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Garten

Gute grüne Vorsätze: Bäume pflanzen

Kann auch ich helfen, die Welt zu retten? Im Kleinen kann jeder etwas beitragen. Drei Ideen für Hobbygärtner im Jahr 2020.
Von Simone Andrea Mayer

23.04.2019, Niedersachsen, Hannover: Ein Baum steht vor blauem Himmel auf einem Wall auf dem früheren Gelände der Weltausstellung Expo 2000. Foto: Christophe Gateau/dpa
23.04.2019, Niedersachsen, Hannover: Ein Baum steht vor blauem Himmel auf einem Wall auf dem früheren Gelände der Weltausstellung Expo 2000. Foto: Christophe Gateau/dpa

Berlin.Eine Schülerin hat es vorgemacht: Der Einzelne kann etwas fürs Klima tun. Nun will nicht jeder persönlich so aktiv sein wie Greta Thunberg. Oder seinen Alltag im Sinne der Nachhaltigkeit komplett umkrempeln und etwa auf ein Auto verzichten. Aber schon mit kleinen Veränderungen lässt sich etwas zur Abmilderung des Klimawandels beitragen. Etwa im eigenen Garten.

Drei grüne Vorsätze zum Jahreswechsel für Gartenbesitzer:

So bindet man CO2: Einen Obstbaum pflanzen

Der Hintergrund: Bäume binden Kohlendioxid (CO2) langfristig – vor allem, wenn man darauf achtet, dass ihr Holz später weiterverbaut wird und die Blattmasse durch Verrottung in den Boden übergeht und das CO2 dort gebunden bleibt. Schlecht wäre es, Blätter und Holz zu verbrennen und so den Stoff wieder in die Luft abzugeben.

Die Umsetzung: Gut geeignet sind für diesen Ansatz vor allem Bäume, die schnell wachsen und groß werden. Viel Blattmasse ist außerdem empfehlenswert, erläutert Helmut Selders, Präsident des Bunds deutscher Baumschulen. Sein Tipp sind Obstbäume, da für große Eichen oder Buchen viele Grundstücke keinen Platz bieten.

Für übliche Hausgärten eignen sich am besten Obstbäume. Foto: Andrea Warnecke/dpa
Für übliche Hausgärten eignen sich am besten Obstbäume. Foto: Andrea Warnecke/dpa

„Ein Obstbaum ist ein Win-win auf vielen Ebenen: Neben der CO2-Bindung tut man mit der Blüte und den Früchten Gutes für Insekten und Vögel“, sagt Selders. Ganz zu schweigen davon, dass man selbst jedes Jahr Ernte einfahren kann. Ein weiteres Plus: Da Obstbäume hartes Holz bilden, könnte man am Ende eines jahrzehntelangen Baum-Lebens das Holz einem Schreiner geben und ein Möbel bauen lassen.

Ratgeber

Ideen für kleine Gärten

Platz ist selbst im kleinsten Garten, um ein grünes Paradies zu gestalten – mit guter Planung und ein paar optischen Tricks.

Selders betont: Der richtige Baum muss zum Standort passen, auch für das Ziel, der Umwelt etwas Gutes zu tun. Denn nur wenn der Baum im passenden Boden steht und das richtige Maß an Sonne und Schatten bekommt, kann er auch gut gedeihen – und folglich viel CO2 aufnehmen.

„Viele Tiere brauchen auch Versteckmöglichkeiten.“

Helmut Selders, Präsident des Bunds deutscher Baumschulen

Extra-Tipp: Wer keinen Platz für einen Baum hat, sollte eine „bunte Hecke“ setzen. „Nicht nur Kirschlorbeer oder den Lebensbaum nehmen, sondern verschiedene blühende Gehölze wie zum Beispiel die Schlehe beimischen“, erklärt Selders. „Dazwischen sollte auch etwas Immergrünes stehen, das dicht wächst. Denn viele Tiere brauchen auch Versteckmöglichkeiten.“

So hilft man den Tieren: Auf verschiedene Pflanzen setzen

Der Hintergrund: „Vielfalt ist eine Chance aufs Überleben“, sagt Marja Rottleb, Garten-Referentin beim Naturschutzbund Deutschland (Nabu). Gibt es viele verschiedene Pflanzenarten, hilft dies vielen Tierarten – und umgekehrt. Sonst finden zum Beispiel spezialisierte Insekten wie manche Schmetterlinge oder Vögel keine Nahrung mehr und die Pflanzen können sich nicht vermehren.

Ein schöner grüner Rasen ist nicht das Beste für die Natur. Wer ihr 2020 etwas Gutes tun will, könnte zum Beispiel mehr Beete anlegen. Foto: Christin Klose/dpa
Ein schöner grüner Rasen ist nicht das Beste für die Natur. Wer ihr 2020 etwas Gutes tun will, könnte zum Beispiel mehr Beete anlegen. Foto: Christin Klose/dpa

Die Umsetzung: Statt nur eine Rasenfläche zu pflegen, sollte man Beete mit einer Vielfalt an Pflanzen anlegen. Vielleicht in einem Eck noch Wiesenpflanzen aussäen, die nicht regelmäßig dem Mäher zum Opfer fallen. Und nicht zu vergessen: Die bereits erwähnten wertvollen CO2-Speicher Bäume und Sträucher setzen, die vielen Tieren neben Nahrung auch Lebensraum bieten. All diese Maßnahmen übrigens machen nicht viel Arbeit – meist sogar weniger als die wöchentliche Pflege des Rasens.

Es ist aber auch wichtig, auf heimische Pflanzen und am besten auf Wildarten zu setzen, betont Nabu-Expertin Rottleb. Zum einen können Exoten nicht die Bedürfnisse der heimischen Tiere bedienen, zum anderen sind meist nicht die schönsten Blüten die besten für die Tiere.

Wer Bienen etwas Gutes tun möchte, setzt auf Blüten mit zugänglichen Staubblättern. Foto: Monika Skolimowska/dpa
Wer Bienen etwas Gutes tun möchte, setzt auf Blüten mit zugänglichen Staubblättern. Foto: Monika Skolimowska/dpa

Denn oftmals können die Insekten die stärker gefüllten Blüten von Züchtungen nicht nutzen, da die vielen Blütenblätter den Zugang zum Nektar im Inneren behindern. Wenn die hochgezüchteten Pflanzenformen überhaupt Pollen und Nektar produzieren. Forsythien, Hortensien und Geranien etwa sind steril.

Pflanzen

Kindgerechter Garten: Wild statt sauber

Eltern lieben es aufgeräumt, Kinder chaotisch – nicht nur im Kinderzimmer. Auch im Garten brauchen Kinder Abenteuerecken.

Sterile Schnittblumen ohne Pollen, etwa manche Sonnenblumen-Sorten, werden teils auf den Samentütchen als solche beworben. Ungefüllte Pflanzen erkennt man aber auch so leicht: Sie haben viel weniger Blütenblätter und oftmals sind Staubblätter mit Pollen gut sichtbar.

So rettet man CO2-Lager: Blumenerde ohne Torf kaufen

Der Hintergrund: In Torf, dem Baustein von Mooren, ist eine große Menge Kohlendioxid gebunden. Wird er gewonnen, wird das klimaschädliche Gas freigesetzt – und obendrein das Moor als Lebensraum für viele Tiere zerstört.

Viele Blumenerden enthalten Torf. Es gibt aber für Balkon- und Beetpflanzen auch torffreie Erden im Handel. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Viele Blumenerden enthalten Torf. Es gibt aber für Balkon- und Beetpflanzen auch torffreie Erden im Handel. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Das Problem: In den allermeisten Blumenerden steckt Torf. Sogar jene, die als „torfreduziert“ oder „torfarm“ deklariert sind, können aus bis zu 80 Prozent des Materials bestehen.

Es gibt aber immer mehr Alternativen im Handel. Sie basieren auf Kompost, Rindenhumus und Holzfasern. Achten sollte man auf Hinweise wie „torffrei“ oder „ohne Torf“. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zum Beispiel listet entsprechende Produkte in einem Einkaufsführer zum Download.

Botanik

Zimmerpflanzen durch den Winter bringen

Wintertage sind kürzer und dunkler. Das merken auch unsere Zimmerpflanzen. Für sie bedeuten Lichtentzug und Heizung Stress.

Der extra Tipp von Nabu-Expertin Rottleb: Wenn möglich, auch nur wurzelnackte Pflanzen kaufen – also jene ohne Topf und damit ohne torfhaltige Erde um die Wurzeln.

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