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Ausbau

20 Professuren für die Digitalisierung

Die Universitäten und Hochschulen im Freistaat erhalten zusätzliche Stellen. Die Uni Regensburg geht allerdings leer aus.
Von Louisa Knobloch, MZ

Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (4.v.r.) und Wissenschaftsminister Ludwig Spaenle (2.v.r.) bei der Eröffnung des Zentrums Digitalisierung.Bayern im Juli.
Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (4.v.r.) und Wissenschaftsminister Ludwig Spaenle (2.v.r.) bei der Eröffnung des Zentrums Digitalisierung.Bayern im Juli. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

München.Wissenschaftsminister Ludwig Spaenle und Wirtschaftsministerin Ilse Aigner haben am Dienstag das bayerische Kabinett über die Einrichtung von 20 zusätzlichen Professuren im Rahmen des Zentrum Digitalisierung.Bayern (ZD.B) informiert. Je zehn Professuren werden an Universitäten und Hochschulen eingerichtet. Die Auswahl der Themenfelder für die neuen Professuren und die Zuordnung der Professuren zu den einzelnen Hochschulen erfolgte durch eine unabhängige Expertenkommission. Die Professuren sollen dazu beitragen, die Forschungskompetenzen in Zukunftsfeldern der Digitalisierung weiter auszubauen und landesweit zu vernetzen, so Spaenle.

„Gleichzeitig können wir so die Ausbildung der Studierenden in den entsprechenden Studiengängen intensivieren“, sagte Aigner. Damit werde ein wesentlicher Beitrag für den Fach- und Führungskräftenachwuchs der Wirtschaft geleistet.

Die Universität Regensburg erhält als einzige der neun staatlichen Universitäten in Bayern keine Professur. Gleich zwei zusätzliche Stellen gehen dagegen an die Universität Erlangen-Nürnberg und die TU München. „An der Universität Regensburg sind wir natürlich enttäuscht“, sagte Präsident Prof. Dr. Udo Hebel auf MZ-Nachfrage. „Wir wussten, dass es schwer sein würde ohne eine Fakultät für Informatik und das entsprechende Umfeld.“ Gleichwohl habe man in der Informatik vielfältige Kompetenzen, etwa über den Verbund ForSEC (Sicherheit hochgradig vernetzter IT-Systeme) oder über das Internetkompetenzzentrum Ostbayern, so Hebel.

An der OTH Regensburg wird eine Professur für „Sichere und zuverlässige dezentrale Systeme“ eingerichtet, an der OTH Amberg-Weiden eine Professur für „Digitale Prozessketten in der medizinischen Versorgung und Medizintechnik“. Die TH Deggendorf erhält eine Professur im Bereich „Big Data Applications“.

Die Professoren sollen schwerpunktmäßig an ihren Heimathochschulen forschen und lehren, eine wechselseitige Zusammenarbeit ist über das Zentrum Digitalisierung.Bayern geplant. Das ZD.B mit Sitz in Garching bei München war im Juli eröffnet worden. Ziel ist es, über das Zentrum bayerische Unternehmen und Gründer, Hochschulen sowie außeruniversitäre Forschungseinrichtungen zu vernetzen.

Prof. Dr. Wolfgang Baier, Präsident der OTH Regensburg, zeigte sich erfreut über den Erfolg bei der bayernweiten Ausschreibung. Die OTH Regensburg sei im Bereich Digitalisierung bereits jetzt schon sehr gut aufgestellt. „Die zugesagte Professur ist nun aber noch einmal ein Riesenschritt, um das Thema Digitalisierung in Forschung und Lehre an unserer Hochschule voranzubringen“, so Baier. Der Fokus der zugesagten Professur liege auf der Digitalisierung der Produktion, der Verkehrstechnik sowie der Energietechnik und ergänze in diesem Bereich hervorragend die Wirtschaftsstruktur in der Region. „Wir fühlen uns durch die Zusage in unserer sehr guten Arbeit im Bereich Digitalisierung bestärkt und freuen uns, einen Beitrag zur Digitalisierung Bayerns leisten zu können“, sagte Baier. „Die zugesagte Professur stellt für uns auch die Anbindung an das Zentrum Digitalisierung in Garching sicher.“

Auch an der OTH Amberg-Weiden freut man sich sehr über die Genehmigung der ZD.B-Professur. Diese war im Verbund mit der Universität Erlangen-Nürnberg, der TU München und der Universität Augsburg beantragt worden. „Dieser Erfolg zeigt: Netzwerke sind der Erfolgsfaktor in der Weiterentwicklung von Kompetenzen“, so Sprecher Dr. Wolfgang Weber. Die Professur werde einen wesentlichen Beitrag leisten, das Know-how im Rahmen der weitreichenden digitalen Vernetzung in der Medizintechnik an der OTH in Weiden erheblich auszubauen. „Wir fokussieren uns in der Professur auf die Wertschöpfung durch digitale Prozessketten in der medizinischen Versorgung und damit auf die Verbindung von Prozessen, Datenquellen und Daten in der Medizintechnik.“

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