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Ratgeber

Nützliche Gartentipps für Oktober

Der Winter steht vor der Tür: Jetzt bereiten Zier- und Nutzgärtner ihre Pflanzen und Geräte auf die kalte Jahreszeit vor.
Von Susanne Wolf

Blumenzwiebeln und die Wurzeln vieler Pflanzen lassen sich vor Wühlmäusen schützen, indem man sie mit speziellen Pflanzkörben in die Erde gibt. Foto: Kai Remmers/dpa
Blumenzwiebeln und die Wurzeln vieler Pflanzen lassen sich vor Wühlmäusen schützen, indem man sie mit speziellen Pflanzkörben in die Erde gibt. Foto: Kai Remmers/dpa

Regensburg.Der Herbst färbt die Natur momentan bunt. Doch der Winter naht schnellen Schrittes. Damit werden die Tage wieder kürzer und die Nächte kälter. Die kühlen Temperaturen haben auch Einfluss auf die Pflanzen, die bald ihren Winterschlaf halten werden. Im Oktober machen Nutz- und Ziergärtner ihre Gärten winterfest, damit in der kommenden Saison wieder alles grünt und blüht.

Jetzt gilt es, sowohl seine Pflanzen als auch seine Gartengeräte und das Zubehör auf die kalte Jahreszeit vorzubereiten. Wichtig ist vor allem, Gartengeräte, die Wasser enthalten, vor dem Frost zu schützen. Dazu gehören Regentonnen, Garten- und Teichpumpen, Gartenschläuche, Wasserleitungen sowie Wasserzähler. Sie sollten entleert und wenn möglich in den Keller oder das Gartenhaus gebracht werden. Es schadet übrigens nicht, wenn man die Gartengeräte, das Zubehör und das Werkzeug wartet und reinigt.

Zusammengekehrtes Laub können Hobbygärtner sinnvoll nutzen, etwa als Wärmedecke für Stauden oder als Winterquartier für Igel. Foto: Florian Schuh/dpa
Zusammengekehrtes Laub können Hobbygärtner sinnvoll nutzen, etwa als Wärmedecke für Stauden oder als Winterquartier für Igel. Foto: Florian Schuh/dpa

Wer Laub in seinem Garten liegen lässt, schafft nicht nur ein Winterquartier für Wildtiere wie Igel, sondern schützt Beete, Hecken und Sträucher vor dem Frost. Gärtner, die kleine Laubhaufen nicht stören, sollten sie also unbedingt liegenlassen. Unter den Haufen bleibt die Feuchtigkeit im Boden, zudem kann sich Humus besser bilden. Wichtig ist, dass kein Laub – und schon gar keine Laubhaufen – auf dem Rasen liegen. Sonst verfault das Gras unter dem Laub.

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Nutzgarten

Hobbygärtner, die einen Nutzgarten bewirtschaften, können diesen Monat noch die letzten Gemüse-, Salat- und Obstsorten sowie Kräuter ernten. Im Oktober muss diese Gartenart aber nochmals intensiv gepflegt werden, damit sie winterfest und somit gerüstet für die kommende Saison ist.

Im Oktober reifen Walnüsse heran – die Nüsse sind nicht nur bei Menschen beliebt. Ein guter Walnussbaum trägt pro Jahr bis zu 150 Kilogramm der vitamin- und mineralreichen Nüsse. Nach der Ernte kann man den Baum zurückschneiden. Foto: Wolfgang Kumm/dpa
Im Oktober reifen Walnüsse heran – die Nüsse sind nicht nur bei Menschen beliebt. Ein guter Walnussbaum trägt pro Jahr bis zu 150 Kilogramm der vitamin- und mineralreichen Nüsse. Nach der Ernte kann man den Baum zurückschneiden. Foto: Wolfgang Kumm/dpa

In einem Nutzgarten finden sich Beerensträucher und Obstbäume sowie Gemüse- und Kräuterbeete. Das sind quasi Pflanzen, die einen Nutzen für den Hobbygärtner haben. Im Oktober stehen hier folgende Tätigkeiten an:

