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Ratgeber

So hilft man Igeln im Sommer

Die stacheligen Säuger leiden wie andere Wildtiere unter der Hitze. Hier gibt es sechs Tipps, wie man Igeln im Sommer hilft.
Von Susanne Wolf

Igel leben oft in städtischen Parks oder Gärten. Mit ein paar simplen Tipps kann man sie bei der extremen Hitze unterstützen. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa
Igel leben oft in städtischen Parks oder Gärten. Mit ein paar simplen Tipps kann man sie bei der extremen Hitze unterstützen. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Region.Seit 2017 stehen Igel auf der Vorwarnliste der Roten Liste der gefährdeten Tiere Bayerns, die einmal im Jahr vom Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) aktualisiert wird. Wie auch anderen Wild- und Heimtieren macht die extreme Hitze den stacheligen Säugetieren gerade sehr zu schaffen.

Diplom-Biologin Sigrid Peuser von der LBV-Bezirksgeschäftsstelle Oberpfalz sowie der Vogel- und Umweltstation Regenstauf denkt, dass „Igel in einem guten Lebensraum, der von der Ausstattung her vielfältig ist, selbst gut zurechtkommen“. Damit meint sie, „dass das Nahrungsangebot immer davon abhängig ist, wie der Lebensraum ausgestattet ist“. Trotzdem kann man es Igeln bei der Hitze etwas erträglicher machen. Im Folgenden gibt die Biologin sechs Tipps, was man tun und was man unterlassen sollte.

1. Tränke aufstellen

Wer seine Pflanzen am Abend gießt, bietet Igeln Wasser und die Möglichkeit zur Nahrungssuche. Bei großer Hitze sollte man eine Tränke aufstellen. Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Wer seine Pflanzen am Abend gießt, bietet Igeln Wasser und die Möglichkeit zur Nahrungssuche. Bei großer Hitze sollte man eine Tränke aufstellen. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

„Gerade wenn die Igel in einem Gebiet sind, in dem es sehr trocken ist, dann sollte man eine Tränke aufstellen“, rät Peuser. Eine Schale mit Wasser suchen die nachtaktiven Tiere gerne auf, um ihren Durst zu stillen. Alternativ kann man auch ein Stück seines Gartens bewässern. „Das sollte man aber nicht großflächig machen, um Wasser bei dieser Trockenheit zu sparen“, erklärt sie. Einfachste Methode: „Wenn Sie sowieso Ihren Gemüsegarten bewässern, wäre es gut, wenn der Igel Zugang dazu hätte“, sagt die Biologin. Denn gerade dann kommen auch Schnecken und Regenwürmer an die Oberfläche, die die stacheligen Säuger vertilgen. Eine Win-win-Situation also für Igel und Gartler.

2. Milch ist tabu

Wasser zur Verfügung zu stellen ist wichtig. Manche Leute meinen es gut, sind aber ahnungslos und geben den Igeln Milch. „Das würde ich nicht empfehlen, denn Igel vertragen das nicht gut“, weiß Peuser. Trinken die Tiere Milch, kann es zu Durchfallerscheinungen kommen.

3. Keine Mähroboter

Ein durch einen Mähroboter verletzter Igel, aufgenommen 2018 im Tierheim München. Mähroboter können Igel schwer verletzen oder sie sogar töten. Foto: Lydia Schübel/Tierschutzverein München/dpa
Ein durch einen Mähroboter verletzter Igel, aufgenommen 2018 im Tierheim München. Mähroboter können Igel schwer verletzen oder sie sogar töten. Foto: Lydia Schübel/Tierschutzverein München/dpa

Immer mehr Gartler lassen von Mährobotern ihren Rasen mähen. Ist das notwendig, sollte man das Gerät den Rasen aber nicht in der Nacht trimmen lassen. „Manche Mähroboter fahren über Äpfel hinweg. Ein Jungigel ist sehr klein, daher kann ihn ein Mähroboter leicht erfassen“, klärt die Biologin auf. Das kann zu schwerwiegenden Verletzungen oder sogar zum Tod der Tiere führen. „Mähroboter sind zudem aus Naturschutzgründen nicht zu begrüßen, weil sie die Pflanzen ständig abmähen“, berichtet Peuser. Dadurch kommen die Pflanzen nie zur Blüte, was wiederum dazu führt, dass keine Insekten dort leben. „Das ist für den Igel auch nicht gut.“ Denn: Igel sind Insektenfresser.

4. Zufüttern nicht nötig

Manchmal ist es im Frühjahr – aber vor allem im Herbst – notwendig, dass man Igel zufüttert, da sie häufig unterernährt sind. Wer will, kann ihnen auch im Sommer etwas Katzenfutter zur Verfügung stellen. Das muss aber nicht sein. Denn: „Der Igel ist ein Wildtier und sollte das auch bleiben. Er sollte nicht von Fütterungen abhängig sein“, erklärt Peuser. „Ich denke, Wildtiere kommen gut zurecht, wenn der Biotop stimmt und es Schwankungen in der Witterung und im Nahrungsangebot gibt.“

5. Einlass gewähren

Ein Feuerwehrmann befreit in Essen einen Igel mit einem Bolzenschneider. Der Igel steckte in einem Stabmattenzaun fest. Zäune stellen nicht nur eine Barriere bei der Nahrungssuche dar, sondern können Igeln auch zum Verhängnis werden. Foto: Mike Filzen/Feuerwehr Essen /dpa
Ein Feuerwehrmann befreit in Essen einen Igel mit einem Bolzenschneider. Der Igel steckte in einem Stabmattenzaun fest. Zäune stellen nicht nur eine Barriere bei der Nahrungssuche dar, sondern können Igeln auch zum Verhängnis werden. Foto: Mike Filzen/Feuerwehr Essen /dpa

Ein Problem dafür, dass immer mehr Igel auf Straßen umherlaufen und infolgedessen totgefahren werden, ist, dass viele Gärten komplett von Zäunen umgeben sind. „Es gibt immer mehr Zäune, die technisch immer perfekter werden und dadurch dicht sind“, bestätigt Peuser. Darum müssen sich Igel auf eine gefährliche Nahrungssuche begeben. „Man sollte in seinem Garten, wenn er eingezäunt ist, an verschiedenen Stellen Latten aussägen oder eine kleine Kuhle ausgraben, damit der Igel das Hindernis überwinden kann“, empfiehlt Peuser.

6. Pestizide vermeiden

Als weiteres Problem, das es zu vermeiden gilt, bezeichnet die Diplom-Biologin Schneckenkorn. „Das ist zwar bei der Hitze nicht das Thema, trotzdem sollte man es nicht verwenden“, sagt sie und rät grundsätzlich von Pestiziden ab. „Es gibt viele biologische Methoden, mit denen man Schädlinge bekämpfen bzw. gering halten kann. Setzt man Pestizide ein, unterbricht man die Nahrungskette für viele Tiere, die am Ende der Nahrungskette stehen.“

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