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Worauf es beim Schwammerlsuchen ankommt

Wie man Pilze richtig abschneidet und wieso Plastiktüten zum Transport tabu sind: Hier sind die goldenen Regeln fürs Sammeln.

Angesichts der feucht-warmen Witterung hat die Schwammerlsaison begonnen, wie dieser Fund unterhalb des Haidsteins zeigt.
Angesichts der feucht-warmen Witterung hat die Schwammerlsaison begonnen, wie dieser Fund unterhalb des Haidsteins zeigt. Foto: Hermann Schropp/Hermann Schropp

Chamerau.Die Schwammerl sind momentan in aller Munde. Der Waldboden bringt sie gerade in Unmengen hervor. Lecker sind sie, das ist klar, aber eben auch nicht unbelastet. Jung und Alt wandert durch die Wälder, etwa am Haidstein und rund um den Roßberg.

Wo genau sie suchen, ist schwer herauszufinden. Jeder hat seine Plätze, die er ungern verrät. Doch wo sind die begehrten Schätze des Waldes zu finden? Wo lohnt es sich, nach Steinpilzen, Pfifferlingen, Birkenpilzen und Maronenröhrlingen zu suchen?

Pilze

Schwammerl wachsen heuer ganz schön früh

Steinpilze, Rotkappen und Zigeuner – schon seit Juni freuen sich Chamer Schwammerlfreunde über ihre Funde. Leider nicht alle.

Empfehlenswert: Steinpilz, Rotkappe und Pfifferling

Wer in die Wälder hinauszieht, um seinen Speisezettel mit Schwammerl zu bereichern, muss die richtige Ausrüstung haben. Da Pilze möglichst luftig und druckfrei transportiert werden müssen, sollte man einen Korb verwenden.

Bedenken sollte man, dass Pilze, die schwitzen, ungenießbar werden und zu Vergiftungen führen können; zu meiden sind deshalb Plastiktüten und Blechdosen zu Aufbewahrung. Ein Pilz soll vorsichtig aus dem Boden gedreht werden. Danach wird er gereinigt. Bei unsicheren Arten wird stets der ganze Pilz gesammelt, damit die zur Bestimmung wichtigen Merkmale nicht verloren gehen.

Gesammelt sollten nur Pilze werden, die man genau kennt. So wird nicht nur das Risiko einer Vergiftung ausgeschaltet, es werden auch im Wald die notwendigen Reserven geschaffen. Der Nährstoffgehalt der Pilze hält sich in Grenzen. Um die radioaktive Belastung und die durch Schwermetalle zu umgehen, sollten sie in Maßen verzehrt werden, es reichen ein- bis zweimal pro Woche 200 bis 250 Gramm Wildpilze.

Hintergrund

  • Standorte:

    Die beliebtesten Standorte von Pilzen sind bei Birken, Tannen und Buchen, während unter Eschen, Erlen und Linden wenig Ausbeute zu erwarten ist.

  • Kreisläufe:

    Pilze erfüllen wichtige ökologische Aufgaben für die Stoffkreisläufe der Natur und die Lebensgemeinschaften in der Pflanzenwelt. Aus diesem Grund sind sie in der Natur unersetzlich. Sie leben in enger Gemeinschaft mit vielen höheren Pflanzen, etwa Bäumen.

So schneidet man Pilze richtig ab

Geschont werden soll die Pilzbrut, indem man die Fruchtkörper knapp oberhalb des Bodens abschneidet oder vorsichtig aus dem Boden dreht. Den Waldboden sollte man an dieser Stelle wieder festdrücken, um die Brut vor dem Austrocknen zu schützen. So hat der Pilz die Möglichkeit, sich fortzupflanzen. Verschont sollen kleine und kleinste Pilze werden, alte sollten unberücksichtigt am Fundort stehenbleiben. Überalterte und madige Pilze sind notwendig für die Kleintierwelt und werfen viele Sporen ab. Pilze, ob giftig oder nicht, sollten keinesfalls zertreten werden.

Gemäß Anlage 1 der Bundesartenschutzverordnung dürfen Pilzjäger nur Schwammerl für den Eigenbedarf aus dem Wald holen. Darunter fallen Steinpilz, Pfifferling, Bratling, Rotkappe und Birkenpilz. Die Sammler dürfen nur so viele Pilze mitnehmen, wie sie selber auch verwerten können.

Das Ziel dieser Regelung ist es, dass auf lange Sicht der Pilzbestand nicht gefährdet wird. Das gewerbliche Sammeln bedarf in jedem Fall der vorherigen Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde beim Landratsamt Cham. (che)

Küche

Echter Genuss aus den Chamer Wäldern

Der Klassiker im Herbst ist die „Schwammerbrejh“. Dabei gibt es unzählige Varianten, wie unsere Autorin in ihrer Serie zeigt.

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