  • Laub regelmäßig zusammenrechen und auf Beeten verteilen oder kompostieren (außer von der Walnuss)
  • Gartenabfälle kompostieren
  • Beete auf Wühlmäuse prüfen und ggf. bekämpfen
  • Unkraut jäten
  • Kräuter vor dem ersten Frost ernten und einfrieren, trocknen oder verarbeiten
  • Kräuter im Beet durch Vlies vor Frost schützen
  • Letztes Gemüse vor dem ersten Frost ernten und verarbeiten oder einlagern
  • Grüne Tomaten vor dem ersten Frost pflücken und zum Reifen auf eine Fensterbank legen
  • Salate ernten
  • Gewächshaus reinigen (Pilzsporen, Algen, Bakterien und Moos entfernen bzw. behandeln)
  • Spargel Ende des Monats zurückschneiden (wenn das Kraut vertrocknet und der Stiel hohl ist)
  • Frostunempfindliche Feldsalatsorten aussäen
  • Abgeernten Boden im (Hoch-)Beet durch Gründüngung (Gründüngermischung, alternativ: Gelbsenf, Perserklee, Phacelia und Gelbe Lupine aussäen) stärken
  • Hochbeet mit Erde auffüllen (führt neue Nährstoffe zu) oder ggf. komplette Erde erneuern (nach fünf bis sieben Jahren)
  • Walnussbäume nach der Ernte schneiden, dann Sägewunden mit Wundverschlussmittel versorgen
  • Letzte Obstsorten (Apfel, Quitte) ernten und verarbeiten oder einlagern
  • Fallobst aufsammeln und in die Müll- oder Biotonne – und nicht auf den Kompost – werfen
  • Fruchtmumien von Obstbäumen entfernen und in Müll- oder Biotonne entsorgen
  • Unempfindliche Obstbäume umpflanzen
  • Kälteresistente Obstarten (außer Aprikose, Kiwi, Pfirsich, Quitte, Walnuss, Wein) pflanzen
  • Beerensträucher zurückschneiden
  • Neue, wurzelnackte Beerensträucher pflanzen
  • Erdbeeren verfrühen, wenn ein Gewächshaus vorhanden ist (Pflanzen müssen ab Mitte Dezember ins Gewächshaus)

Kürbisgesichter leuchten in einem Garten. Foto: Patrick Pleul/dpa
Kürbisgesichter leuchten in einem Garten. Foto: Patrick Pleul/dpa

Zusätzlicher Tipp: Am 31. Oktober ist Halloween. Wer Kürbisse in seinem Garten anbaut, kann sie nicht nur zum Zubereiten von leckeren Speisen verwenden, sondern sie auch nach der Ernte aushöhlen und Gesichter hineinschnitzen. Dann hat man im Handumdrehen eine gruselige Halloween-Dekoration für das Zuhause oder den Garten.

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Ziergarten

Auch wenn die Temperaturen langsam sinken und die Sommerblumen längst verblüht sind, ist der Ziergarten trotzdem noch schön anzusehen. Denn: Bunte Herbststauden zeigen sich gerade noch in all ihrer Pracht. Trotzdem dürfen Hobbygärtner hier noch einmal richtig werkeln, damit sie gerüstet für die neue Saison sind.

Viele Blumenzwiebeln sollten noch im Herbst in die Erde kommen. Foto: Florian Schuh/dpa
Viele Blumenzwiebeln sollten noch im Herbst in die Erde kommen. Foto: Florian Schuh/dpa

Wenn man jetzt seine Pflanzen rechtzeitig und vor allem richtig zurückschneidet, dann sind sie nicht nur fit für den bevorstehenden Winter, sondern gedeihen auch im kommenden Jahr wieder prächtig. Im Ziergarten, der Bäume, Blumen, Hecken, Stauden und Sträucher beherbergt, ist im Oktober Folgendes zu tun:

