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Aktion

Bulgarien: Schönheit am Rande

Bei der Europawoche der Uni Regensburg steht Bulgarien im Fokus: von der Politik über Literatur und Film bis zum Essen
Von Louisa Knobloch

„Schönheit am Rande Europas“ hat der bulgarische Fotokünstlers Nikolay Pandev diese Landschaftsaufnahme überschrieben. Foto: Nikolay Pandev
„Schönheit am Rande Europas“ hat der bulgarische Fotokünstlers Nikolay Pandev diese Landschaftsaufnahme überschrieben. Foto: Nikolay Pandev

Regensburg.Den Sonnenstrand und den Goldstrand am Schwarzen Meer kennen Badeurlauber – ansonsten ist Bulgarien für die meisten Deutschen aber wohl ziemlich unbekanntes Terrain. Die Europawoche an der Universität Regensburg rückt den Balkanstaat vom 9. bis 16. Mai in den Fokus. Unter dem Titel „Kennen Sie Bulgarien?“ haben Studierende und die Mitarbeiter des Europaeums – des Ost-West-Zentrums der Universität – ein vielseitiges Programm zusammengestellt.

Los geht es offiziell am 9. Mai, dem Europatag der Europäischen Union: Um 12 Uhr mittags wird im Oberen Foyer der Zentralbibliothek eine Ausstellung des bulgarischen Fotokünstlers Nikolay Pandev eröffnet. Spektakuläre Landschaftsaufnahmen, Architekturfotos und Porträts machen Lust auf eine Reise nach Südosteuropa. Die Ausstellung ist bis zum 15. Mai zu sehen.

Am Abend des Eröffnungstags steht um 18 Uhr eine Podiumsdiskussion im Hörsaal H3 auf dem Programm. „Für unsere Europawoche versuchen wir immer ein Land aus dem östlichen Europa auszuwählen, dass im jeweiligen Jahr die EU-Ratspräsidentschaft innehat“, erklärt Lisa Unger-Fischer, die Geschäftsführerin des Europaeums. Im ersten Halbjahr 2018 hat Bulgarien diese Aufgabe übernommen – zum ersten Mal, seit das Land 2007 der EU beigetreten ist. Dementsprechend steht die Podiumsdiskussion unter dem Titel „Ratspräsidentschaft Bulgariens Impulse für mehr Solidarität in der EU“. Auf dem Podium sitzen unter anderem Dr. Gernot Erler, Präsident Südosteuropa-Gesellschaft und Vorsitzender des Deutsch-Bulgarischen Forums, Antoinette Primatarova, die frühere stellvertretende Außenministerin Bulgariens, sowie die bulgarische Journalistin Rayna Breuer. Die Moderation übernimmt Prof. Dr. Jürgen Jerger aus dem Direktorium des Europaeums.

Bulgarien sieht sich als Mittler

Dass Bulgarien, das als ärmstes Land der EU gilt und mit Korruption und der Abwanderung gut ausgebildeter junger Menschen zu kämpfen hat, den Aspekt der Solidarität in seiner Ratspräsidentschaft hervorhebt, findet Unger-Fischer spannend. „Es geht nicht nur um das Thema Flüchtlinge, sondern auch um Solidarität mit weiteren Balkanstaaten wie Serbien, die einen EU-Beitritt anstreben.“ Auch zwischen befreundeten Ländern wie Polen und der EU will Bulgarien vermitteln.

Die Europawoche

  • Konzept

    Während der Europawoche um den 9. Mai stellt das Europaeum der Uni Regensburg jedes Jahr ein Land aus dem östlichen Europa vor – diesmal Bulgarien. Die Veranstaltungen sind kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

  • Fotoausstellung

    Vernissage der Fotoausstellung „Schönheit am Rande Europas“ (9.-15. Mai) am 9. Mai um 12 Uhr im Oberen Foyer der Zentralbibliothek

  • Podiumsdiskussion

    Podiumsdiskussion „Ratspräsidentschaft Bulgariens – Impulse für mehr Solidarität in der EU“ am 9. Mai um 18 Uhr im Hörsaal H3 der Universität Regensburg

  • Märchen und Tanz

    Bulgarische Märchen und Folkloretanz am 10. Mai um 14 Uhr im Alumneum (Am Ölberg 2)

  • Film

    Filmvorführung „Affe“ (2016) von Dimitar Kotzev am 10. Mai um 20 Uhr, Kinos im Andreasstadel

  • Literatur

    „Regensburger lesen Bulgaren“ am 12. Mai um 19.30 Uhr in der Lesehalle der Stadtbücherei Regensburg (Haidplatz 8)

  • Sprache

    Schnupperkurs Bulgarisch am 16. Mai um 18 Uhr an der Universität Regensburg (PT 3.0.75)

  • Kulinarisches

    Mensawoche mit bulgarischen Gerichten vom 7. bis 11. Mai (nicht am Feiertag) in der Mensa der Uni Regensburg

„Rosa x damascena“ lautet der Titel dieses Fotos von Nikolay Pandev. Foto: Nikolay Pandev
„Rosa x damascena“ lautet der Titel dieses Fotos von Nikolay Pandev. Foto: Nikolay Pandev

Mehr über die bulgarische Kultur können Interessierte am 10. Mai um 14 Uhr beim Evangelischen Bildungswerk im Alumneum (Am Ölberg 2) erfahren. In Kooperation mit der Deutsch-Bulgarischen Elterninitiative Regensburg werden dort bulgarische Märchen vorgelesen und Folkloretänze in Originaltrachten aufgeführt. Das Angebot richtet sich nicht nur an Kinder, betont Unger-Fischer: „Märchen geben ja auch immer sehr viel Auskunft über das Denken eines Landes.“ Am Abend des 10. Mai um 20 Uhr wird in den Kinos im Andreasstadel der bulgarische Spielfilm „Affe“ gezeigt.

Reinschnuppern in die Sprache

Literarisch wird es am 12. Mai um 19.30 Uhr in der Lesehalle der Stadtbücherei Regensburg. Bei der Veranstaltung „Regensburger lesen Bulgaren“ werden die Regensburger Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer, die Politikerin Dr. Astrid Freudenstein, Stephanie Junge, Schauspieldirektorin am Theater Regensburg, Peter Küspert, Präsident des Bayerischen Verfassungsgerichtshofes, und Prof. Dr. Walter Koschmal, Lehrstuhlinhaber für Slavische Philologie an der Universität Regensburg bulgarische Literatur in deutscher Sprache vortragen – Märchen, Kurzgeschichten, Gedichte und Auszüge aus einem Roman.

Das römische Theater von Philippopolis Foto: Nikolay Pandev
Das römische Theater von Philippopolis Foto: Nikolay Pandev

Wer darüber hinaus wissen will, wie Bulgarisch klingt, hat am 16. Mai um 18 Uhr an der Uni Regensburg (PT 3.0.75) Gelegenheit, an einem Schnupperkurs Bulgarisch teilzunehmen. Dieser wird im Rahmen der Zusatzausbildung „Bulgarisch kompakt“ für Studierende aller Fachrichtungen angeboten. Kulinarische Ausflüge nach Bulgarien bietet die Mensa der Uni Regensburg in der Woche vom 7. bis 11. Mai an – hier steht (mit Ausnahme des Feiertags) jeden Tag ein Gericht aus der Balkan-Küche auf dem Speiseplan.

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