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Ratgeber

Nützliche Gartentipps für Dezember

Winterpause? Pustekuchen! Im Dezember werden Nutz- und Ziergarten aufgeräumt und wieder auf Vordermann gebracht.
Von Susanne Wolf

  • Das Setzen von Gehölzen ist grundsätzlich so lange möglich, wie der Boden noch nicht gefroren ist. Foto: Andrea Warnecke/dpa
  • Verblühte Pflanzen wie diese Sonnenblume dienen Vögeln und Insekten im Winter als Nahrungsquelle oder Unterschlupf. Foto: Arno Burgi/dpa

Regensburg.Sowohl im Nutz- als auch im Ziergarten befinden sich die Pflanzen im Dezember in der Ruhephase. Das bedeutet aber für Hobbygärtner nicht, dass sie sich jetzt auf die faule Haut legen und in ihre warme Wolldecke einkuscheln können. Denn in diesem Monat stehen neben Aufräum- und Wartungsarbeiten auch einige Pflegemaßnahmen an.

„Der Dezember ist erfahrungsgemäß ein relativ warmer Wintermonat. Das heißt für uns Gärtner, dass wir auch noch Gartenarbeiten durchführen können“, informiert der Kreisverband Regensburg für Gartenkultur und Landespflege, Dachverband für 85 Obst- und Gartenbauvereine (OGV) im Landkreis Regensburg. Im Dezember kann man sowohl im Zier- als auch im Nutzgarten für Ordnung sorgen. Sprich: Aufräumen ist angesagt.

Trockene Heizungsluft lockt Schädlinge wie Spinnmilben an – Abhilfe schafft das Besprühen der Pflanze mit kalkarmem Wasser. Foto: Kai Remmers/dpa
Trockene Heizungsluft lockt Schädlinge wie Spinnmilben an – Abhilfe schafft das Besprühen der Pflanze mit kalkarmem Wasser. Foto: Kai Remmers/dpa

Trotzdem müssen es Gartler nicht übertreiben, denn einige Überbleibsel der vergangenen Gartensaison dienen der Natur: „Lassen Sie das Laub unter den Bäumen auch mal liegen. Das meiste verrottet über den Winter und gibt den Bäumen wieder ihre Nährstoffe zurück“, rät der Dachverband. Verblühte Samenstände von Gräsern und Blumen können Gärtner getrost stehen lassen. „Sie dienen als Winternahrung für die Vögel und als Schutzraum für Insekten.“ Auch Totholz und Steinhaufen sollten während der kalten Jahreszeit im Garten bleiben. „Sie sind begehrte Rückzugsräume für viele Kleintiere und Insekten“, erläutert der Kreisverband.

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Im Dezember hat der Hobbygärtner Zeit für die Wartung seiner Werkzeuge und Gartengeräte. Foto: Kai Remmers/dpa
Im Dezember hat der Hobbygärtner Zeit für die Wartung seiner Werkzeuge und Gartengeräte. Foto: Kai Remmers/dpa

Wer es nicht schon im November erledigt hat, sollte jetzt sein Gartenwerkzeug reinigen und pflegen. Von den Metallteilen der Geräte entfernt man den Schmutz und wischt sie mit Seifenwasser ab. Eventuell vorhandener Rost lässt sich mit Stahlwolle abbürsten. Damit man das Werkzeug lange nutzen kann, ist es hilfreich, die einzelnen Geräte mit Öl – und ggf. mit einem Rosthemmer – einzureiben. Sind die Stiele rau, kann man sie mit Schmiergelpapier glätten. Danach sollte man auch sie mit einem speziellen Öl einreiben. Stumpfe Gartenmesser und -scheren werden geschliffen.

Nutzgarten

Im Nutzgarten grünt und blüht es momentan zwar nicht mehr, trotzdem stehen hier im Dezember noch einige Arbeiten an – vorausgesetzt, man will auch in der kommenden Saison wieder eine eigene bunte Wohlfühloase mit reicher Ernte haben. Einige Pflanzen müssen im Freiland geschützt, wieder andere ins Haus gebracht werden.

Porträt

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Grünkohlblätter können den ganzen Winter über geerntet werden: Schnee und Frost machen ihnen wenig aus. Foto: Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen/gms/dpa
Grünkohlblätter können den ganzen Winter über geerntet werden: Schnee und Frost machen ihnen wenig aus. Foto: Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen/gms/dpa

Wichtig ist auch die Ernte von Gemüse und Kräutern, die bisher der Kälte getrotzt haben. Zudem sollte man einen Blick auf bereits eingelagerte Sorten werfen. Im Nutzgarten, in dem Kräuter- und Gemüsesorten sowie Beerensträucher und Obstbäume gedeihen, stehen im Dezember folgende Tätigkeiten an:

  • Anfang Dezember Wasserleitungen leer laufen lassen – sowohl im Freien als auch im Gewächshaus –, damit sie nicht platzen
  • Für Wühlmäuse Köder auslegen oder Fallen aufstellen
  • Bei mildem Wetter Erde in Beeten lockern und Unkraut harken
  • Empfindliche Pflanzen wie Lorbeer und Rosmarin vor Frost und Sonne schützen (durch Vlies oder ins Haus bringen)
  • Petersilie (unter Folie/Vlies) ernten
  • Zum Treiben Schnittlauchballen nach erstem starken Frost eintopfen, am Fenster aufstellen und viel gießen
  • Dill, Kerbel, Kresse, Rucola, Senf und Sprossen auf Fensterbank ziehen
  • Ausgelaugte Erde im Gewächshaus durch neue ersetzen
  • Gewächshaus (vor allem die Scheiben) reinigen, damit die Pflanzen in der eh schon düsteren Jahreszeit ausreichend Licht bekommen
  • Bei mildem Wetter Feldsalat, Lauch, Rosenkohl, Spinat, Winterendivie und Winterportulak ernten
  • Grünkohl nach starkem Frost ernten (Bitterkeit geht verloren)
  • Übrige Kulturen durch Vlies oder Strohmatten vor Frost schützen
  • Gelagertes Gemüse und Obst regelmäßig auf faule Früchte überprüfen und dieses ggf. entsorgen
  • Vorratskeller bei mildem Wetter lüften
  • Rhabarber im Freiland ausgraben, wenn es keinen Frost hat, und im Gewächshaus verfrühen
  • Für eine zeitige Ernte im Frühjahr Laub- oder Strohmulch auf Freiland-Rhabarber geben
  • Barbarazweige (Pflaume, Kirsche) nach erstem Frost schneiden; hatten sie noch keinen Kältereiz, legt man sie für ca. 12 Stunden in die Gefriertruhe; danach Zweige schräg anschneiden und für ca. 12 Stunden in lauwarmes Wasser stellen; danach kommen sie in die Vase
  • Obstbäume durch Draht-, Lattengitter oder Plastikspiralen vor Wildverbiss schützen
  • Brüchige Rinde alter Obstbäume abbürsten (darunter nisten sonst Schädlinge)
  • Schutz- und Nähranstrich an Stämmen von Obstbäumen anbringen (schützt vor Frostspannung)
  • Obstgehölze an frostfreien Tagen (nach-)schneiden (Baumkronen auslichten, abgestorbene Äste entfernen); Schnittwunden klein halten
  • Wunden und Verletzungen an Bäumen und Sträuchern mit Baumwachs behandeln
  • Stämme von Beerenhochstämmchen zum Schutz vor Frostrissen mit Stroh einbinden
  • Tropische und subtropische Kübelpflanzen (v.a. Zitrusgewächse) im Haus überwintern, da sie keinen Frost vertragen
  • Kübelpflanzen im Winterquartier nicht düngen, mäßig gießen und regelmäßig auf Schädlinge kontrollieren und ggf. behandeln

Im Winter sollte man Vögeln Futter zur Verfügung stellen. Meisenknödel im Netz können bei der Fütterung problematisch sein, weil sich die Vögel darin verfangen könnten. Foto: Sebastian Kahnert/dpa
Im Winter sollte man Vögeln Futter zur Verfügung stellen. Meisenknödel im Netz können bei der Fütterung problematisch sein, weil sich die Vögel darin verfangen könnten. Foto: Sebastian Kahnert/dpa

Zusätzlicher Tipp: Im Winter brauchen Wildtiere wie Vögel und Insekten Nahrung. Darum kann man beispielsweise vertrocknete Blumen bis ins Frühjahr stehen lassen. Zudem sollte man bei Frost und Schnee zufüttern. Dafür kann man entweder Vogelfutter kaufen oder selbst welches herstellen. Man schmilzt Kokosfett über einem Wasserbad, gibt Körner und Flocken hinzu und füllt das Ganze in (Silikon-)Förmchen (Faden fürs Aufhängen nicht vergessen). Nach dem Erkalten kann man es raus in den Garten hängen.

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DIY Vogelfutter Es geht auf den Winter zu und daher habe ich heute Vogelfutter selbst gemacht. In Silikonförmchen lässt es sich am Besten umsetzen. Ihr benötigt : ➡️ Kokosfett, zB Palmin ➡️ Haferflocken ➡️ Sonnenblumenkerne ➡️ Zahnstocher und Bänder zum Aufhängen ➡️ Silikonförmchen Das Fett in einem Wasserbad schmelzen und die gewünschten Flocken und Kerne hinzufügen. Diese Masse anschließend in die Förmchen füllen. Einen Zahnstocher hinzufügen, hier kommt nach dem Aushärten das Band durch. Noch besser geht's später mit einem Handbohrer - wenn vorhanden. Die Förmchen für ein paar Stunden zum Aushärten in den Kühlschrank oder bei der kalten Jahreszeit nach draußen stellen. Band durchfädeln und Aufhängen. Viel Spaß ❤️ ____________________________________ #vogelfutter #diyvogelfutter #bastelideen #bastelnmitkindern #winter #eigenheim #diy

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Ziergarten

Anfang des Monats kann sich der Ziergärtner noch an einigen blühenden Pflanzen erfreuen. Denn dann sind die Temperaturen meist noch so mild, dass winterharte Gewächse bzw. Winterblüher weiterhin gut gedeihen. Auch die kommende Saison schickt im Dezember ihre ersten Vorboten: Christrosen, einige Schneeballarten und Winterjasmine zeigen ihre ersten Blüten.

