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Gartentipps

Pralle Erntekörbe und buntes Blütenmeer

Vom Säen übers Jäten und Pflegen bis hin zum Ernten: Im Juli haben Nutz- und Ziergärtner viel um die Ohren.
Von Susanne Wolf

Er sieht schön aus und schmeckt: Nutzpflanzen wie der Rotkohl bereichern im Landgarten das Blumenbeet. Foto: Andrea Warnecke/dpa
Er sieht schön aus und schmeckt: Nutzpflanzen wie der Rotkohl bereichern im Landgarten das Blumenbeet. Foto: Andrea Warnecke/dpa

Region.Im Juli grünt und blüht es überall – ein Blick in die Gärten lässt jeden Naturliebhaber frohlocken. Nutz- und Ziergärtner dürfen sich in diesem Monat über eine reiche Ernte bzw. Blüte freuen – wenn sie ihre Pflanzen bisher gut gepflegt haben. Nichtsdestotrotz haben sie auch im Juli wieder alle Hände voll zu tun, wenn die Gewächse in ihren Gärten weiterhin in all ihrer Pracht gedeihen sollen.

Wichtig ist es, die Pflanzen regelmäßig zu wässern – bei großer Hitze sogar mehrmals täglich. Ratsam ist, morgens immer im Wurzelbereich zu gießen. Damit man den Unmengen an Wasser Herr wird, empfiehlt sich das Sammeln von Regenwasser. Dafür stellt man eine Tonne an die Regenrinne des Hauses oder fängt das Wasser beispielsweise vom Dach des Gewächshauses ab.

Ein Spatz badet in einem Garten in einer Vogeltränke. Foto: Harry Melchert/lsw/dpa
Ein Spatz badet in einem Garten in einer Vogeltränke. Foto: Harry Melchert/lsw/dpa

Wasser ist nicht nur für Pflanzen, sondern auch für Tiere wichtig. Für die bestäubenden Insekten sowie die umherfliegenden Vögel sollte man daher Tränken aufstellen – eine erhöhte Position ist vor allem zwecks der Vögel ratsam, damit sie keinen Katzen zum Opfer fallen. Positiver Nebeneffekt: In den Tränken baden die Vögel und säubern dabei ihr Gefieder. Zu beachten ist, dass momentan gesetzlich lediglich ein Form- und Pflegeschnitt von sämtlichen Gehölzarten erlaubt ist, da einige Vögel noch brüten bzw. ihren Nachwuchs aufziehen.

Kleiner Tipp am Rande: Da jetzt Urlaubszeit ist, sollte man sich rechtzeitig um einen Gartensitter kümmern, damit die Blumen und Früchte bei der Heimkehr nicht vertrocknet und kaputt sind.

Nutzgarten

Die Freude bei Nutzgärtnern ist im Juli groß, denn jetzt können sie – vorausgesetzt sie haben sich in den vergangenen Monaten gut um ihren Garten gekümmert – ihre Erntekörbe bis oben hin füllen. Doch neben der Ernte müssen sie sich diesen Monat trotzdem noch weiter buckeln, damit sie sich in den kommenden Wochen und Monaten auch noch am Ertrag ihrer Pflanzen laben können.

Im Juli werden die ersten Zucchini reif. Schmecken sie bitter, sollte man sie nicht essen. Foto: Andrea Warnecke/dpa
Im Juli werden die ersten Zucchini reif. Schmecken sie bitter, sollte man sie nicht essen. Foto: Andrea Warnecke/dpa

In Nutzgärten gedeihen neben Obstbäumen und Beerensträuchern auch Kräuter und Gemüse. Bei der Ernte von Letzterem ist Vorsicht vor bitteren Zucchini geboten, denn dann haben sie giftige Cucurbitacine gebildet. Verzehrt man die Zucchini trotzdem, kann das zu Übelkeit und Erbrechen oder sogar vereinzelt zum Tod führen. Im Juli müssen Gartler Folgendes im Nutzgarten erledigen:

