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So halten Christrosen 25 Winter lang

Christrosen werden gerne als Weihnachtsdeko verwendet. Mit ihren eleganten schneeweißen Blüten trotzen sie den Minusgraden.
Von Melanie Öhlenbach

Die Blüte der Christrose wird zwischen fünf und zehn Zentimeter groß. Foto: Andrea Warnecke/dpa
Die Blüte der Christrose wird zwischen fünf und zehn Zentimeter groß. Foto: Andrea Warnecke/dpa

Ettenheim.Wenn im Winter wenig im Garten erblüht, kann man sich auf Christrosen verlassen. „Selbst Schnee, Eis und frostige Temperaturen können ihnen nichts anhaben: Nach ein paar Tagen rappeln sie sich meist wieder auf“, sagt Ulrike Link von der Gesellschaft der Staudenfreunde.

Auch wenn es ihr Name nahelegt: Die Christrose (Helleborus niger) mit ihren sternenförmigen, leuchtend-weißen Blüten ist keine Rose. Sie gehört zu den Nieswurzgewächsen (Helleborus) und ist daher auch unter dem Namen Schwarzer Nieswurz bekannt.

Woher die Christrose ihren Namen hat, ist nicht überliefert. Dass sie um das Christfest im Dezember ihre Blüten öffnet, war lange Zeit eher eine Ausnahme - wie die mit ihr verwandte farbenfrohen Lenzrose zeigt auch die Christrose eigentlich erst vom Februar an ihre Pracht.

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Neue Züchtungen erblühen gesichert früher

„Bis vor wenigen Jahren mussten Christrosen mühselig vorgetrieben werden, wenn sie vor Weihnachten blühen sollten“, erläutert Olaf Schachtschneider vom Bundesverband Einzelhandelsgärtner. „Durch Selektion und Zucht gibt es heute aber Sorten, die bereits im November oder um Weihnachten blühen.“

Die Christrose im Topf sollte besser im Freien bleiben. Foto: Franziska Gabbert/dpa
Die Christrose im Topf sollte besser im Freien bleiben. Foto: Franziska Gabbert/dpa

Im Garten gilt eine Christrose als ideal für Standorte im Schatten - zum Beispiel unter laubabwerfenden Gehölzen oder an der Nordseite ohne direkte Sonneneinstrahlung. Grundsätzlich robust und pflegeleicht, ist es dennoch nicht ganz einfach, sie anzusiedeln. Denn an den Boden stellt die Staude allerlei Ansprüche: Er sollte ebenso humos und durchlässig wie tiefgründig und kalkhaltig sein.

„Christrosen sind Tiefwurzler und brauchen einen pH-Wert zwischen 5,6 und 6,7“, erklärt Mechtild Ahlers von der Niedersächsischen Gartenakademie. Ihr Tipp: Den pH-Wert mit einem Kalziumtest bestimmen und bei Bedarf etwa 150 Gramm kohlensauren Kalk pro Quadratmeter in den Boden einarbeiten. „Etwa alle zwei bis drei Jahre nachkalken, sonst blüht die Christrose nicht mehr“, empfiehlt Ahlers.

Viel Futter für die Christrosen

An Nährstoffen darf es dem Schwarzen Nieswurz ebenfalls nicht fehlen. „Christrosen brauchen viel Futter, damit sie wachsen und in der kalten Jahreszeit zur Blüte kommen“, sagt Ulrike Link. Sie empfiehlt, die Pflanzen zweimal im Jahr zu düngen – einmal im Februar oder März und einmal im Juli oder August. Die besten Erfahrungen hat sie mit festen organischen Düngern und Kompost gemacht. Flüssigdünger hingegen bekomme Christrosen nicht.

Überhaupt ist Nässe ein heikles Thema: Ist der Boden allzu nass, können die Wurzeln faulen und Pilzkrankheiten sich ausbreiten. Die Schwarzfleckenkrankheit gehört dabei zu den häufigsten Erkrankungen der Helleborus und ist recht einfach zu identifizieren. „Die Blätter bekommen vom Rand her schwarze Stellen und sterben ab“, sagt Ahlers.

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Um eine Ausbreitung zu verhindern, wird der befallene Blatttrieb bis zum Boden komplett entfernt und im Restmüll entsorgt. Zur Vorbeugung empfiehlt die Gartenberaterin, den Boden um die Christrosen herum insbesondere im Herbst mit Buchenlaub zu mulchen, damit die Blätter nicht direkt die feuchte Erde berühren.

Auch ein Rückschnitt kann den Pflanzen im Herbst gut tun. „Wenn fast alle Blätter entfernt werden, ist die Blüte besser zu sehen. Und keine Angst: Zum Frühjahr treiben die Blätter wieder gesund nach“, sagt Schachtschneider.

Stauden-Teilung sorgt für längeres Leben

Woher die Christrose ihren Namen hat, ist nicht überliefert. Immerhin: Dank Züchtung öffnen einige Sorten inzwischen ihre Blüten rechtzeitig an Weihnachten. Foto: Andrea Warnecke/dpa
Woher die Christrose ihren Namen hat, ist nicht überliefert. Immerhin: Dank Züchtung öffnen einige Sorten inzwischen ihre Blüten rechtzeitig an Weihnachten. Foto: Andrea Warnecke/dpa

Fühlen sich Christrosen im Garten wohl, säen sie sich selbst aus. Link rät dazu, junge Sämlinge zu entfernen, damit sie nicht in Konkurrenz zur Mutterpflanze treten. Sie können dann in kalkhaltige Erde getopft oder in gebührendem Abstand von 30 Zentimetern gepflanzt werden. „Christrosen stehen nicht gerne dicht auf dicht“, erklärt die Expertin. Durch Teilung im September kann man die Staude, die an die 25 Jahre alt werden kann, ebenfalls vermehren und verjüngen.

Grundsätzlich kann man Christrosen auch in der kalten Jahreszeit gut pflanzen, jedoch sollte der Boden nicht gefroren sein. Ahlers rät, sie im knospenden Zustand zu kaufen und direkt danach zu setzen.

„Blüht die Pflanze schon eine Zeit abgestellt im Garten, sind die Anwachsbedingungen extrem: Sie müssen Wurzeln bilden, sich etablieren und gleichzeitig blühen“, sagt Ahlers. Darum sollte eine im Winter gekaufte Staude auch nicht ungeschützt im Topf bleiben. „Die Wurzel ist empfindlich und kann so in kalten Nächten erfrieren.“ Ahlers‘ Tipp: Pflanzgefäße in einen mit Laub gefüllten Jutesack stellen oder mit Vlies verpacken.

Nur für wenige Tage im Haus behalten

So geschützt, lassen sich die Gefäße weihnachtlich schmücken und in den Hauseingang und Wintergarten, auf die Terrasse und den Balkon stellen. Je nach Größe des Gefäßes kann man Christrosen einzeln setzen und mit Baumrinde mulchen. Staudenexpertin Link kombiniert sie auch gern mit Gräsern, Günsel, Purpurglöckchen, Schneeglöckchen, Schneeheide und rosa Erica.

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Für drinnen ist der blühende Weihnachtsschmuck nicht geeignet. „Christrosen fühlen sich in der Wohnung überhaupt nicht wohl. Dort ist es ihnen zu warm und zu dunkel“, erklärt Olaf Schachtschneider. „Das mag die Pflanze vielleicht ein paar wenige Tage zum Fest aushalten, aber bitte nicht länger als drei bis fünf Tage.“

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