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Baumart

Dieser Baum ist ein Zeuge der Zeiten

Mammutbäume werden in Kalifornien bis zu 3000 Jahre alt. Bei uns im Bayerwald könnte es ihnen bald gut gefallen.
Von Petra Schoplocher

Dr. Arthur Bauer und sein Mammutbaum. Versuche mit fremdländischen Baumarten hat es schon immer gegeben, in Zeiten des Klimawandels aber gewinnen diese an Bedeutung. Foto: Schoplocher
Dr. Arthur Bauer und sein Mammutbaum. Versuche mit fremdländischen Baumarten hat es schon immer gegeben, in Zeiten des Klimawandels aber gewinnen diese an Bedeutung. Foto: Schoplocher

Cham.Wenn Bäume Namen tragen, müssen sie schon etwas ganz Besonderes sein. Im Fall von „General Sherman“ ist dies nichts Geringeres als sein Ruf als mächtigster Baum der Welt. Noch einmal zu unserem General Sherman: Er ist 87 Meter hoch, hat einen Umfang von 24,30 Metern, steht im Giant Forest des Sequoia-Nationalparks im US-Bundesstaat Kalifornien und ist geschätzt 1900 bis 2500 Jahre alt. Und er ist ein Mammutbaum. Gut, genauer ein Berg- oder Riesenmammutbaum.

Und was macht der jetzt in unserer Baumserie? „Mit fremdländischen Baumarten wurde auch bei uns schon immer experimentiert“, weiß Forstdirektor Dr. Arthur Bauer. Was diesen Versuchen nun aber einen ernsten Hintergrund verleiht, ist der Klimawandel: Könnte also durchaus sein, dass der Mammutbaum irgendwann noch richtig interessant wird für uns.

Rinde kann selbst Waldbrände aushalten

Pfunde, mit denen er wuchern kann, hat er genug. Der Mammutbaum, auch Sequoia genannt, wächst schnell, verfügt über ein sehr dauerhaftes (rotbraunes Kern)Holz und hat zumindest in unseren Breitengraden keinen Schädling zu fürchten.

Charakteristisch: Die schmal kegelförmige Krone Foto: Schoplocher
Charakteristisch: Die schmal kegelförmige Krone Foto: Schoplocher

Die Rinde weist eine Besonderheit auf. Sie ist so dick – bis zu 75 (!) Zentimeter – dass sie Waldbrände aushalten kann. Eine Eigenschaft, die der Mammutbaum in seiner kalifornischen Heimat zum Überleben braucht. Kann schließlich mal vorkommen bei einer Lebensdauer von 2000 Jahren oder mehr. Zurück zu den Dimensionen: Wir reden von bis zu 1500 Kubikmeter Holzmasse bei einem einzigen Baum – das entspricht dem Holzvorrat von zwei Hektar einhundertjährigem Fichtenbestand. Beeindruckend auch: Mammutbäume gab es schon, als die Dinosaurier noch gelebt haben....

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Das enorme Potenzial der Flatterulme

Der Baum ist im Bayerwald noch selten. Dabei hat der aktuelle Baum des Jahres einige ganz entscheidende Vorteile.

Als junger Baum braucht der Mammut viel Licht und ist auf eine freigestellte Krone angewiesen. Zudem gilt er in den ersten Jahren als frostempfindlich, kälter als minus 20 bis 25 Grad sollte es nicht sein, erklärt Dr. Bauer. In fortgeschrittenem Alter können ihm auch „30 Minus“ nichts anhaben. Selbst mit hohen Schneelagen kommt er zurecht. Feucht darf sein Standort sein, aber bitte ohne dauerhaft nasse Füße. Überraschen dürfte das Wurzelsystem. Selbst uralte Bäume schaffen kaum mehr als einen Meter Tiefe, dafür aber schon mal 30 Meter seitwärts. Kleine Piksereien hin oder her, der Griff zu den Trieben lohnt sich. Zerreibt man sie in der Hand, wird man mit intensivem Anisgeruch belohnt.

Unser Experte

  • Zur Person

    Dr. Arthur Bauer (58) stammt aus Regenpeilstein. Er studierte Forstwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München und ist seit Februar 2017 Leiter des Bereichs Forsten am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Cham.

  • Verbundenheit

    „Schon immer“ war Arthur Bauer gerne in der Natur, vor allem aber im Wald.

  • Beratung/Kontakt

    AELF Cham, Bereich Forsten. Ölbergstraße 3, Waldmünchen. Telefon (09972) 94 30 20

Bis zu 20.000 Samen in den Zapfen

Die Äste des Mammutbaums Foto: Schoplocher
Die Äste des Mammutbaums Foto: Schoplocher

Mit Professoren-Aufträgen an der Uni ist das so eine Sache. Einer der Lehrer des heutigen Forstdirektors legte seinen Studenten sehr nachdrücklich ans Herz: einmal im Leben die mächtigen Bäume im kalifornischen Nationalpark sehen. Das hat Dr. Arthur Bauer zwar noch nicht geschafft, aber immerhin vor 20 Jahren im Garten seines Elternhauses einen Mammutbaum gepflanzt.

Sequoias – dieser Name leitet sich aus einem Eingeborenendialekt ab – vermehren sich durch Samen in den Zapfen. Die bis zu 20.000 Samen verbleiben teils zwei Jahre auf den Bäumen und benötigen Stürme oder Brände, damit sie den Boden erreichen. Als „Geburtsthelfer“ dient das Douglas-Eichhörnchen, das die Samenkörner liebt. Wenn Tiere Namen tragen, müssen sie etwas Besonderes sein...

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