  • Pflanzen auf Blattläuse kontrollieren und die Schädlinge ggf. entfernen (abstreifen oder mit Wasser abspritzen) oder mit umweltfreundlichen Präparaten bekämpfen
  • Pflanzen auf Raupen und Schnecken kontrollieren und ggf. absammeln oder behandeln
  • Kräuter ernten und – wenn gewünscht – trocknen
  • Kräuter (Oregano, Lavendel, Rosmarin) durch Stecklinge vermehren
  • Petersilie an halbschattigem Standort säen
  • Kräuterspirale anlegen
  • Gewächshaus täglich gut lüften
  • Gemüsebeete regelmäßig jäten und von Unkraut befreien
  • Gurken auf Spinnmilbe prüfen und ggf. Rote Spinne einsetzen
  • Gurken mithilfe von Stäben aufleiten
  • Stabtomaten mithilfe von Stäben aufleiten (wöchentlich)
  • Tomaten ausgeizen, sprich: Seitentriebe entfernen
  • Kranke und gelbe Blätter von Tomaten entfernen
  • Tomaten auf Weiße Fliege prüfen und ggf. Schlupfwespen einsetzen
  • Paprika düngen (im 14-Tages-Rhythmus)
  • Karotten, Radieschen, Rettiche, Kohlrabi, Knollensellerie, Zucchini, Kartoffeln und Stangenbohnen ernten
  • Karotten mit kurzer Kulturzeit für Herbsternte säen (gleich Anfang Juli); für besseres Aroma Dill als Mischkulturpartner untermischen
  • Frische gesäte Karottenbeete durch Netz vor Eiablage durch Möhrenfliege schützen
  • Buschbohnen säen (bis spätestens Mitte Juli)
  • Blumenkohl vor zu starker Sonneneinstrahlung schützen (große Außenblätter über Knospen legen)
  • Überzählige Seitentriebe (maximal fünf am Haupttrieb) der Aubergine abschneiden
  • Auberginenpflanzen auf Kartoffelkäferbefall kontrollieren und ggf. absammeln oder behandeln
  • Zwiebeln ernten, circa zwei Wochen nachtrocknen und einlagern
  • Winterrettich und Zuckerhut pflanzen
  • Salate ernten
  • Auf ausgewogenes Klima zwischen Salatpflanzen achten, um Salatfäule vorzubeugen
  • Feldsalat (zartblättrige Sorten) an sonnigem Standort für Herbsternte säen
  • Batavia und Eissalat an halbschattigem Standort säen (bis Mitte Juli)
  • Chinakohl an halbschattigem Standort säen
  • Vorgezogene Endivie für die Herbsternte einpflanzen
  • Salate schattieren (mit Vlies), falls sie an einem sonnigen Standort sind, um frühzeitige Blütenstände zu vermeiden
  • Obstbäume regelmäßig gießen (bei Trockenheit)
  • Wurzeln von Obstbäumen vor Verdunstung schützen (z.B. durch Rindenmulch)
  • Obstbäume auf Schrotschusskrankheit (Pilzbefall) untersuchen und ggf. behandeln; ratsam ist das Bespritzen mit einem selbst hergestellten Knoblauch-Zwiebel-Sud
  • Beim sommerlichen Obstbaumschnitt konkurrierende, störende und kranke Triebe entfernen
  • Apfel-, Pfirsich- und Pflaumenbäume, die stark tragend sind, abstützen, um Astbruch zu vermeiden
  • Kirschen ernten
  • Einmal tragende Erdbeerpflanzen pflegen (Ausläufer und alte Blätter abschneiden, Boden lockern, Kompost oder Beerendünger auftragen)
  • Mehrmals tragende Erdbeerpflanzen pflegen und düngen
  • Himbeerruten bis zum Boden zurückschneiden und die Sträucher mulchen; einige Neutriebe stehen lassen
  • Beeren ernten (Himbeeren, erste Brombeeren, Stachelbeeren, Johannisbeeren, Heidelbeeren)
  • Johannisbeersträucher durch Stecklinge vermehren
  • Beerensträucher gleich nach der Ernte zurückschneiden
  • Fruchttragende Ranken von Kiwis kürzen und fruchtlose Triebe abschneiden
  • Ranktriebe an Weinreben abschneiden, damit die Trauben genug Sonne bekommen und gut reifen
  • Weinreben ausgeizen (junge Triebe in Blattachseln abbrechen)

Hausabfälle und Gartenabfälle dürfen auf den Kompost – je kleiner das Material ist, desto schneller verrottet es. Foto: Andrea Warnecke/dpa
Hausabfälle und Gartenabfälle dürfen auf den Kompost – je kleiner das Material ist, desto schneller verrottet es. Foto: Andrea Warnecke/dpa

Zusätzlicher Tipp: Kompost bei großer Hitze wässern, damit der Verrottungsprozess nicht unterbrochen wird. Dieser läuft übrigens besser, je zerkleinerter man Ernteüberbleibsel und anderes kompostierbares Material auf den Haufen gibt. Zudem sollte man das Ganze regelmäßig gut durchmischen.

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Ziergarten

Ebenso wie die Nutzgärtner werden im Juli die Ziergärtner für ihre bisherige Arbeit in den vergangenen Monaten belohnt: Ein buntes Blumenmeer lässt die Gärten in all ihrer Pracht erscheinen. Damit das aber auch in den kommenden Wochen und Monaten so bleibt, müssen sie jetzt wieder werkeln – ganz nach dem Motto „Ohne Fleiß kein Preis“.

