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Campusleben

Bierautomaten vom Campus verbannt

Durstige Studenten müssen seit diesem Semester auf Bier aus dem Automaten verzichten. Schuld daran ist der Jugendschutz.
von Maximilian Stoib, MZ

Kann man seit diesem Semester nicht mehr an den Getränkeautomaten auf dem Campus kaufen: Bier und Radler der Brauerei Bischofshof.
Kann man seit diesem Semester nicht mehr an den Getränkeautomaten auf dem Campus kaufen: Bier und Radler der Brauerei Bischofshof. Foto: Stoib

Regensburg.Egal ob man auf eine überstandene Klausur anstoßen oder nur nach einer langen Vorlesung mit den Kommilitonen noch eine Feierabend-Halbe trinken wollte: Auf die Getränkeautomaten, die in jeder Cafeteria auf dem Campus stehen, war stets Verlass. Zu jeder Tages- und Nachtzeit verkauften sie Bier und Radler an durstige Studenten, und das zu fairen Preisen. Damit ist seit Beginn dieses Wintersemesters Schluss.

Wie der Studentenfunk der Universität Regensburg in einem Gespräch mit Markus Reitmair, dem Leiter der Abteilung Hochschulgastronomie des Studentenwerks Niederbayern Oberpfalz, erfahren hat, verbietet der Jugendschutz den Verkauf von alkoholischen Getränken über die Automaten. Das Studentenwerk ist nicht nur Betreiber der Mensen und Cafeterien, sondern auch der Getränkeautomaten auf dem Campus.

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Auf unsere Nachfrage hin, warum es kein Bier mehr in den Getränkeautomaten gebe, antwortet Reitmair allerdings nur knapp: „Wir betreiben keine Bierautomaten auf dem Campus, das ist alles, was es dazu zu sagen gibt.“

Fest steht, dass in der Öffentlichkeit „alkoholische Getränke nicht in Automaten angeboten werden“ dürfen, so steht es in Paragraf neun des Jugendschutzgesetzes. Von dieser Regelung kann nur abgesehen werden, wenn die Automaten an einem „für Kinder und Jugendliche unzugänglichen Ort“ stehen oder durch „technische Vorrichtungen oder ständige Aufsicht sichergestellt ist, dass Kinder und Jugendliche alkoholische Getränke nicht entnehmen können.“

Keine dieser beiden Ausnahmen trifft jedoch auf die Getränkeautomaten auf dem Campus zu: Der Campus ist quasi öffentlich, die Automaten frei zugänglich. „Aus den Mensen und Cafeterien sind öffentliche Aufenthaltsräume geworden, aus diesem Grund hat man keine Kontrolle mehr über den Verkauf in den Automaten“, erklärte Reitmair gegenüber dem Studentenfunk.

„Damit geht die Lebensqualität am Campus verloren“

Aber haben die Studenten überhaupt ein Problem damit, dass es an den Getränkeautomaten kein Bier mehr zu kaufen gibt?

„Besonders im Sommer werden viele vermissen, dass man draußen beim Chillen kein Feierabend-Bierchen mehr trinken kann“, sagt Thomas. Er studiert seit sieben Semestern Informationswissenschaft an der Uni Regensburg. „Damit geht ein Stück Lebensqualität am Campus verloren“, meint der 23-Jährige. Einem seiner Kommilitonen ist der Verlust dagegen nicht einmal aufgefallen.

„Es gibt ja immer noch den Edeka.“

BWL-Studentin Olga

Damit ist er nicht allein, viele Studenten haben offenbar gar nicht bemerkt, dass es seit diesem Semester kein Automatenbier mehr auf dem Campus gibt. Andere wiederum haben zwar Notiz davon genommen, finden es aber nicht weiter schlimm: „Nach der letzten Klausur trinkt man schon gerne mal ein Bier oder Radler miteinander“, erzählt die BWL-Studentin Christina, „aber so direkt stört es mich jetzt nicht, dass es das in den Automaten nicht mehr gibt.“ Auch ihre Freundin Olga sieht das Ganze recht gelassen: „Wenn es gar kein Bier mehr gäbe, fände ich das schade, aber es gibt ja immer noch den Edeka.“

Der kleine Edeka-Supermarkt gegenüber der Mensa bietet weiterhin Bier an, ebenso wie die Cafeterien selbst. Auch dort kann man es nach wie vor kaufen, wenn man direkt an der Kasse bezahlt. Denn so kann das Personal bei Bedarf das Alter der Käufer kontrollieren.

Auch wenn das Aus für das Automatenbier gekommen ist, ist es damit nicht so, als gäbe es überhaupt kein Bier mehr auf dem Regensburger Campus. Nur nach 18 Uhr und am Wochenende, wenn die Cafeterien und der Edeka geschlossen haben, sitzen die Studenten von jetzt an wohl oder übel auf dem Trockenen.

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