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1154 mal „Nein“ zum Auslagenersatz

Studentenvertreter übergaben dem Präsidenten der Uni Regensburg Unterschriftenlisten gegen Kurs-Gebühren.
Von Bernhard Heckler und Louisa Knobloch, MZ

Der Initiator der Petition, Daniel Gaittet, überreichte Uni-Präsident Prof. Dr. Udo Hebel die gerahmten Unterschriften der Auslagenersatz-Gegner.
Der Initiator der Petition, Daniel Gaittet, überreichte Uni-Präsident Prof. Dr. Udo Hebel die gerahmten Unterschriften der Auslagenersatz-Gegner. Foto: Heckler

Regensburg.Das Bildungsangebot der Universität Regensburg soll kostenlos bleiben – auch die Sprachkurse. Dafür treten 1154 Unterstützer mit der Petition „Auslagenersatz streichen“ ein. Am Montag haben Studentenvertreter der Universitätsleitung die Petition überreicht und ausführlich über das Für und Wider des Auslagenersatzes diskutiert – bisher ohne Einigung.

Der Auslagenersatz ist eine Gebühr für studienbegleitenden Sprachkurse, sie liegt je nach Kursumfang zwischen 25 und 50 Euro pro Semester und wird seit dem Sommersemester 2015 erhoben. Die Studentenvertreter sehen finanziell schwache Studenten durch die Gebühr ausgeschlossen und befürchten dadurch die Entstehung von „Zwei-Klassen-Abschlüssen.“ Dem widerspricht die Universitätsleitung: Der Auslagenersatz werde ausschließlich für freiwillig belegte Sprachkurse der studienbegleitenden Fremdsprachenausbildung (SFA) erhoben. „Für Studiengänge, die laut Studienordnung verpflichtend Sprachkurse beinhalten, sind Sprachkurse weiterhin kostenlos.“

Die Nachfrage nach den SFA-Sprachkursen sei in den vergangenen Jahren ungebrochen hoch, teilte die Universität Regensburg mit. Nicht immer könne allen Anmeldungen entsprochen werden. Besonders stark war die Nachfrage im Vergleich mit den Vorjahren im Sommersemester 2014 angestiegen: Damals gab es für 167 Kurse 6947 Anmeldungen, zugelassen wurden aber nur 2854 Studenten, was einem Anteil von 41,1 Prozent entspricht.

Im Sommersemester 2015 wurden 142 Kurse angeboten, für die sich 3454 Studenten anmeldeten. 2455 von ihnen (71,1 Prozent) bekamen tatsächlich einen Platz. Der Auslagenersatz scheine zu einer gezielteren Wahl aus dem Kursangebot zu führen, kommentierte die Universität den Rückgang der Anmeldezahlen. In den Vergangenheit hätten sich Studenten dagegen oft mehrfach für die SFA-Sprachkurse beworben.

Die Studenten fordern weiterhin die Abschaffung der Gebühren für die studienbegleitende Fremdsprachenausbildung. Gegenüber dem MZ-Kugelschreiber-Blog äußerte sich der Initiator der Petition, Daniel Gaittet, am Montag kämpferisch: „Das ist unser letzter Versuch, eine Lösung im Dialog zu suchen. Falls unser Anliegen erfolglos ist, werden wir uns andere Maßnahmen überlegen.“

Universitätspräsident Prof. Dr. Udo Hebel hat den Studenten ein weiteres Gespräch angeboten. Ob das zu einer Einigung führen wird, ist allerdings unklar. Denn die Universitätsleitung steht nach wie vor hinter dem Konzept des Auslagenersatzes. „Ziel war und ist es, das stark nachgefragte Angebot an Sprachkursen der studienbegleitenden Fremdsprachenausbildung (SFA) auch nach Abschaffung der Studienbeiträge in seiner gesamten Breite und vor allem in seiner hohen Qualität zu erhalten“, hieß es dazu auf MZ-Nachfrage. „Die einzige Alternative zum Auslagenersatz ist eine Einschränkung des Sprachkursangebots am Zentrum für Sprache und Kommunikation (ZSK). Dies kann nicht im Sinne der Universität Regensburg sein, die für eine internationale Ausrichtung des Lehrangebots steht.“

Mehr zu der Debatte um den Auslagenersatz an der Universität Regensburg gibt es auf www.mittelbayerische.de/kugelschreiber

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