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Ratgeber

Nützliche Gartentipps für September

Jetzt naht der Herbst schnellen Schrittes. Darum stehen im Nutz- und Ziergarten noch einmal viele wichtige Tätigkeiten an.
Von Susanne Wolf

Im September dürfen sowohl Zier- als auch Nutzgärnter nochmal richtig anpacken. Foto: Bernd Wüstneck/dpa
Im September dürfen sowohl Zier- als auch Nutzgärnter nochmal richtig anpacken. Foto: Bernd Wüstneck/dpa

Region.Langsam neigt sich der Sommer dem Ende und macht dem Herbst Platz. Jetzt heißt es sowohl für Zier- als auch Nutzgärtner: Noch einmal alle Kräfte mobilisieren und anpacken, damit man in den kommenden Wochen den Garten einerseits noch in vollen Zügen genießen kann, ihn aber auch andererseits fit für den Herbst und Winter sowie teilweise bereits für die neue Saison macht.

Wenn im September das Laub allmählich anfängt, sich zu verfärben, und die Pflanzen ihre Früchte und Blüten abwerfen, dann ist die Gartensaison aber noch lange nicht beendet. Denn sowohl im Nutz- als auch im Ziergarten haben Hobbygärtner noch alle Hände voll zu tun. Sie müssen ernten und ihre Pflanzen pflegen. Außerdem kann man im Nutzgarten nochmal säen und im Ziergarten die ersten Blumenzwiebeln für nächstes Jahr einbringen.

Diesen Monat muss man seine Beete pflegen, säubern und bereits neu anlegen. Foto: Kai Remmers/dpa
Diesen Monat muss man seine Beete pflegen, säubern und bereits neu anlegen. Foto: Kai Remmers/dpa

Jetzt sollte man sich auch schon überlegen, wie in etwa man den Garten im kommenden Jahr gestalten will. Dann kann man im September bereits neue Beete und auch Wege anlegen, damit sich die Gartler zwischen ihren Pflanzen bewegen können. Wir haben die wichtigsten Gartentipps für September für Sie zusammengestellt.

Wie wäre es beispielsweise damit, dass Sie sich im nächsten Jahr einen Hildegard-Garten mit Heilkräutern anlegen?

Nutzgarten

Auch wenn sich die Gemüse- und Kräuterbeete sowie Beerensträucher und Obstbäume langsam leeren, muss der Nutzgärtner jetzt nochmal richtig anpacken, um Obst, Gemüse und Salate zu ernten sowie den Garten zu pflegen, winterfest zu machen und auch schon für die kommende Saison vorzubereiten.

Will man auch Wintersalate aus eigenem Anbau, sollte man sie im September pflanzen. Foto: Monique Wüstenhagen/dpa
Will man auch Wintersalate aus eigenem Anbau, sollte man sie im September pflanzen. Foto: Monique Wüstenhagen/dpa

Wer länger selbst gezogene Nutzpflanzen haben will, kann jetzt nochmal einige Gemüse- und Salatsorten im Gewächshaus anbauen. Nennt der Gartler noch kein Treibhaus sein Eigen, dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um sich eines zu bauen oder zu kaufen und dann aufzubauen. Im Nutzgarten stehen im September folgende Tätigkeiten an:

  • Laub regelmäßig zusammenrechen
  • Pflanzen auf Blattläuse kontrollieren und Schädlinge ggf. entfernen (abstreifen oder mit Wasser abspritzen) oder mit umweltfreundlichen Präparaten bekämpfen
  • Pflanzen auf Raupen und Schnecken kontrollieren und ggf. absammeln oder behandeln
  • Gartenabfälle kompostieren
  • Beete auf Wühlmäuse prüfen und ggf. bekämpfen
  • Kräuter ernten und einfrieren, trocknen oder verarbeiten
  • Kräuter durch Stecklinge vermehren
  • Petersilie an halbschattigem Standort säen
  • Gewächshaus regelmäßig lüften, Vorgang aber mit sinkenden Temperaturen reduzieren
  • Pflanzen im Gewächshaus auf Weiße Fliege und Spinnmilbe kontrollieren und ggf. mit Schlupfwespe und Raubmilbe behandeln
  • Winterspinat, Radieschen, Schnittkohl, Winterportulak, Kopfsalat, Rauke, Feldsalat, Sauerampfer und Löffelkraut im Gewächshaus säen
  • Frühlingszwiebeln, Knoblauch, Endivie-, Kopf- und Wintersalatpflanzen im Gewächshaus einbringen
  • Tomaten ausgeizen, sprich: Seitentriebe entfernen
  • Neue Blüten von Paprika- und Tomatenpflanzen abbrechen (vorhandene Früchte können besser ausreifen)
  • Vergilbte und kranke Blätter von Tomaten und Paprika regelmäßig entfernen
  • Blütenendfäule bei Tomaten durch regelmäßiges Gießen und Ausbrechen von Blättern im unteren Pflanzenbereich vermeiden
  • Braunfäule bei Tomaten vermeiden (nur im Wurzelbereich gießen)
  • Paprika und Tomaten nochmals mit Gemüsedünger (alternativ: selbst hergestellte Brennnesseljauche) düngen
  • Tomaten vermehren (Samen trocknen)
  • Gemüse und Salate ernten und verarbeiten oder einlagern
  • Nichtausgereifte Tomaten bei Raumtemperatur auf der Fensterbank nachreifen lassen
  • Knollensellerie mit Gemüsedünger (alternativ: selbst hergestellte Beinwelljauche) düngen
  • Neues Gemüse mit kurzer Vegetationsdauer (Radieschen, Eiszapfen, Salat, Mangold, Spinat, Kohlrabi, Grünkohl, Blumenkohl, Knollenfenchel, Winterrettich, Speiserübe, Winterporree, Rettich, Frühkohl) für Herbst- und Winterernte anbauen
  • Grünkohl mit stickstoffreichem Gemüseflüssigdünger düngen
  • Gemüsebeete regelmäßig jäten und von Unkraut befreien
  • Samen reifer Stangenbohnen trocknen
  • Abgeernteten Boden durch Gründüngung (Gründüngermischung, alternativ: Gelbsenf, Perserklee, Phacelia und Gelbe Lupine aussäen) stärken (erst säen, dann nach ein paar Wochen abschneiden und für Humusbildung in den Boden einarbeiten)
  • Haselnüsse ernten
  • Walnussbäume schneiden, dann Sägewunden mit Wundverschlussmittel versorgen
  • Neue Rhabarberstauden setzen
  • Rhabarber teilen und vermehren
  • Mehrmals pro Woche nicht faulendes Fallobst aufsammeln (verhindert Ausbreitung von Schädlingen und Krankheiten) und Saft daraus herstellen
  • Mehltaugeschädigte Äste von Obstbäumen (nach der Ernte) entfernen
  • Neue Apfel- und Birnbäume pflanzen, wässern und pflegen
  • Quitten ernten, pflegen und neue Bäume pflanzen
  • Obstbäume zuschneiden und durch Leimringe am Stamm vor Frostspannern und anderen wandernden Schädlingen schützen
  • Obst (Andenbeeren (Physalis), Äpfel, Blaubeeren, Birnen, Hagebutten, Heidelbeeren, Holunderbeeren, Kornelkirschen, Mirabellen, Pflaumen, Sanddorn, Weintrauben, Zwetschgen) ernten
  • Anfang des Monats neue Erdbeeren pflanzen, damit sie gut wurzeln
  • Beerensträucher durch Steckhölzer vermehren (circa 20 Zentimeter lange Triebspitzen abschneiden, entblättern, in mehrere Stücke mit mindestens fünf Augen schneiden und nur Endknospen an Pflanze lassen; Steckhölzer in Erde stecken und wurzeln lassen)
  • Neue Beerensträucher pflanzen

Was macht man eigentlich mit den Resten, die vom Gemüse übrig bleiben? Hier gibt’s Tipps.