Ratgeber

So halten Christrosen 25 Winter lang

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Mit Schnee bedeckt sind die Blüten einer Chinesischen Zaubernuss (Hamamelis mollis). Foto: Holger Hollemann/dpa
Mit Schnee bedeckt sind die Blüten einer Chinesischen Zaubernuss (Hamamelis mollis). Foto: Holger Hollemann/dpa

Empfindliche Pflanzen sollte man jetzt durch Nadelzweige schützen. Denn sie ertragen die Abwechslung zwischen Sonne und Kälte nicht und gehen schnell kaputt. Im Ziergarten, der Bäume, Sträucher, Hecken, Stauden und Blumen beherbergt, ist im Dezember Folgendes zu tun:

  • Anfang Dezember Wasserleitungen leer laufen lassen – sowohl im Freien als auch im Gewächshaus –, damit sie nicht platzen
  • Für Wühlmäuse Köder auslegen oder Fallen aufstellen
  • Anfang Dezember Schneeglöckchen im Freiland ausgraben und in Töpfe (am besten in kleinen Tuffs) pflanzen; Töpfe für zwei Wochen draußen an geschütztem Platz abstellen; danach Töpfe zum Treiben ins Haus (erst in kühlen, dann beheizten Raum) holen
  • Sommergrüne Pflanzen (außer weichholzige wie Hibiskus, Hortensie, Rose, Schmetterlingsstrauch) beschneiden
  • Empfindliche Pflanzen (Hortensie, Kamelie, Rose) durch Nadelzweige vor Sonne und Frost schützen
  • Spätestens Anfang des Monats Rosen durch Nadelzweige schützen und ca. 3 cm über Veredelungsstelle anhäufeln (ca. 15 bis 20 cm hoch)
  • Bei mildem Wetter Rosen pflanzen
  • Frühjahrsblüher (Flieder, Forsythie, Schneeball, Zierjohannisbeere) nur im Notfall zurückschneiden, da man sonst die Blüten des kommenden Jahres zerstört
  • Spätblüher auslichten; Triebe bodennah einkürzen
  • Abgestorbene Stängel von Stauden schneiden
  • Canna, Dahlie und Gladiole schneiden, ausgraben und überwintern (zwischen 8 und 15 °C in trockenem Sand)
  • Immergrüne (Buchsbaum, Kirschlorbeer, Rhododendron) bei mildem Wetter wässern
  • Tropische und subtropische Kübelpflanzen (Oleander) im Haus überwintern, da sie keinen Frost vertragen
  • Kübelpflanzen im Winterquartier nicht düngen, mäßig gießen und regelmäßig auf Schädlinge kontrollieren und ggf. behandeln
  • Kübelpflanzen im Freien mit Noppenfolie, Sackleinen oder Strohmatten einwickeln und zum Schutz vor Frost an die Hauswand stellen
  • Ziersträucher durch Steckhölzer vermehren
  • Bei mildem Wetter Laubgehölze pflanzen
  • Barbarazweige (Duftender Schneeball, Echter Jasmin, Forsythie, Mandel, Zaubernuss) nach erstem Frost schneiden; hatten sie noch keinen Kältereiz, legt man sie für ca. 12 Stunden in die Gefriertruhe; danach Zweige schräg anschneiden und für ca. 12 Stunden in lauwarmes Wasser stellen; danach kommen sie in die Vase
  • Sträucher und Bäume bei starkem Schneefall vom Schnee befreien
  • Seerosen aus Teich entfernen und im Keller überwintern
  • Laub aus Gartenteich abfischen
  • Pflanzen in Flachwasserzone (Binsen, Gräser, Schilf) im Teich belassen; sie dienen als Luftkanäle
  • Fische aus Teich herausnehmen, wenn er nicht mindestens 80 Zentimeter tief ist
  • Fische nicht mehr füttern
  • Wasser im Gartenteich durch Eisfreihalter (Styroporring oder Holzstück) offenhalten
  • Bei starkem Frost Teichheizer einsetzen

Zusätzlicher Tipp: Jetzt im Winter machen sich Spinnmilben breit – vor allem an den Pflanzen, die im Haus überwintert werden. Grund dafür ist die trockene Heizungsluft. An den Kragen geht es den unscheinbaren, meist an den Blattunterseiten lebenden Tieren durch Feuchtigkeit. Will man nicht die Chemiekeule schwingen, stellt man die Pflanze in die Badewanne oder Dusche und braust sie ab – auch an den Blattunterseiten. Dann hüllt man sie in eine Plastiktüte ein. Binnen weniger Tage sollten die Spinnmilben verschwunden sein, denn sie meiden feuchtes Klima. Treten diese winzig kleinen Schädlinge auf, sollte man schnell handeln. Denn wenn sie die Blätter der Pflanzen ausgesaugt haben, kann man sie meist nicht mehr retten.

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