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Pflanzen

Trends bei der Phalaenopsis

Die Schmetterlingsorchidee ist eine der beliebtesten Zimmerpflanzen. Kein Wunder: sie ist extrem pflegeleicht.
Von Dorothée Waechter

Phalaenopsis-Blüten können vielfältige Muster tragen, zum Beispiel Streifen. Foto: Andrea Warnecke/dpa
Phalaenopsis-Blüten können vielfältige Muster tragen, zum Beispiel Streifen. Foto: Andrea Warnecke/dpa

Darmstadt.Pflanzen verändern sich. Durch Züchtungen entstehen auch immer wieder neue Varianten. Dazu kommt der Zeitgeist: Fand man gestern noch das toll, kommt heute das andere gut an. Das trifft sogar eine sehr beliebte Zimmerpflanze: die Schmetterlingsorchidee - auch bekannt als Phalaenopsis. Hier gibt es eine deutliche Nachfragesteigerung bei kleinwüchsigen Formen, berichtet Stefan Schneckenburger, Direktor und wissenschaftlicher Leiter des Botanischen Gartens der Technischen Universität Darmstadt.

Ein Beispiel dafür sind die sogenannten „Office Orchids“. Sie werden nur 15 bis 20 Zentimeter hoch, haben bis zu drei Blütenstände, und daran bilden sich viele Blüten. Sie sind so über mehrere Monate hinweg dekorativ, erklärt Schneckenburger.

Auf dekorative Zweige aufbinden

Mit den kleinen Orchideen kann man sich kreativer austoben als mit den größeren Exemplaren - und sie zum Beispiel ohne Erde kultivieren. „Vielfach sind Phalaenopsis Epiphyten“, erklärt Schneckenburger. Die Pflanzen wachsen nicht in der Erde, sondern halten sich mit ihren Wurzeln auf den Zweigen von Bäumen. „Gerade die kleinbleibenden Hybriden laden dazu ein, dass man sie von dem Substrat befreit und dann wie Epiphyten auf dekorative Zweige aufbindet“, sagt die Floristmeisterin Ute Kersting aus Dortmund.

Sie rät, zwei bis drei Gruppen auf einem Zweig zu arrangieren statt mehrere Pflanzen darüber zu verteilen. Zwischen die Pflanzen und das Holz kommt etwas Moos, das in der Lage ist, Feuchtigkeit zu speichern und an die Luft abzugeben - das sorgt für ausreichende Luftfeuchtigkeit um die kleinen Orchideen.

Aber auch von Farbtrends berichten die Experten. Neben den stets beliebten reinweiß blühenden Pflanzen seien aktuell rosa- und gelbblühende Hybriden im Trend, sagt Schneckenburger. Auch Blüten mit Streifen und Punkten seien gefragt.

Das Orchideenleben verlängern

  • Blüte:

    Wie viele andere Hybriden aus der Massenproduktion gilt die Phalaenopsis oftmals als Wegwerfprodukt nach der Blüte. Das muss aber nicht sein. Die Pflanzen lassen sich erneut zur Blüte anregen, indem man den verblühten Blütenstiel auf ein bis zwei Augen zurückschneidet. Danach kann sich von unten ein neuer Stängel mit Knospen entwickeln.

Die Schmetterlingsorchideen gehören einer sehr vielfältigen Gattung an, die lange Zeit durch Züchtungen erweitert wurde. Heute sind im Handel nur noch sogenannte Hybriden erhältlich - also Kreuzungen zweier Varianten, in denen die besten Eigenschaften beider Seiten bewusst hervorgebracht werden. Die Phalaenopsis hat sich insbesondere für diese Variationen angeboten: „Die einzelnen Arten lassen sich leicht miteinander kreuzen“, erklärt Schneckenburger. Und die Phalaenopsis lassen sich sogar mit anderen Gattungen kreuzen. Laut dem Experten kommen dafür 30 andere Orchideen infrage.

Das Ergebnis sind Zimmerpflanzen mit ungewöhnlichen und exotisch wirkenden Blüten, die warmes Raumklima vertragen und tolerant gegenüber Trockenheit sind. Auch deswegen gelten Phalaenopsis unter den Orchideen als gute und pflegeleichte Anfänger-Pflanzen.

Dazu ist es für den Handel ein Vorteil, dass sich die Schmetterlingsorchideen zuverlässig über die sogenannte Meristemvermehrung vervielfältigen lassen. Bei dieser In-Vitro-Kultur entstehen im Labor unter sterilen Bedingungen neue und gesunde Pflanzen. „Hat man also eine bewährte Sorte, so lässt sich diese immer wieder über Klone vermehren“, so Schneckenburger. Das bringt schnell und in großer Stückzahl Pflanzen in den Handel.

Resistenz gegen Trockenheit

Die reinen Arten der Phalaenopsis sind im Grunde nicht in Geschäften erhältlich. Ursprünglich waren diese über ein riesiges Areal zwischen Indien, Indonesien, den Philippinen bis hin nach Australien und Neuguinea verbreitet, erklärt Schneckenburger. Und die verschiedenen Arten haben sich über die lokalen unterschiedlichen Klimazonen verteilt. „Manche Phalaenopsis ist beispielsweise in einem Klima zu Hause, das von den für das Monsumklima typischen Regen- und Trockenzeiten gekennzeichnet ist“, erklärt Schneckenburger. Die Resistenz gegenüber Trockenheit ist zum Beispiel optimal für die Züchtungen von Zierpflanzen für das Zimmer.

Trotzdem: Grundsätzlich ist die richtige Versorgung mit Wasser bei den Orchideen weiterhin ein heikler Punkt. Denn sie nehmen anders als viele andere Pflanzen Feuchtigkeit aus der Luft auf. Gelangen die Wurzeln länger in Wasser, etwa durch aufgestautes Gießwasser im Topf, sind Schäden möglich. Daher sollte man bei Topf-Orchideen die Wurzeln auch aus dem Gefäß wachsen lassen.

Und Hobbygärtner sollten passendes Orchideensubstrat wählen, das im Vergleich zu einer normalen Blumenerde relativ grob gekörnt ist und häufig vor allem Rindenstücke enthält. Alle zwei bis drei Jahre wird es idealerweise ausgetauscht. Darüber hinaus bietet es sich an, spezielle Orchideentöpfe zu verwenden, in denen der Pflanztopf etwas erhöht über dem eigentlichen Gefäßboden hängt. Alternativ rät Schneckenburger, in den Übertopf eine Schicht Kies zu geben, um Staunässe zu verhindern.

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