MyMz

Heimtiertipps

So schützt man Haustiere vor Hitze

Ob Hund, Katze, Hase, Pferd oder Schlange: Auch Tiere brauchen Hilfe bei extremen Temperaturen. Hier gibt es Tipps.
Von Susanne Wolf

So wie Kater Pascha macht die Hitze auch vielen anderen Tieren zu schaffen. Foto: Peter Steffen/dpa
So wie Kater Pascha macht die Hitze auch vielen anderen Tieren zu schaffen. Foto: Peter Steffen/dpa

Regensburg.Die extreme Hitze setzt nicht nur uns Menschen, sondern auch den Tieren zu. Wildtiere haben zwar die Möglichkeit, sich schattige Plätze zu suchen, jedoch wird derzeit oft das Wasser in der Natur knapp, da Pfützen ausgetrocknet sind und nicht überall ein Gewässer ist, an dem sie ihren Durst stillen können.

Anders sieht es da bei Haustieren aus. Dadurch, dass sie auf begrenztem Raum wohnen und die Sonne tagsüber wandert, kann es schnell dazu kommen, dass Tiere in Aquarien oder Käfighaltung der prallen Sonne ausgeliefert sind. Das sollten Tierhalter unbedingt bedenken und vorausschauend agieren, was die Standortwahl des tierischen Zuhauses betrifft.

Wichtig ist es im Sommer, seinen Haustieren immer ausreichend Wasser zur Verfügung zu stellen. Zudem sollte man jetzt kein Heimtier mit dem Auto transportieren. Ist das trotzdem vonnöten, sollte man die Tiere niemals im Auto zurücklassen, da sich dieses binnen weniger Minuten wie ein Backofen aufheizt und zur tödlichen Falle werden kann.

Meerschweinchen, Hasen, Hamster, Ratten und Mäuse

Meerschweinchen, Hasen und Hamster können sich nicht durch Schwitzen abkühlen – sie hecheln und trinken viel. Darum sollte man immer ausreichend Wasser für sie bereitstellen. Dieses gilt es regelmäßig durch frisches, kühles Wasser zu ersetzen. Bei einer Hitzewelle ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr überlebenswichtig, damit die Körpertemperatur der Tiere nicht zu sehr ansteigt, was wiederum lebensbedrohlich sein kann, und sie nicht austrocknen. Frisches Gras, Salat oder Karotten helfen zusätzlich, den Flüssigkeitshaushalt aufrecht zu erhalten.

Frisches Grünzeug liefert Kaninchen und Co. schon etwas Flüssigkeit. Trotzdem muss immer frisches Wasser zur Verfügung stehen. Foto: Jennifer Jahns/dpa
Frisches Grünzeug liefert Kaninchen und Co. schon etwas Flüssigkeit. Trotzdem muss immer frisches Wasser zur Verfügung stehen. Foto: Jennifer Jahns/dpa

Außerdem ist es wichtig, ihnen einen ausreichenden Sonnenschutz zu ermöglichen. Dabei sollte man sowohl bei Käfigen als auch bei Freigehegen auf den Standort achten. Denn wählt man den falschen Platz für das tierische Zuhause, kann es sein, dass es im Lauf des Tages in der prallen Sonne steht und die Tiere der Hitze hilflos ausgeliefert sind. „Zusätzlich können Schatten spendende Häuschen, kühle Steinplatten oder feuchte Handtücher, die über das Gehege gelegt werden, helfen“, rät der Deutsche Tierschutzbund. Wichtig ist, auf Zugluft zu achten, die auch durch Ventilatoren entstehen kann. „Hamster, Meerschweinchen und Co. können sich in der Zugluft erkälten oder schmerzhafte Augenentzündungen davontragen“, warnt Peta.

Abkühlung im Käfig kann Kleintieren auch sogenannter Badesand verschaffen, den man erst im Kühlschrank herunterkühlt und dann in den Käfig oder das Gehege gibt. Flache Schalen mit Wasser ermöglichen beispielsweise Mäusen und Ratten, dass sie ein kurzes Wasserbad zur Abkühlung nehmen können.

Hunde und Katzen

Kater Max hat sich ein schattiges Plätzchen gesucht und kühlt sich mit einem nassen Handtuch, das er von seinem Frauchen umgelegt bekommen hat. Temperaturen von bis zu 37 Grad sind auch für die Haustiere belastend, sie suchen sich instinktiv schattige Plätze. Foto: Roland Weihrauch/dpa
Kater Max hat sich ein schattiges Plätzchen gesucht und kühlt sich mit einem nassen Handtuch, das er von seinem Frauchen umgelegt bekommen hat. Temperaturen von bis zu 37 Grad sind auch für die Haustiere belastend, sie suchen sich instinktiv schattige Plätze. Foto: Roland Weihrauch/dpa

Sowohl Hauskatzen als auch Freigänger sollten während der Hitzewelle die Möglichkeit haben, sich in das kühle Badezimmer oder den ausgekühlten Keller zurückzuziehen. Hier ist es ruhig, schattig und vor allem kühl, was Samtpfoten gerade jetzt gerne als Rückzugsort nutzen. Hilfreich könne laut Peta auch sein, das Fell anzufeuchten, „indem Sie mit feuchten Händen oder mit einem angefeuchteten Tuch oder Waschlappen immer wieder über das Fell der Katzen streichen“.

Natürlich sollten auch Katzen immer genug frisches Wasser zur Verfügung haben. Oft sind sie aber keine guten Trinker, deswegen sollte man sie gerade bei extremer Hitze dazu animieren. „Hierbei können Trinkbrunnen, mehrere Näpfe an unterschiedlichen Orten oder auch Eiswürfel hilfreich sein. Mit Wasser angereichertes Feuchtfutter kann die Flüssigkeitsaufnahme ebenso erhöhen“, erklärt Peta.

Hundetipps

So schützt man Hunde vor Hitze

Verbrannte Pfoten, ein Hitzschlag oder sogar der Tod: Die brütende Hitze setzt Bello enorm zu. Hier gibt es 11 Tipps.

Fische und Reptilien

Bei Aquarien und Terrarien sollte man im Sommer auf den Standort achten. Wandert die Sonne, kann sich das Zuhause von Fischen und Reptilien schnell extrem aufheizen. Zu warmes Wasser im Aquarium kann für Fische gefährlich werden, warnt der Deutsche Tierschutzbund. Übrigens sollte man regelmäßig die Wassertemperatur messen. Ist es wärmer als 30 °C, besteht Lebensgefahr für Fische, Garnelen und Co. Um Stauwärme zu vermeiden, sollte man die Abdeckung öffnen sowie die Beleuchtung ausschalten. Zusätzlich ist es ratsam, regelmäßig einige Liter kühles Wasser nachzufüllen, denn dieses enthält lebensnotwendigen Sauerstoff. Letzteres gilt auch für den Gartenteich.

In einer flachen Wasserschale können Schildkröten und andere Reptilien baden - oder daraus trinken. Foto: Benjamin Nolte/dpa
In einer flachen Wasserschale können Schildkröten und andere Reptilien baden - oder daraus trinken. Foto: Benjamin Nolte/dpa

Auch wenn die meisten Reptilien Wärme oder gar Hitze gewohnt sind, sollten Tierhalter jetzt doch auf die richtige Hege und Pflege achten. Ist es Reptilien zu warm, sie fressen mehr und wachsen übermäßig schnell. Das wiederum führt zu einem hohen Bedarf an Mineralien und Vitaminen. Wird dieser nicht gedeckt, können schnell Mangelzustände auftreten. Zu viel Wärme bzw. Hitze kann bei Reptilien zudem schnell zu Lebererkrankungen, Übergewicht und Stoffwechselstörungen führen. Wichtig ist auch hier, den Tieren ausreichend frisches Wasser zur Verfügung zu stellen. Flache Schalen ermöglichen den wechselwarmen Tieren ein erfrischendes Bad.

Zier- und Gartenvögel

Ziervögel, die in einem Käfig leben, sollten ein Badehäuschen zur Verfügung haben. Dies sollte regelmäßig gesäubert und wieder mit frischem Wasser aufgefüllt werden, damit sich keine Bakterien bilden. Nehmen die Vögel die Bademöglichkeit nicht an, kann man sie vorsichtig mit Wasser besprühen. Das verschafft ihnen Abkühlung und säubert zugleich ihr Gefieder. „Frisches kühles (nicht ganz kaltes) Trinkwasser sollte natürlich auch immer zur Verfügung stehen“, rät der Deutsche Tierschutzbund. „Bei Außenvolieren unbedingt darauf achten, dass es ausreichend Schattenplätze für die Tiere gibt.“

Wer seinen Wellensittichen bei Hitze etwas Gutes tun will, kann ihnen eine flache Schale mit Wasser in den Käfig stellen. Foto: Caroline Seidel/dpa
Wer seinen Wellensittichen bei Hitze etwas Gutes tun will, kann ihnen eine flache Schale mit Wasser in den Käfig stellen. Foto: Caroline Seidel/dpa

Auch Gartenvögel freuen sich über die Gabe von Wasser. Dafür füllt man einfach eine Schale oder eine spezielle Vogeltränke mit Wasser und stellt sie etwas erhöht im Garten oder auf der Terrasse auf, damit die Vögel während des Trinkens oder eines Wasserbads nicht Katzen oder anderen Fressfeinden zum Opfer fallen.

Pferde, Rinder und Schafe

Ob im Stall oder auf der Weide: Pferde, Rinder und Schafe sollten nie in der prallen Sonne stehen und genug schattenspendende Unterstellmöglichkeiten wie einen Offenstall oder eine Baumgruppe haben. Alternativ kann man auch ein großes Sonnensegel spannen, das den Tieren Schatten spendet. Gerade Pferde sind bei Temperaturen ab 30 °C sehr empfindlich: Sie können schnell Hitzestress bekommen, was zu Koliken, Durchfall oder einem Hitzschlag führen kann. Ausritte sollten nur in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden unternommen werden.

Ein Pferd bekommt aus einem Schlauch Wasser. Das sorgt für Abkühlung und verhindert das Dehydrieren. Foto: Patrick Seeger/dpa
Ein Pferd bekommt aus einem Schlauch Wasser. Das sorgt für Abkühlung und verhindert das Dehydrieren. Foto: Patrick Seeger/dpa

Bei der extremen Hitze ist es ratsam, Schafe, Rinder, Pferde und Co. tagsüber im gut durchlüfteten Stall zu lassen. Nichtsdestotrotz kann sich auch der Stall schnell aufheizen. Eine kleine Abkühlung verschafft dann ein Ventilator. Dabei sollte man nur darauf achten, dass die Tiere nicht direkt in der Zugluft stehen. Weiden sollten sie in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden, aber niemals in der prallen Sonne. Auch hier ist es wichtig, dass der Halter immer ausreichend kühles Wasser zur Verfügung stellt, damit die Tiere nicht dehydrieren.

Wildtiere

Wer einen Garten hat, sollte neben Vogeltränken auch Tränken am Boden für Wildtiere wie Igel und Insekten bereitstellen. Auch sie haben gerade mit der extremen Hitze zu kämpfen und sind über jeden Tropfen Wasser dankbar.

Hier gibt es Tipps, wie Gartenbesitzer Igeln im Sommer helfen können.

Weitere interessante News und Artikel rund ums Thema „Natur“ gibt es hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht