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Hochschulsport

Akrobatik direkt unter der Hallendecke

Der Hochschulsport der Uni Regensburg beheimatet viele außergewöhnliche Sportkurse. Wir haben uns am „Vertikaltuch“ versucht.
Von Philipp Breu, MZ

  • Die Fortgeschrittenen-Gruppe des Vertikaltuch-Kurses. Foto: Philipp Breu
  • Die Kursleiterinnen Patricia Bombik (l), Pia Müller und Franziska Scherl (r). Foto: Philipp Breu

Regensburg.Patricia Bombik klettert das lange weiße Stofftuch hinauf. Es ist direkt unter der Hallendecke an einer Seilrolle befestigt. Oben angekommen, wickelt sich Bombik in das Laken ein und rollt sich schnell nach unten. Kurz vor dem Hallenboden bleibt Sie stehen. Unten am Hallenboden, ein paar Schritte entfernt, stehen die knapp 20 Teilnehmer des Anfänger-Kurses der Sportart „Vertikaltuch“ mit aufgesperrten Augen.

Kursleiterin Patricia Bombik zeigt einen sogenannten „Abroller“ Video: Philipp Breu

Ein echter „Exot“ unter den Sportkursen

Das Programm des Hochschulsports der Universität Regensburg berherbergt über 60 verschiedene Sportarten. Unter den Kursen finden sich auch einige, die für die meisten Menschen eher exotisch wirken. Der Kurs „Vertikaltuch“ ist einer davon. Seit 2008 wird die eigentlich aus dem Zirkus stammende Disziplin im Sportzentrum angeboten.

„Saubere Technik“ ist der Schlüssel

Der Selbstversuch zeigt: Vertikaltuch ist wesentlich anstrengender als es zunächst aussieht.
Der Selbstversuch zeigt: Vertikaltuch ist wesentlich anstrengender als es zunächst aussieht. Foto: Philipp Breu

Der Selbstversuch zeigt: Wer sich einmal am Vertikaltuch probiert, wird schnell merken, dass jede Menge Kraft und Kondition nötig sind. Alleine der Aufstieg vom Boden aus zum oberen Ende des Tuches gestaltet sich gar nicht so einfach, wie es zunächst vielleicht aussehen mag. Wer am Vertikaltuch turnt, ist komplett ungesichert. Deswegen braucht man vor allem jede Menge Greifkraft. Außerdem muss man stets für einen festen Halt sorgen, um nicht am glatten Stofftuch schnell wieder nach unten zu rutschen und auf der Matte zu landen, die sich zur Sicherheit unter jedem Tuch befindet. „Wer sich jedoch eine saubere Technik aneignet, kann sich einiges an Kraft sparen“, verrät Patricia Bombik. Sie ist eine von drei Kursleiterinnen.

Pro Semester nehmen zwischen 30 und 50 Studentinnen und Studenten teil, trotz des eher mäßigen Bekanntheitsgrades der Sportart. Neben den Anfängerkursen gibt es deswegen seit diesem Semester auch einen Kurs für Fortgeschrittene.

Die folgende Bildergalerie zeigt die Kursteilnehmer in Aktion:

Hochschulsport in Regensburg: Vertikaltuch-Turnen

Jeder kann mit Erfolg teilnehmen

Wer das erste Mal am Kurs teilnimmt, sollte bei anfänglichen Problemen nicht gleich aufgeben. Auch ohne artistische Veranlagung lernen die Teilnehmer binnen eines Semesters viel dazu und werden laut Franziska Scherl,– sie betreut zusammen mit Bombik den Anfänger-Kurs,– von Stunde zu Stunde besser: „Bisher hatten wir noch nie jemanden, der nichts hinbekommen hätte“, sagt sie. Trotz der hohen Nachfrage nehmen sich die Kursleiterinnen Zeit, um jedem Teilnehmer die Übungen nahe zu bringen.

Neben der Verbesserung der Technik, sollen die Teilnehmer vor allem „das Vertrauen zum Tuch gewinnen“, sagt Pia Müller, Leiterin des Fortgeschrittenen-Kurses. Wer nach einem Ganzkörper-Workout der etwas anderen Art sucht, der ist beim Vertikaltuch genau richtig.

Einen Überblick über die ungewöhnlichsten Kurse des Hochschulsports der Uni Regensburg zeigt Ihnen diese Bildergalerie:

Die Sportkurse der Uni Regensburg

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Im „Kugelschreiber“ bloggen Regensburger Studenten über den Uni-Wahnsinn:

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