  • Laub zusammenrechen und auf Beeten verteilen oder kompostieren (außer von der Eiche)
  • Gartenabfälle kompostieren
  • Beete auf Wühlmäuse prüfen und ggf. bekämpfen
  • Unkraut jäten
  • Balkonkästen und Kübel mit Herbstblumen (Aster, Buntlaubiges Kaukasusvergissmeinnicht, Christrose, Chrysantheme, Dickmännchen, Elfenblume, Fette Henne, Funkie, Hauswurz, Heidepflanze, Purpurglöckchen, Silberblatt, Ziergräser, Zierkohl) bepflanzen
  • Empfindliche Kübelpflanzen vor dem ersten Frost ins Winterquartier stellen
  • Vertrocknete Blüten und alte Samenstände von Kübelpflanzen zurückstutzen
  • Ziergräser zusammenbinden, aber nicht schneiden
  • Rosengehölze umpflanzen, damit sie bis zum Frühjahr Wurzeln bilden, und gut angießen
  • Neue, wurzelnackte Rosen vor dem Pflanzen für mindestens 12 Stunden wässern, dann pflanzen und gut angießen
  • Rosen maximal bis zur Hälfte zurückschneiden
  • Rosenwurzeln vor dem Frost durch Anhäufeln von Erde (ca. 15 cm hoch) schützen
  • Hagebutten ernten und verarbeiten
  • Knollen von Dahlien, Begonien und Gladiolen zum Kälteschutz frühzeitig ausgraben und zum Überwintern einlagern
  • Blumenzwiebeln von Frühlingsblühern (Krokus, Hyazinthe, Tulpe, Zierlauch, Narzisse, Zwergiris, Lilie) pflanzen; vorher Erde lockern und circa 25 Zentimeter tiefes Loch graben; ggf. zum Schutz vor Wühlmäusen einen Pflanzkorb setzen und Vergrämungsmittel hinzugeben
  • Zweijährige Sommerblumen (Bartnelke, Bellis, Fingerhut, Glockenblume, Goldlack, Stiefmütterchen, Stockmalve, Veilchen, Vergissmeinnicht, Waldscheinmohn) an neuem Standort pflanzen
  • Empfindliche Blumen mit Reisig oder Laub vor Frost schützen
  • Mehrjährige Chrysanthemen im Topf in einem hellen und kühlen Raum überwintern
  • Mehrjährige Chrysanthemen im Beet nach der Blüte zurückschneiden und die Wurzeln durch Zweige oder Laub vor Frost schützen
  • Samen von Sommerblumen sammeln und für Frühjahrssaat trocknen
  • Pfingstrosen pflanzen
  • Große Stauden teilen und verjüngen
  • Hecken (an trockenem Tag, aber nicht bei Frost) zurückschneiden
  • Immergrüne Laub- und Nadelgehölze zurückschneiden
  • Ziergehölze (außer Schmetterlingsflieder) zurückschneiden und im unteren, dichten Bereich auslichten
  • Rasen mit speziellem Herbstdünger düngen
  • Rasen noch ein letztes Mal mähen
  • Absterbende Pflanzenteile aus Gartenteich entfernen

Zahlreiche Stauden wie die Pfingstrose müssen bereits jetzt gesät bzw. gepflanzt oder gesteckt werden, damit sie im nächsten Jahr so schön blühen können. Foto: Franziska Gabbert/dpa
Zahlreiche Stauden wie die Pfingstrose müssen bereits jetzt gesät bzw. gepflanzt oder gesteckt werden, damit sie im nächsten Jahr so schön blühen können. Foto: Franziska Gabbert/dpa

Zusätzlicher Tipp: Wer seine Pflanzen zurückschneidet, sollte unbedingt mit scharfem und vor allem sauberem Werkzeug arbeiten. Wichtig ist, dass man im Herbst darauf verzichtet, die Stauden-Pfingstrosezu stutzen. Sie ist diesbezüglich sehr empfindlich und kann ihr herabfallendes Laub gut als Schutz für ihre Wurzeln gebrauchen. Im Herbst sollten Ziergärtner übrigens Steckhölzer abschneiden und in die Erde einbringen, damit sie in einem Jahr ausreichend Wurzeln bilden. Nach zwei Jahren sind sie dann kräftig genug und können am geplanten Standort eingebracht werden.

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