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Festakt

Absolventen standen im Rampenlicht

Passend zum Gedenktag der Heiligen Cäcilia verlieh die Hochschule für katholische Kirchenmusik und Musikpädagogik ihre Bachelor- und Masterzeugnisse.
Von Louisa Knobloch, MZ

  • Mit einer Festakademie verabschiedete die Hochschule für katholische Kirchenmusik und Musikpädagogik (HfKM) am Donnerstag ihre Bachelor- und Masterabsolventen. Domdekan Prälat Robert Hüttner, Prorektor Prof. Martin Kellhuber und Rektor Prof. Stefan Baier (hinten, v.l.) gratulierten den Absolventen Peter Szeles, Katrin Heidner, Eva-Maria Krinninger, Iveta Zatkova und Maximilian Pöllner (vorn, v.l.). Foto: Knobloch
  • Künstlerseelsorger Dr. Werner Schrüfer hielt den Festvortrag zur Situation der Glaubenskunst in Deutschland. Foto: Knobloch
  • Prof. Stefan Baier ehrte die Jungstudierenden, die Preise beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ gewonnen hatten. Foto: Knobloch
  • Prof. Stefan Baier überreichte den Absolventen ihr Abschlusszeugnis – hier an Iveta Zatkova. Foto: Knobloch
  • Die erst zehnjährige Cosima Federle am Violoncello begeisterte das Publikum. Foto: Knobloch

Regensburg. Mit einem dramatischen Orgelauftakt begann am Donnerstagabend die Festakademie der Hochschule für katholische Kirchenmusik und Musikprädagogik (HfKM). Das „In motu“ aus dem „Diptychon für Orgel“ des zeitgenössichen Wiener Komponisten Wolfram Wagner zeigte den Gästen gleich zu Beginn, wie modern Kirchenmusik sein kann.

„Musik zu studieren ist mehr als nur Selbstzweck“, betonte HFKM-Rektor Prof. Stefan Baier. „Musik ist Kommunikation. Musik kann Berge versetzen.“ Mit Blick auf den aktuell wieder aufgeflammten Nahostkonflikt hob Baier das von Daniel Barenboim gegründete „West-Eastern Divan Orchestra“ als positives Beispiel hervor. Hier musizieren unter anderem Israelis und Palästinenser gemeinsam.

Absolventen zeigten ihr Können

In Regensburg, der „Hauptstadt der Kirchenmusik“, wie Franz Liszt sie einmal genannt hat, studieren an der HfKM ebenfalls junge Menschen aus vielen Ländern. Neben Kirchenmusik bietet die Hochschule unter anderem die Studiengänge Dirigieren, Instrumental- und Gesangspädagogik, Gregorianik und Liturgiegesang an. Vom Können der Studierenden und Absolventen konnten sich die Festgäste am Donnerstag selbst überzeugen.

Nach dem furiosen Auftakt von Peter Szeles begeisterte Eva-Maria Krinninger das Publikum mit einem „Klavierstück für zwei Hände und einen mittelgroßen Radiergummi“ von Klaus Obermayer. Den Abschluss machte Iveta Zatkova wiederum an der Orgel. Die Musik von „Davids Tanz vor der Bundeslade“ von Petr Eben setzte Student Joseph Wasswa auf der Bühne rasselnd, stampfend, auch mal am Boden liegend in Bewegung um.

Baier überreichte den Bachelor-Absolventinnen Katrin Heidner und Eva-Maria Krinninger (beide Instrumentalpädagogik Klavier) sowie den Master-Absolventen Peter Szeles (Orgel), Iveta Zatkova (Orgel) und Maximilian Pöllner (Kirchenmusik) ihre Zeugnisse. Drei weitere Absolventen fehlten bei der Festakademie: Katja Dietz (Bachelor Gesangspädagogik), Juan Lopez (Master Gesangspädagogik) und Schwester Theresia (Bachelor Orgel) – die Südkoreanerin war bereits in ihr Kloster in Seoul zurückgekehrt.

Geehrt wurden auch neun Jungstudierende der HfKM zwischen zehn und 17 Jahren – allesamt Preisträger beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“. Eine verdiente Auszeichnung, wie die Geschwister Constantin (Klavier) und Cosima Federle (Violoncello) gleich im Anschluss bewiesen.

Das Datum der Festakademie war nicht zufällig gewählt: Der 22. November ist der Gedenktag der Heiligen Cäcilia, der Patronin der Kirchenmusik. Die sei eigentlich aufgrund eines Missverständnisses zu ihrem Patronat gekommen, erläuterte Studentenpfarrer Hermann Josef Eckl beim der Feier vorausgehenden Festgottesdienst in der Studienkirche St. Andreas. Denn in der Überlieferung heißt es, Cäcilia sei „cantantibus organis“ zu ihrem Martyrium geschritten. „Organum“, was schlicht Musikinstrument bedeutet, wurde als Orgel missgedeutet. Da die Orgel wie kein anderes Instrument zum Lob Gottes erklinge, passe es aber doch gut zu der Heiligen, so Pfarrer Eckl. Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst vom Hochschulchor der HfKM. Die Besucher kamen in den Genuss einer Uraufführung – es erklang die „Missa alme Pater“ des Regensburger Domorganisten und HfKM-Professors Franz Josef Stoiber.

Nachdenken über Glaubenskunst

Stoff zum Nachdenken lieferte der Künstlerseelsorger Dr. Werner Schrüfer mit seinem Festvortrag zur Situation der Glaubenskunst in Deutschland. Obwohl in jedem Dorf eine Kirche stehe, kämen viele Menschen selbst bei bekannten Weihnachtsliedern nicht mehr über die erste Strophe hinaus oder würden die Ikonografie christlicher Bilder nicht mehr verstehen.

Dabei sei die Kirche nach Bund und Kommunen der größte Kulturträger in Deutschland. Statt dem Zeitgeist hinterherzulaufen, müsse man auf der Höhe der Zeit sein, so Schrüfer, „um den Riesenschatz, den wir haben, zu erhalten, auszubauen und weiterzugeben.“ Dafür brauche es Mut.

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