Kürbisse wie dieser Hokkaido brauchen eine Strohunterlage, damit sie sich nicht verformen. Foto: Andrea Warnecke/dpa
Kürbisse wie dieser Hokkaido brauchen eine Strohunterlage, damit sie sich nicht verformen. Foto: Andrea Warnecke/dpa

Zusätzlicher Tipp: Im September reifen Kürbisse fertig. Wer nicht will, dass sie sich verformen, sollte sie auf Stroh polstern. Dadurch bleiben die Gewächse wunderbar symmetrisch. Zierkürbisse sind übrigens nicht nur im Haus, sondern auch im Garten eine schöne Deko. Speisekürbisse lassen sich aushöhlen und zu (Grusel-)Deko verarbeiten.

Ratgeber

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Ziergarten

Der Ziergarten, in dem Bäume, Blumen, Hecken, Stauden und Sträucher gedeihen, ist – vorausgesetzt der Hobbygärtner hat ihn in den vergangenen Monaten gut gehegt und gepflegt – auch im September ein wunderbarer Blickfang, denn viele Pflanzen stehen noch in voller Blüte oder färben ihr Laub langsam bunt.

Schädling

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Ein Feuerwerk im spätsommerlichen Ziergarten: Die Dahlie ‚Kelvin Floodlight‘ trägt ein feuriges Rot und hat Blüten von über 25 Zentimeter Durchmesser. Foto: Franziska Gabbert/dpa
Ein Feuerwerk im spätsommerlichen Ziergarten: Die Dahlie ‚Kelvin Floodlight‘ trägt ein feuriges Rot und hat Blüten von über 25 Zentimeter Durchmesser. Foto: Franziska Gabbert/dpa

Trotzdem sollten Ziergärtner Anfang des Monats die Sommer- durch Herbstpflanzen ersetzen. Jetzt haben Sonnenhut, -braut, Herbstanemone, Indianernessel, Rudbeckia und Staudensonnenblume Hochsaison. Doch nach einigen Wochen hat auch deren Blütezeit ein Ende. Um dann noch einige Pflanzen im Garten zu haben, kann man sich winterharte Ziergräser (Süß-, Sauergräser, Binsen) in Kübel einpflanzen. Im Ziergarten ist im September Folgendes zu tun:

  • Spätestens Ende September wärmeliebende Zimmerpflanzen ins Haus holen
  • Empfindliche Kübelpflanzen an geschützten Platz am Haus stellen
  • Winterharte Pflanzen in frostsichere und winterfeste Pflanzgefäße umpflanzen
  • Laub regelmäßig zusammenrechen
  • Pflanzen auf Blattläuse kontrollieren und Schädlinge ggf. entfernen (abstreifen oder mit Wasser abspritzen) oder mit umweltfreundlichen Präparaten bekämpfen
  • Pflanzen auf Raupen und Schnecken kontrollieren und ggf. absammeln oder behandeln
  • Gartenabfälle kompostieren
  • Beete auf Wühlmäuse prüfen und ggf. bekämpfen
  • Bis Mitte des Monats Rosen mit Kaliumdünger (chloridarm) düngen
  • Rosen auf Sternrußtau und Rostpilz kontrollieren und ggf. mit geeigneten Pflanzenschutzmitteln behandeln
  • Steckhölzer von Rosen zur Vermehrung schneiden
  • Kletterrosen schneiden
  • Lavendel zurückschneiden, wenn er verblüht ist (Triebe um ein Drittel einkürzen)
  • Frühzeitig Samen von Sommerblumen und Stauden für nächsten Sommer sammeln
  • Zweijährige Sommerblumen (Bartnelke, Fingerhut, Glockenblume, Goldlack, Stiefmütterchen, Stockmalve, Veilchen, Vergissmeinnicht, Waldscheinmohn) säen
  • Stecklinge von Fuchsien und Geranien machen und für kommendes Jahr einbringen
  • Zwiebelpflanzen (Anemone, Blausternchen, Buschwindröschen, Hasenglöckchen, Kaiserkrone, Krokusse, Lilien, Märzenbecher, Narzisse, Schachbrettblume, Schneeglöckchen, Steppenkerze, Tulpe, Winterlinge, Zierlauch) für Frühjahrsblüte an passendem Standort einbringen (ggf. vorher wühlmaussicher machen)
  • Andere Knollen und Zwiebeln wie frühblühende Gladiolensorten vorsichtig ausgraben und einlagern
  • Verwelkte Dahlienblüten für weitere Blüten (bis zum ersten Nachtfrost) abschneiden
  • Hohe Dahlien hochbinden und abstützen
  • Kurze, blütentragende Triebe des Blauregens abschneiden
  • Neue Triebe des Blauregens abbrechen (vermeidet Verholzungen und bremst Wachstum)
  • Spätblüher (Sonnenbraut, -hut, Herbstanemone, Indianernessel, Rudbeckia, Staudensonnenblume) pflanzen
  • Heidepflanzen (Erika, Besenheide) für Herbstblüte einbringen
  • Hohe, spätblühende Stauden abstützen
  • Dichte Stauden teilen
  • Stauden (Großblütiges und Kleines Mädchenauge, Kokardenblume) trotz eventueller Blüte zurückschneiden, damit sie im nächsten Jahr wieder blühen
  • Sommerblühende Stauden (Phlox, Rittersporn, Taglilie) einsetzen
  • Herbststauden (Astern, Chrysanthemen, Herbstanemonen) pflanzen, wässern und pflegen
  • Dichte Blütenansätze von Chrysanthemen für Herbstblüte ausdünnen
  • Frauenmantel teilen, wieder ins Beet setzen, gut andrücken und wässern
  • Bambus mit Rasendünger düngen
  • Hecken schneiden
  • Thujen als Sichtschutz pflanzen
  • Immergrüne Laub- und Nadelgehölze ab Mitte des Monats pflanzen und gut wässern
  • Immergrüne Nadel- und Laubgehölze rechtzeitig umsetzen und vor Frost schützen
  • Sommergrüne Nadelgehölze erst umsetzen, wenn Laub fällt
  • Zieräpfel abernten und zu Gelee oder Most verarbeiten
  • Rasen regelmäßig mähen
  • Rasen am Montagsanfang vertikutieren oder Moos mit Harke entfernen
  • Rasen aerifizieren
  • Löcher im Rasen mit Nachsaat- oder Reparaturrasen flicken
  • Anfang des Monats neuen Rasen säen
  • Rasen düngen (Herbstrasendünger)
  • Rasen auf circa fünf Zentimeter schneiden, wenn es kälter wird (beugt Fäulnis vor und bietet Kälteschutz)
  • Laubschutznetz über Gartenteich legen (sonst entsteht Faulschlamm); alternativ regelmäßig Laub und Algen aus dem Teich keschern
  • Gartenteich winterfest machen (Ufer- und Wasserpflanzen zurückschneiden; frostempfindliche Pflanzen (Lotusblume, Wasserhyazinthe) aus Wasser holen und ins Haus bringen, Dreck mit Schlammsauger entfernen; Folie auf Löcher überprüfen und ggf. reparieren; abgesacktes Material wieder auffüllen; frisches Wasser einfüllen; Wasser auf Nitratgehalt prüfen; ggf. Mikoorganismen für gleichbleibende Wasserqualität ins Wasser geben)

Hier lesen Sie, wie man seinen Garten vogelfreundlich gestalten kann.

Im September kann man aus Gartenabfällen wie Laub ein Winterquartier für Igel bereitstellen. Foto: Patrick Pleul/lby/dpa
Im September kann man aus Gartenabfällen wie Laub ein Winterquartier für Igel bereitstellen. Foto: Patrick Pleul/lby/dpa

Zusätzlicher Tipp: Fürs Winterquartier von Igeln sollte man im September trockene Äste, Stroh, Heu oder Laub unter Sträuchern bereitlegen. Will man ihnen ein warmes Häuschen bereitstellen, kann man die Seitenwand einer Obstkiste entfernen, einen kleinen Laubhaufen machen und die Kiste darüberstellen. Wenn die letzten Vögel ausgeflogen sind, sollte man gleich die Nistkästen sauber machen. In diesen überwintern oft Fledermäuse oder Hummelköniginnen. Im September werden auch schon neue Nistkästen aufgehängt. Sie dienen Vögeln sowie Hasel- und Waldmäusen als Unterschlupf an kalten Tagen. Hobbygärtner, die ihre verblühten Sonnenblumen im Garten stehen lassen, bieten Vögeln eine Futterquelle.

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