MyMz

DVB-T2: Regensburg muss warten

Seit dem Beginn der Umstellung des terrestrischen TVs fragen sich viele: Was ist mit uns? Wir liefern die Antwort.
von Mario Geisenhanslüke, MZ

In Regensburg läuft der Fernseher noch weiterhin ohne Probleme: Die Umstellung auf DVB-T2 in der Region erfolgt frühestens im Herbst 2018. Foto: dpa
In Regensburg läuft der Fernseher noch weiterhin ohne Probleme: Die Umstellung auf DVB-T2 in der Region erfolgt frühestens im Herbst 2018. Foto: dpa

Was ist überhaupt DVB-T und was bedeutet der Name?

DVB-T steht für „Digital Video Broadcasting – Terrestrial“, was auf Deutsch in etwa digitale Videoübertragung via Antenne bedeutet. DVB-T ist neben Kabel, Satellit, IPTV oder Livestream eine Möglichkeit in Deutschland, Fernsehen zu gucken. Für den Empfang von DVB-T sind spezielle Empfangsgeräte nötig – oft auch Zimmerantennen genannt –, die an den Fernseher oder auch den Computer angeschlossen werden.

Was bedeutet die Umstellung von DVB-T auf DVB-T2 HD?

DVB-T2 HD (kurz DVB-T2) ersetzt das bisher über Antenne ausgestrahlte DVB-T. Es bringt ein besseres Bild mit bis zu Full-HD-Auflösung und je nach Region bis zu 40 Fernsehprogramme. DVB-T2 unterstützt auch den TV-Standard HbbTV, mit dem Sendungen und passende Internetinhalte verknüpft werden können. In der Nacht vom 28. auf den 29. März wurde vor allem in den Ballungsgebieten – zum Beispiel in München – umgestellt. Die Umschaltung erfolgte als harter Schnitt. Das bedeutet: Überall dort, wo auf DVB-T2 umgestellt wurde, endete die Ausstrahlung des bisherigen DVB-T.

Wann wird in Regensburg und der Oberpfalz umgestellt?

Einige Kunden und auch MZ-Leser in Regensburg fragen sich bereits: Was bedeutet das Ganze aktuell für mich? Die Antwort: Für die nächsten eineinhalb Jahre erst einmal nichts. Auf Nachfrage unseres Medienhauses teilte uns das verantwortliche Projektbüro DVB-T2 HD Deutschland mit: „In der Oberpfalz findet die Umstellung im Herbst 2018 oder Frühjahr 2019 statt.“ Das sei noch offen, aber vor dem Herbst des kommenden Jahres werde nichts passieren. Das bedeutet: Hier wird weiter der alte Standard DVB-T gesendet und kann entsprechend empfangen werden.

In unserer Grafik sehen Sie, wo DVB-T2 bereits empfangen wird:

Werden alle Sender auch überall ausgestrahlt?

Nein. Die Sendeabdeckung wird zwar bis 2019 noch weiter ausgebaut. Es werden aber nicht in allen Regionen auch alle Sender ausgestrahlt. In einigen Regionen gibt es etwa unterschiedliche frei empfangbare Sender, in anderen gar keine Privatsender. Zu diesen Regionen gehört bisher auch die Oberpfalz: Hier können über DVB-T aktuell nur öffentlich-rechtliche Sender empfangen werden. Ob mit der Umstellung möglicherweise auch Privatsender in Regensburg empfangbar werden, ist laut dem Projektbüro noch offen.

Brauche ich einen neuen Fernseher?

Mit dem Fernseher hat der Empfang von DVB-T erst einmal nichts zu tun. Allerdings benötigten Kunden für den Empfang des neuen Signals neue Empfangsgeräte. Von der ersten Umstellung Ende März waren bereits rund drei Millionen Haushalte betroffen. Geeignete Boxen erkennt man am grünen DVB-T2-HD-Logo. Auf der Webseite der Deutschen TV-Plattform gibt es eine Liste kompatibler Fernseher und Empfangsboxen. Stiftung Warentest (Ausgabe 2/2017) hat bereits verfügbare Boxen umfangreich getestet. Einfache Geräte ohne viel Ausstattung gibt es demnach ab rund 50 Euro. Steht im Wohnzimmer noch ein Röhrenfernseher, braucht die Box einen Scart-Ausgang. Wenn der alte Fernseher ohnehin ersetzt werden soll, muss man beim neuen Gerät auf das grüne DVB-T2-HD-Logo achten. Ist der vorhandene Fernseher noch recht neu, hilft ein Blick in die Gebrauchsanleitung. Im Zweifel hilft auch die Datenbank der Deutschen TV-Plattform. Sie listet alle geeigneten Geräte auf. Kann der Fernseher kein DVB-T2 empfangen, hilft eine Empfangsbox weiter.

Was kostet DVB-T2 HD mich als Kunde?

Der Empfang der Öffentlich-Rechtlichen wird durch den Rundfunkbeitrag finanziert und ist daher nicht mit Zusatzkosten für DVB-T-Kunden verbunden. Privatsender, sollte es sie überhaupt in unserer Region geben, werden unter dem Namen Freenet TV vermarktet und künftig verschlüsselt ausgestrahlt. Wer sie empfangen will, braucht einen Fernseher mit DVB-T2-HD-Empfänger und einen CI+-Adapter von Freenet TV (kostet rund 80 Euro). Wird eine Empfangsbox genutzt, braucht sie ein Entschlüsselungsmodul. Oder man wählt eine Box mit Steckplatz für ein CI+-Modul. Letztere Geräte sind verhältnismäßig teuer. Allerdings kann man das freigeschaltete Modul in mehreren Geräten nutzen.

Wen und wie viele betrifft die Umstellung?

Von der Umstellung am 29. März waren mehr als drei Millionen TV-Haushalte betroffen. Generell schauen in Ballungszentren ungefähr 10 Prozent aller Fernsehzuschauer über DVB-T. In ländlichen Regionen dürften es allerdings deutlich weniger sein, weil ja dort bisher auch nicht der Empfang von privaten Sendern möglich gewesen ist. Wer sein Fernsehprogramm über Kabel, Satellit oder Internet empfängt, ist überhaupt nicht betroffen.

(mit Material von dpa)

Weitere Nachrichten aus Regensburg lesen Sie hier!

Aktuelle Nachrichten erhalten Sie jetzt auch per Whatsapp direkt auf Ihr Smartphone. Hier können Sie sich kostenfrei anmelden.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht