfalls gereinigt, geschliffen und zusätzlich desinfiziert, um eine Übertragung von Krankheiten bei der nächsten Schnittmaßnahme zu vermeiden“, empfiehlt der OGV-Dachverband. Auch motorbetriebene Geräte müssen im November gepflegt werden: Schmutz und Mähreste vom Rasenmäher entfernen und Heckenscheren warten. Zu guter Letzt werden die Geräte über den Winter im Trockenen eingelagert.

Garten

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Nutzgarten

Im Nutzgarten, in dem Obstbäume und Beerensträucher sowie Gemüse- und Kräuterbeete gedeihen, ist der Großteil der Arbeiten im November bereits abgeschlossen. Denn hier wird vor allem im Sommer und Frühherbst geerntet, was wiederum mit viel Pflege und Hege verbunden ist.

Im Herbst ist Hagebutten-Zeit. Die Früchte – im Bild Hagebutten der Kartoffel-Rose (Rosa rugosa) – sind reif, wenn die Schale bei Druck etwas nachgibt. Foto: Andrea Warnecke/dpa
Im Herbst ist Hagebutten-Zeit. Die Früchte – im Bild Hagebutten der Kartoffel-Rose (Rosa rugosa) – sind reif, wenn die Schale bei Druck etwas nachgibt. Foto: Andrea Warnecke/dpa

In diesem Monat muss diese Gartenart noch einmal gepflegt und bereit für die kalte Jahreszeit gemacht werden. Wichtig ist es, regelmäßig das heruntergefallene Laub zu entfernen. Auch ein paar letzte Obst- und Gemüsesorten können geerntet werden. Im Nutzgarten stehen im November folgende Tätigkeiten an:

  • Beete vor Frost schützen (durch dünne Laubschicht von höchstens fünf Zentimetern)
  • Komposthaufen abdecken oder neu anlegen
  • Frostempfindliches Gemüse an trockenem Tag vor erstem Frost ernten und verarbeiten oder einlagern
  • Wintersalate und -gemüse im Gewächshaus ernten
  • Pflanzen im Gewächshaus auf Schädlinge und Krankheiten kontrollieren und ggf. behandeln
  • Abgeernteten Boden im (Hoch-)Beet durch Gründüngung (Dinkel, Wintergerste, Winterweizen) stärken
  • Herbstbeeren (Hagebutte, Kornelkirsche, Sanddorn, Schlehe) und Wildobst (Felsenbirne) ernten und verarbeiten
  • Veredeln von Obstgehölzen planen und Edelreiser bestellen
  • Pflegenden Stammanstrich an Obstbäumen anbringen (schützt vor Schädlingen, Witterung und Krankheiten; kräftigt Rinde)
  • Winterschnitt an Obstgehölzen vornehmen (ist es kälter als - 5 °C, nicht mehr schneiden)
  • Widerstandsfähige Obstgehölze pflanzen und mit Pfahl stabilisieren
  • Anfang November Weiki pflanzen
  • Neu gepflanzte Obstbäume und -sträucher bei Trockenheit bis zum ersten Frost wässern
  • Unkraut unter Obststräuchern jäten
  • Himbeersträucher mulchen (Rindenmulch, Mist, Laubkompost)

Wer sich jetzt ein Hochbeet baut, kann sich in der kommenden Saison bereits über den ersten Ertrag freuen. Foto: Schmid
Wer sich jetzt ein Hochbeet baut, kann sich in der kommenden Saison bereits über den ersten Ertrag freuen. Foto: Schmid

Zusätzlicher Tipp: Wer sich ein Hochbeet bauen möchte, sollte das an einem trockenen Tag im November machen. Dann können begnadete Heimwerker in Ruhe im Garten schrauben, da keine anderen aufwendigen Tätigkeiten mehr anstehen. Ein Hochbeet bietet nicht nur den Vorteil, dass es von Schnecken und anderen Schädlingen weitgehend verschont bleibt, sondern ist auch noch rückenfreundlich für den Gärtner.

Garten

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Ziergarten

Im November sollten Ziergärtner regelmäßig das herabfallende Laub in ihrem Garten beseitigen. Wichtig ist dabei, dass sie es nicht auf ihrem Rasen anhäufeln, da dieser sonst unter einem Laubhaufen zu faulen anfangen würde. Zwar muss in dieser Gartenart diesen Monat noch einiges erledigt werden, um die Pflanzen gut durch den Winter zu bringen. Trotzdem ist die Arbeit überschaubar.

