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Schwarze Schafe nutzen die Nacht

Eine Großkontrolle an der B 85 bei Roding bringt einiges ans Licht – zu schnelle Fahrer, Drogen oder auch gefälschte Papiere.
Von Thomas Mühlbauer

Großkontrolle am Donnerstag am Parkplatz an der B 85 zwischen Altenkreith und Roding: „Guten Abend – die Papiere bitte!“ Foto: Mühlbauer
Großkontrolle am Donnerstag am Parkplatz an der B 85 zwischen Altenkreith und Roding: „Guten Abend – die Papiere bitte!“ Foto: Mühlbauer

Roding.Wer etwas zu verbergen hat, nutzt die Dunkelheit, um nicht entdeckt zu werden. Eine Weisheit, die sich die Rodinger Polizei gemeinsam mit Schleierfahndern aus Furth jetzt zunutze gemacht hat. Die Beamten richteten am Donnerstag gegen 22 Uhr eine Großkontrolle auf dem Parkplatz an der B 85 zwischen Altenkreith und Roding ein. Mit dabei war auch die Rodinger Beleuchtergruppe des Technischen Hilfswerks (THW), die sprichwörtlich Licht ins Dunkel brachte. Manches kam da im Auto und am Lenkrad zum Vorschein, was nicht dorthin gehörte.

Licht liefert das THW

Was haben wir denn im Kofferraum? Foto: Mühlbauer
Was haben wir denn im Kofferraum? Foto: Mühlbauer

Gegen 22 Uhr trafen sich die Beamten aus Furth und Roding auf dem Parkplatz, hier hatte das THW bereits die Vorarbeit geleistet und das Gelände des Parkplatzes taghell ausgeleuchtet. 14 Polizisten der Schleierfahndung und der Polizei Roding kontrollierten die vorbeifahrenden Autos. Zugleich wurde in Altenkreith die Geschwindigkeit mit der Laserpistole gemessen – um die Temposünder wenig später am Parkplatz herauszuwinken.

Die letzte Kontrolle in diesem Ausmaß im Rodinger Bereich liege bereits mehrere Jahre zurück, sagte Arthur Stelzer, Dienststellenleiter und Chef der Polizeiinspektion Roding. „In Altenkreith kontrollieren wir regelmäßig die Geschwindigkeit, einmal mit unserer Laserpistole und auch die Kollegen aus Regensburg mit ihren Blitzgeräten. Immer wieder bekommen wir von Anwohnern die Info, dass gerade in der Nacht schneller durch Altenkreith gefahren wird“, sagte Stelzer. Deshalb nutze man die Großkontrolle gleich zur Geschwindigkeitskontrolle.

„Da ist vom Messer, Elektroschocker bis hin zu Betäubungsmitteln alles mit dabei. Es gibt eigentlich fast nichts, was wir noch nicht gefunden haben.“

Aussage der Schleierfahnder

Und die Information der Anwohner bestätigte sich: Fast im Minutentakt trudelten zu Beginn die Verkehrssünder ein, die mit mehr als den erlaubten 50 km/h durch Altenkreith unterwegs waren. „Im Durchschnitt sind es rund fünf bis zehn Prozent der gemessenen Verkehrsteilnehmer, die zu schnell dran sind“, drückte es der Inspektionsleiter in Zahlen aus.

Wo lohnt die Kontrolle?

Währenddessen begutachteten die Kollegen der Schleierfahndung ein paar Meter weiter mit geschultem Auge die ankommenden Autos. Wo lohnt eine Kontrolle, wo muss man näher hinschauen? Die Beamten kennen ihre Pappenheimer und wissen, wie Fahrzeuge aussehen und deren Insassen, wo sich etwas nicht ganz Legales verbergen könnte.

„Da ist vom Messer, Elektroschocker bis hin zu Betäubungsmitteln alles mit dabei. Es gibt eigentlich fast nichts, was wir noch nicht gefunden haben“, so die Mitarbeiter der Schleierfahndung. Neben solchen illegalen Dingen, die im Auto versteckt sind, geht es auch um die Überprüfung der Papiere. Dafür war die Further Schleierfahndung mit dem nötigen Equipment angereist. Laptops und Dokumentenscanner gehören zur Grundausstattung, um die Dokumente gleich vor Ort überprüfen zu können.

Zahlen und Fakten

  • Kräfte

    Vor Ort war neben der Polizei Roding auch noch die Schleierfahndung Furth im Wald. Unterstützt wurden diese durch die Fachgruppe Beleuchtung des THW Roding, die auch im aufgebauten Zelt für warme Getränke und Verpflegung sorgte.

  • Geschwindigkeit

    Fahrzeughalter, die innerorts mit mehr als 30 km/h nach Abzug der Toleranzwerte geblitzt oder gemessen werden, müssen mit einem einmonatigen Fahrverbot rechnen, außerorts gilt die Grenze von 40 km/h. (rtn)

Daneben komme es vor allem auf eines an, so die Beamten: auf das geschulte Auge. Nichts könne den eigenen Blick ersetzen, der etwa das nervöse Verhalten einer Person bemerkt oder gleich die gefälschten Dokumente erkennt. Kontrolliert wurden am Donnerstag hauptsächlich Personenwagen. „Wir schauen nach Drogen, Betäubungsmittel und verbotenen Gegenständen“, so Stelzer. Gibt es ein Muster, nach dem kontrolliert und rausgewunken wird? „Wir halten die Augen offen, etwa nach auswärtigen Kennzeichen.“ Das Besondere an einer Kontrolle mit Schleierfahndung sei, so Stelzer, dass neben dem Fahrer auch die anderen Personen im Fahrzeug kontrolliert werden könnten.

Und oft würden die Fahnder auch fündig, wenn sie ihrer Erfahrung und ihrem Gefühl folgen. „In der Nacht rechnen die wenigsten Verkehrsteilnehmer mit so einer Großkontrolle“, erklärte Stelzer. Da sei die Chance größer, „schwarze Schafe“ zu erwischen, die die dunkle Nacht für ihre Sache nutzen.

„Eine solche Maßnahme in der Nacht hat ein besonderes Niveau – gerade wenn es dunkel ist, steht die Eigensicherung an erster Stelle.“

Arthur Stelze

„Eine solche Maßnahme in der Nacht hat ein besonderes Niveau – gerade wenn es dunkel ist, steht die Eigensicherung an erster Stelle“, meinte Stelzer. Zudem habe die viel frequentierte Bundesstraße ihren Reiz als Hauptverkehrsader im Landkreis und als eine der wichtigsten Ost-West-Verbindungen in Ostbayern. Der Aufwand sei hoch, um so etwas durchziehen zu können: „Eine solche Kontrolle erfordert viel Vorbereitung.“ Man brauche die eigenen Leute – aber vor allem auch das THW, das Strom und Licht bringe.

Weniger Laster fahren vorbei

Manche hatten viel dabei ... Foto: Mühlbauer
Manche hatten viel dabei ... Foto: Mühlbauer

Mit zunehmender Kontrolldauer wurde eines deutlich: Die Lastwagenfahrer – obwohl sie nicht kontrolliert wurden – sind untereinander gut vernetzt. Je länger die Kontrolle dauerte, desto weniger Laster fuhren vorbei. Und auch bei den Temposündern war bald erkennbar, dass die „Lichthupe“ ihre Wirkung nicht verfehlt. Doch von dem ließ sich die Polizei nicht beirren – kontrolliert wurde bis um 3 Uhr morgens, denn es ging um den Grundsatz, hier Präsenz zu zeigen und dadurch längerfristig Wirkung zu erzeugen.

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