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Artenschutz

Tote Biber geben Rätsel auf

Drei der geschützten Tiere wurden in Nittendorf gefunden. Ein Zeuge berichtet von Einschusslöchern. Die Polizei ermittelt.
von Simone Grebler und Gustav Wabra

Wurden die Biber umgebracht oder starben sie auf natürlichem Wege? Das soll ein Experte klären. Symbolfoto: Patrick Pleul/dpa
Wurden die Biber umgebracht oder starben sie auf natürlichem Wege? Das soll ein Experte klären. Symbolfoto: Patrick Pleul/dpa

Nittendorf.Drei tote Biber sorgen derzeit für Rätsel im Landkreis Regensburg. Der Anwohner Helmut Zillner hatte die Tiere gefunden. Er war sich bei dem ersten Blick auf die toten Biber sicher: „Die Tiere hatten alle die gleichen Wunden und sie sahen aus wie Einschusslöcher.“ Vor dem Vorfall seien noch mehrere Tiere in der Gegend umhergeschwommen, jetzt keine mehr. „Mit einem Schlag waren alle Biber weg“, berichtet er gegenüber der Mittelbayerischen Zeitung.

In Nittendorf wurden im November 2018 drei der geschützten Tiere in der Schwarzen Laber angeschwemmt. Derzeit kann nicht ausgeschlossen werden, dass sie durch einen Menschen getötet wurden, berichtet die Polizei. Zur Klärung der genauen Umstände zogen die Beamten Experten hinzu und erhoffen sich Hinweise aus der Bevölkerung.

Interview

Tote Biber: Höchst ungewöhnlich

Gerhard Schwab geht davon aus, dass es im Kreis Regensburg rund 600 Biber gibt. Ohne Schutz wären sie bald verschwunden.

Experte untersucht die Tiere

Gefunden wurden die leblosen Biber zwischen Sonntag, 4. November, und Montag, 26. November. Der Donauzufluss zwischen Eichhofen und Schönhofen spülte an jeweils unterschiedlichen Tagen insgesamt drei Tiere an. Sie verfingen sich im Bereich einer Staustelle, sagte Albert Brück vom Polizeipräsidium Oberpfalz. Als ein aufmerksamer Anwohner am 26. November eines der Tiere entdeckte, alarmierte er die Behörden.

Bei der ersten Begutachtung eines der verendeten Nagetiere stellten die Beamten äußerliche Verletzungen fest, die auf einen möglichen Beschuss hindeuteten. Zwei der toten Tiere wurden sichergestellt. Ein Experte der Veterinär-Pathologie in Erlangen untersuchte zwischenzeitlich die beiden verendeten Biber.

Dieser schließt in einer ersten Stellungnahme aus, dass die Biber erschossen wurden. Weitere Untersuchungen sollen nun Todesursache und -zeitpunkt klären. Nachdem an der Fundstelle in den Vorwochen noch zwei weitere tote Biber aufgefunden wurden, leitete die Nittendorfer Polizei in enger Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Regensburg und dem zuständigen Landratsamt Regensburg umfangreiche Untersuchungen und Ermittlungen ein. Die Polizei ermittelt in alle Richtungen. Insbesondere wird auch geprüft, ob Straftaten oder Ordnungswidrigkeiten vorliegen.

Polizei sucht Zeugen

Wie weit die Biber leblos in der Schwarzen Laber getrieben sind, ist bislang unbekannt. Es ist auch unklar, wo die Tiere ihre Reviere hatten. Um eingrenzen zu können, wo die Tiere möglicherweise sesshaft waren, bittet die Polizeiinspektion Nittendorf insbesondere auch hierzu um Hinweise. Die Untersuchung der Biber wird weitere Wochen in Anspruch nehmen.

Der Fundort

  • Tote Biber:

    Ein Anwohner fand die Tiere in der Schwarzen Laber zwischen Schönhofen und Eichhofen. Danach verständigte er die Polizei, die die Ermittlungen aufgenommen hat. Biber stehen unter besonderem Schutz des Bundesnaturschutzgesetzes.

  • Hinweise:

    Wer in diesem Zusammenhang Hinweise geben kann, wird dringend gebeten, sich unter der Tel.-Nr. 09404/9514-0 an die Polizeiinspektion Nittendorf zu wenden.

Durch ihr natürliches Verhalten stehen die Biber auch manchmal in Konflikt mit dem Menschen: Die Tiere fällen Bäume, untergraben Dämme, flussnahe Äcker und Deiche. Das kann für die Eigentümer oder Anwohner teuer werden. Damit Konflikte zwischen Tier und Mensch gar nicht erst entstehen, beraten sogenannte Bibermanager Betroffene vorbeugend und bei Problemen. Nach dem Bundesnaturschutzgesetz ist der Biber streng geschützt.

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