In der Regel dauert es zwischen sechs und zwölf Monate, bis aus Abfällen und Grünzeug fertiger Kompost wird. Foto: Nestor Bachmann/dpa
In der Regel dauert es zwischen sechs und zwölf Monate, bis aus Abfällen und Grünzeug fertiger Kompost wird. Foto: Nestor Bachmann/dpa

Wichtig ist es, den Garten auf Vordermann zu bringen und Hecken, Stauden und Co. vor der bald einkehrenden Kälte zu schützen. Im Ziergarten, der Bäume, Sträucher, Hecken, Stauden und Blumen beherbergt, ist im November Folgendes zu tun:

  • Beete vor Frost schützen (durch dünne Laubschicht von höchstens fünf Zentimetern)
  • Komposthaufen abdecken oder neu anlegen
  • Empfindliche Kübelpflanzen frühzeitig ins Haus (Wintergarten oder kleines Gewächshaus für tropische Pflanzen, sonst Treppenhaus, Garage, Keller oder kühler Raum) bringen; vorher alte und vertrocknete Blüten und Blätter sowie kranke und beschädigte Triebe entfernen
  • Winterharte Kübelpflanzen (Buchsbaum, Funkie, Fetthenne, Hortensie, Rose, Ziergräser) mit Bastmatten, Laub oder Nadelreisig vor Kälte schützen; Wurzelballen zusätzlich durch Styropor schützen
  • Blumenzwiebeln von Frühblühern (Blausternchen, Hyazinthe, Iris, Krokus, Lilie, Narzisse, Schneeglöckchen, Traubenhyazinthe, Tulpe, Zierlauch) auf der Fensterbank vorziehen
  • Kranke und abgeknickte Triebe von Beetrosen entfernen, restliche Triebe um ein Drittel einkürzen
  • Störende Triebe von Rosen einkürzen
  • Beetrosen mit Reisig (Tanne oder Fichte) oder Stroh abdecken
  • Veredelungsstellen von Rosen durch Erde oder Humus schützen
  • Knollen von Begonien, Dahlien und Gladiolen vor dem ersten Frost aus dem Beet holen und kühl, dunkel sowie trocken lagern
  • Chrysanthemen nach der Blüte zurückschneiden und den Wurzelbereich durch ein Gartenvlies oder eine Laubschicht vor Frost schützen
  • Vertrocknete Pflanzenteile an Stauden belassen (Winterschutz und Überwinterungsmöglichkeit für Insekten)
  • Empfindliche Stauden (Duftesche, Kamelie, Montbretie, Riesenblattlilie, Riesenschaublatt, Scheinhasel, Strauchpfingstrose, Taschentuchbaum) durch Laub im Wurzelbereich und Schilfmatte um Pflanze vor Frost schützen
  • Zum Schutz vor Frost und Schnee Pampasgras-Blätter zusammenbinden, das Ziergras mit Laub umgeben und am besten mit Reisig einkleiden
  • Neue Stauden bis Mitte des Monats pflanzen und vorhandene teilen
  • Sommergrüne Sträucher und Bäume pflanzen
  • Absterbende Pflanzenteile sowie Laub und Algen aus Gartenteich entfernen (ggf. Netz über Teich spannen)
  • Pflanzen (Binsen, Gräser) am Teichufer auf circa 20 Zentimeter zurückschneiden
  • Laubgehölze am Teichufer zurückschneiden
  • Wasserpflanzen zurückschneiden
  • Gartenteich mittels Schlammsauger reinigen
  • Teich mit frischem Wasser auffüllen (falls nach dem Sommer noch nicht erledigt)
  • Wasser auf Nitratgehalt kontrollieren
  • Pumpe aus Teich entfernen
  • Fische ab 10 °C nicht mehr füttern
  • Wasser im Gartenteich durch Eisfreihalter (Styroporring) offenhalten
  • Bei starkem Frost Teichheizer einsetzen

Die meisten heimischen Pflanzen kommen mit Kälte gut klar. Bei einigen Pflanzen lohnt sich allerdings ein Schutz, zum Beispiel beim Olivenbaum. Denn dieses Gehölz ist nicht zweifelsfrei frosthart. Foto: Caroline Seidel/dpa
Die meisten heimischen Pflanzen kommen mit Kälte gut klar. Bei einigen Pflanzen lohnt sich allerdings ein Schutz, zum Beispiel beim Olivenbaum. Denn dieses Gehölz ist nicht zweifelsfrei frosthart. Foto: Caroline Seidel/dpa

Zusätzlicher Tipp: Jetzt gilt es, Stauden und Gehölze, die ein mildes Klima gewohnt sind, vor Kälte zu schützen. Wichtig ist dabei, dass man sie nicht direkter Sonneneinstrahlung aussetzt – sonst vertrocknen die Pflanzen. Die Sonne begünstigt die Verdunstung über die Triebe und Blätter – bei gleichzeitig eingefrorenen Wurzeln. Hier hilft das Anhäufeln von Erde an der Basis, im oberen Bereich der Pflanze bringen Hobbygärtner Jute oder Vlies an.

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