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Bildung

Uni-Begrüßung mit kritischen Untertönen

Die Uni Regensburg hat ihre neuen Studenten willkommen geheißen. Ganz harmonisch verlief die Veranstaltung aber nicht.
Von Louisa Knobloch, MZ

Studierendenvertreter Matthias Ernst forderte im Gespräch mit Vizepräsident Prof. Dr. Nikolaus Korber die Abschaffung der zum Sommersemester 2015 eingeführten Gebühren für Sprachkurse.
Studierendenvertreter Matthias Ernst forderte im Gespräch mit Vizepräsident Prof. Dr. Nikolaus Korber die Abschaffung der zum Sommersemester 2015 eingeführten Gebühren für Sprachkurse. Foto: Knobloch

Regensburg.Rund 21 500 Studierende sind in diesem Wintersemester an der Universität Regensburg eingeschrieben, davon etwa 3500 Studienanfänger. Sie waren am Dienstagnachmittag zur offiziellen Erstsemesterbegrüßung ins Audimax eingeladen. Gerade als Präsident Prof. Dr. Udo Hebel die Mitglieder der Universitätsleitung zu einer ersten Gesprächsrunde auf die Bühne gebeten hatte, regneten von der Empore des Audimax plötzlich bunte Flugblätter. Damit protestierten Studierende gegen den „Ausverkauf von Universitäten“. Kritisiert wurden etwa Streichungen im Studienangebot, die Zunahme kommerzieller Werbung auf dem Campus und die Ausrichtung der Studieninhalte auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes. Kritisches Denken und umfängliche Bildung seien nicht mehr gefragt, so der Tenor.

Hebel betonte, er sehe die Aktion nicht als Störung. Und er gab den Studierenden in einem Punkt recht: „Universitäten brauchen mehr Geld, wenn sie ihren Bildungsauftrag erfüllen wollen.“ Die Flugblatt-Aktion blieb an diesem Abend aber nicht die einzige Kritik von Studentenseite: In einer Gesprächsrunde mit Vizepräsident Prof. Dr. Nikolaus Korber forderte der Vorsitzende des Studentischen Konvents, Matthias Ernst, die Abschaffung der zum Sommersemester 2015 eingeführten Gebühren für Sprachkurse und mehr Gewicht für die studentischen Vertreter in universitären Gremien. „Wir sind zwar zahlenmäßig die größte Gruppe an der Universität, werden aber oft überstimmt“, so Ernst. Korber konterte mit der schlechten Beteiligung der Studierenden an den Hochschulwahlen von zuletzt zwölf Prozent, appellierte aber zugleich an die Erstsemester, wählen zu gehen.

Harmonischer verliefen die übrigen Gesprächsrunden. Der Physik-Student Max Gmelch forderte die neuen Studenten auf, Spaß zu haben – und zwar nicht nur am Studentenleben, sondern vor allem am gewählten Fach. „Denn damit werdet ihr lange zu tun haben.“ Studentin Michaela Maria Deng warb dafür, während des Studiums ins Ausland zu gehen: „Das ist eine echte Bereicherung.“ Jhoana Palacio Pineda aus Venezuela, die in Regensburg ihren Master macht, rief dazu auf, ausländischen Studenten gegenüber offen und aufgeschlossen zu sein.

Welche Angebote es für Studierende mit Handicap gibt, stellte Beraterin Stefanie Feuerer vor. Und wer sich für Flüchtlinge in Regensburg engagieren will, ist bei der Initiative Campusasyl richtig, die Lisa-Marie Singer präsentierte. „Ein Studium heißt nicht nur, sich Fachwissen anzueignen“, sagte Vizepräsident Prof. Dr. Christoph Wagner. Es gebe viele Möglichkeiten, sich zu engagieren, etwa in den zahlreichen Theater- oder Musikgruppen. Von deren Klasse konnten sich die neuen Studenten beim Auftritt des Uni Jazz Orchesters unter Leitung von Lorenz Kellhuber überzeugen.

Uni Regensburg begrüßt Erstsemester

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