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Ratgeber

So machen Sie den Garten winterfest

Im Herbst versetzen Hobbygärtner ihr Revier in Winterschlaf – am besten aber so wenig wie möglich. Nicht alles schläft ein.
Von Melanie Öhlenbach

Im Herbst sollten Hobbygärtner regelmäßig das Laub vom Rasen entfernen, damit dass Gras genug Licht und Luft bekommt. Foto: Nestor Bachmann/dpa
Im Herbst sollten Hobbygärtner regelmäßig das Laub vom Rasen entfernen, damit dass Gras genug Licht und Luft bekommt. Foto: Nestor Bachmann/dpa

Bad Zwischenahn.Die kühlen Herbstnächte deuten es an: Der Winter steht vor der Tür. Spätestens ab November beginnen daher viele Gartenbesitzer, ihr grünes Paradies für die kalte Jahreszeit vorzubereiten und Pflanzen ins Haus zu holen. Mechtild Ahlers von der Niedersächsischen Gartenakademie hält jedoch nichts von solch festen Terminen.

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Nützliche Gartentipps für Oktober

Der Winter steht vor der Tür: Jetzt bereiten Zier- und Nutzgärtner ihre Pflanzen und Geräte auf die kalte Jahreszeit vor.

„Gerade in Zeiten des Klimawandels lässt sich nicht an einem Kalender, sondern nur an der Natur ablesen, ob und wann der Winter kommt“, erläutert die Beraterin. Für die Pflanzen kann Engagement zur falschen Zeit sogar gefährlich sein. „Werden Pflanzen zu früh eingepackt, leiden sie und werden anfällig für Schädlinge.“

Wer Mäuse im Obstgarten hat, sollte sämtliches Fallobst beseitigen, um den Nagetieren das Futter zu entziehen. Foto: Christin Klose/dpa
Wer Mäuse im Obstgarten hat, sollte sämtliches Fallobst beseitigen, um den Nagetieren das Futter zu entziehen. Foto: Christin Klose/dpa

Sie rät, ob für Oktober, November oder Dezember: Nähert sich das Thermometer der Null-Grad-Grenze, muss der Gärtner einige Pflanzen in Sicherheit bringen. „Minus fünf Grad Celsius halten manche Pflanzen im Garten noch aus. Kübelpflanzen sollten aber schon bei plus fünf Grad Celsius eingepackt werden, denn die empfindlichen Wurzeln brauchen spätestens dann draußen einen Kälteschutz“, so Ahlers.

Wärmeliebende Pflanzen einpacken

Wie ein Garten dann winterfest gemacht werden muss, hängt letztlich von dessen Gestaltung und Bepflanzung ab. „Wer landschaftsgerechte Pflanzen in seinem Garten hat, muss sich wenig Gedanken machen. Sie sind robust und von Natur aus winterhart“, erklärt Ahlers.

Raureif hat sich an einer verblühten Sonnenblume gebildet. Foto: Jens Büttner/dpa
Raureif hat sich an einer verblühten Sonnenblume gebildet. Foto: Jens Büttner/dpa

Anders sieht dies bei wärmeliebenden, frostempfindlichen Gewächsen wie Kamelien, veredelten und nicht ausreichend tief gepflanzten Rosen sowie manchen mediterranen Kräutern aus. Sie müssen drinnen überwintern oder mit Laub und Jute geschützt werden.

Laub als natürlicher Frostschutz

Ein natürliches Isoliermaterial steht im Herbst in Fülle zur Verfügung: Laub. Es lässt sich auf den Beeten verteilen. Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) vergleicht die Laubschicht mit einer wärmenden Decke, die den Boden gegen den Frost isoliert. Gerade empfindliche Bäume und Sträucher wie flachwurzelnde Johannis- und Stachelbeeren könnten diesen Schutz bei Kälte gut gebrauchen.

Garten

Wildobsthecke: anspruchslos und wertvoll

Es gibt auch noch etwas anderes als Äpfel, Kirschen und Zwetschgen: Wildobsthecken sind nützlich für Mensch und Tier.

Was den Beeten gut tut, kann für Rasen jedoch fatal sein. Er darf nicht von Blättern bedeckt sein. „Rasen kann unter Laub ersticken. Er braucht Licht und muss immer gut durchlüftet sein, damit sich keine Pilzkrankheiten bilden“, betont Ahlers.

Abgeblühte Stauden bieten Insekten Unterschlupf

Abgeblühte Stauden sollten Hobbygärtner dagegen nicht im Herbst, sondern im Frühjahr schneiden. So könnten Insekten in den hohlen Stängeln und den Blattachsen überwintern.

Herbstlich: Ein Heißluftballon fährt am Morgen über den Nebel im Nationalpark Sächsische Schweiz. Foto: Robert Michael/dpa
Herbstlich: Ein Heißluftballon fährt am Morgen über den Nebel im Nationalpark Sächsische Schweiz. Foto: Robert Michael/dpa

Ahlers rät, für den idealen Zeitpunkt eines Rückschnitts im Frühjahr auf die sogenannten phänologischen Zeigerpflanzen zu achten. „Wenn die Forsythien blühen, ist der Saftstrom in allen Pflanzen gewährleistet, und sie haben genug Kraft um auszutreiben.“

Amy rennt mit bunten Herbstblättern in ihren Händen über eine Wiese. Foto: Patrick Pleul/dpa
Amy rennt mit bunten Herbstblättern in ihren Händen über eine Wiese. Foto: Patrick Pleul/dpa

Spätherbst und Winter sind aber nicht eine Zeit der Ruhe - es gibt im Garten weiterhin etwas zu tun. Laut Nabu lassen sich nun Hügel- und Hochbeete anlegen, Frühlingsblüher setzen und Gehölze pflanzen.

Winterliche Ernte möglich

Es kann sogar noch etwas geerntet werden: Pflücksalate wie Lollo- und Eichblattsalate, Feldsalat, Gartenkresse, Rucola, Asia-Salate wie Mizuna, Blattsenf und Pak Choi sowie viele Winterkohl-Arten. Sowohl Freiland- und Hochbeete als auch Frühbeet- und Balkonkästen sind dafür geeignet - solange sie möglichst sonnig sind.

Tierschutz

Ein Unterschlupf für Igel-Kinder in Not

Lisa Ruder aus Erzhäuser hat ein Herz für kleine Stacheltiere. Um zu helfen, schlägt sie sich sogar die Nächte um die Ohren.

Doch auch ohne eine Ernte hat ein Garten ab dem Spätherbst seinen Reiz. „Wir sollten lernen, den Garten in dieser Jahreszeit mit anderen Augen zu betrachten“, betont Ahlers. „Mit Raureif bedeckte, abgeblühte Sonnenblumen, aus denen sich Spatz und Stieglitz Nahrung holen, haben ihren ganz eigenen Zauber.“

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