Das Hornveilchen zählt zu den sogenannten Zweijährigen. Diese Pflanzen werden nun gesät, sie erblühen aber erst im kommenden Jahr. Foto: Andrea Warnecke/dpa
Das Hornveilchen zählt zu den sogenannten Zweijährigen. Diese Pflanzen werden nun gesät, sie erblühen aber erst im kommenden Jahr. Foto: Andrea Warnecke/dpa

In Ziergärten wachsen neben Blumen auch Hecken, Sträucher, Bäume und Stauden. Auch wenn jetzt die Hauptpflanzzeit für Sommerblumen längst vorbei ist, schadet es nie, noch ein paar neue Blumen einzubringen. Buntblühende Sorten gibt es für Hobbygärtner in Gartencentern zu entdecken. Wer seine Gewächse jetzt nochmals düngt, kann mit einer reichen Nachblüte rechnen. Für Ziergärtner stehen im Juli folgende Pflegemaßnahmen an:

  • Pflanzen auf Blattläuse kontrollieren und die Schädlinge ggf. entfernen (abstreifen oder mit Wasser abspritzen) oder mit umweltfreundlichen Präparaten bekämpfen
  • Pflanzen auf Mehltau prüfen und ggf. behandeln
  • Pflanzen auf Raupen und Schnecken kontrollieren und ggf. absammeln oder behandeln
  • Kübel- und Balkonpflanzen alle zwei Wochen düngen (garantiert langen Blütenflor)
  • Balkonpflanzen (Geranie, Pelargonie) vermehren
  • Oleander durch Stecklinge vermehren
  • Triebe einmalblühender Rosen in Form bringen
  • Blüten mehrmalsblühender Rosen regelmäßig entfernen
  • Rosen zum letzten Mal in diesem Jahr düngen
  • Rosenerde regelmäßig auflockern und Unkraut jäten (Wurzeln nicht verletzen)
  • Zweijährige Sommerblumen (Hornveilchen, Bartnelke, Gartennelke, Pfingstnelke, Federnelke, Fingerhut, Stockmalve, Akelei, Maßliebchen, Marienglockenblume, Goldlack, Vergissmeinnicht, Islandmohn, Primel, Königskerze, Pfingstveilchen, Stiefmütterchen, Stockrose, Nachtkerze, Königskerze) säen
  • Narzissen teilen und -zwiebeln einlagern (feuchte Sandkiste, dunkel und kühl)
  • Bodendecker wie Blaukissen vermehren
  • Im Frühjahr frisch gepflanzte Bodendecker (Efeu, Johanniskraut, Cotoneaster) zurückschneiden
  • Lavendel um die Hälfte einkürzen
  • Herbstkrokusse einpflanzen (Ende Juli)
  • Dahlienblüten stützen
  • Buchsbaum durch Stecklinge vermehren
  • Rhododendren mit Rhododendrondünger düngen
  • Rhododendron auf Rhododendronzikade kontrollieren und ggf. vertrocknete, braunschwarze Blütenknospen entfernen
  • Hecken und Sträucher in Form schneiden und pflegen
  • Blütensträucher (Flieder, Oleander, Deutzie) durch Stecklinge vermehren
  • Remontierende Stauden (Rittersporn, Feinstrahl-Aster, Dreimasterblume, Moschus-Malve, Frauenmantel, Jakobsleiter, Steppensalbei, Spornblume, Pfirsichblättrige Glockenblume) eine Handbreit über dem Boden für Nachblüte abschneiden
  • Verblühte Stauden (Katzenminze, Frauenmantel, Storchschnabel, Kaukasusvergissmeinnicht, Sonnenauge, Hohe Flammenblume, Skabiose, Witwenblume) zurückschneiden
  • Samen von winterharten Stauden (Rittersporn, Iris, Mohn, Lupine) säen
  • Selbst gesäte Stauden (Lungenkraut, Glockenblume, Christrose) pikieren
  • Bambus an sonnigem, aber windgeschütztem Standort pflanzen
  • Rasen am besten zweimal pro Woche mähen
  • Rasen während längerer Trockenperioden ausreichend mit einem Rasensprenger wässern
  • Pflanzenreste wie herabfallende Blätter und Blütenstaub regelmäßig aus Gartenteich entfernen (fördern sonst das Algenwachstum)
  • Algen regelmäßig aus Gartenteich herausfischen, ggf. mineralische Bindemittel in den Teich geben
  • Während längerer Wärmeperioden Gartenteich regelmäßig mit Regenwasser auffüllen

Ein Teich ist ein optischer Hingucker im Garten. Foto: Marijan Murat/dpa
Ein Teich ist ein optischer Hingucker im Garten. Foto: Marijan Murat/dpa

Zusätzlicher Tipp: Im Juli ist der perfekte Zeitpunkt, um Verschönerungsarbeiten im Ziergarten zu erledigen. Wer noch keinen Gartenteich hat, kann sich nun einen anlegen. Ein optisches Highlight ist auch ein Springbrunnen, den man sich mit etwas Geschick selbst bauen kann und dann ein Unikat in seinem Garten hat.

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