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Festakt

Ehrungen für junge Wissenschaftler

Beim Dies academicus der Uni Regensburg gab es viele Preise und eine Ehrendoktorwürde zu feiern. Das Motto für die Zukunft heißt „Brücken bauen“.
Von Louisa Knobloch, MZ

  • Auch Gloria von Thurn und Taxis kam zum akademischen Frühstück.
  • Am Dies academicus der Universität Regensburg wurden Nachwuchswissenschaftler und Studierende für ihre hervorragenden Leistungen ausgezeichnet: Dr. Friedemann Vogel, Andriana Stoeva, Alexandra Männer, Dr. Judith Stolwijk und Dr. Kirsten Zeitler (1. Reihe, v.r.) Fotos: altrofoto.de
  • Minister Heubisch im Gespräch mit Studierenden des SIFE-Teams
  • Das Uni Jazz Orchester umrahmte die Veranstaltung musikalisch.

Regensburg. Wie können wir die Universität fit machen für die Herausforderungen der Zukunft? Diese Frage stellte Rektor Prof. Dr. Thomas Strothotte beim Dies academicus der Universität Regensburg am Samstag im Audimax. Seine Antwort und zugleich das Motto eines neuen Entwicklungsplans der Universität: „Wir bauen Brücken“. Ein Vergleich mit der Steinernen Brücke und deren Bedeutung für Regensburg war durchaus gewollt.

Ins Ausland sollen Brücken gebaut werden – ein Schwerpunkt liegt auf Mittel-, Ost- und Südosteuropa –, aber auch zum Bund, zum Freistaat, zur Stadt Regensburg und sogar innerhalb der Universität selbst. Ein Projekt, bei dem das gut funktioniert hat, ist der universitätsweite Antrag auf Mittel aus dem „Qualitätspakt Lehre“: Für „QuiRL“ (Qualität in der Regensburger Lehre“ bekommt die Universität eine Förderung von 11,5 Millionen Euro verteilt auf fünf Jahre. 36 neue Stellen, darunter neun Professuren, konnten so geschaffen werden.

Berühmter Alumnus zu Gast

Dem anwesenden Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch dankte Strothotte für die „ausgezeichnete Vorbereitung auf den doppelten Abiturjahrgang“. Man habe fast eine Punktlandung hingelegt, was die Studentenzahlen angehe und auch das neue Vielberth-Gebäude sei rechtzeitig fertig geworden. Heubisch kündigte indes weitere Investitionen in Bildung und Forschung an: „Die Zukunft des Freistaats Bayern entscheidet sich an den jungen Menschen“, so der Minister. Studiengebühren erklärte er dennoch für unverzichtbar: Die Studienbedingungen verbesserten sich dadurch erheblich; eine soziale Klausel verhindere, dass junge Menschen von einem Studium ausgeschlossen würden, so Heubisch.

Höhepunkt der Veranstaltung war die Verleihung der Ehrendoktorwürde der Fakultät Wirtschaftswissenschaften an Klaus Regling, den Chef des Euro-Rettungsschirms. Prof. Dr. Lutz Arnold, der Dekan der Fakultät, zitierte aus einem Lebenslauf Reglings von 1974. Schon als 24-Jähriger hatte dieser als Berufsziel eine „volkswirtschaftliche Tätigkeit in einer internationalen Organisation“ angegeben. Die Laudatio für Regling hielt der ehemalige Bundesfinanzminister Theo Waigel.

Im Anschluss wurden Nachwuchswissenschaftler und Studierende für herausragende Leistungen ausgezeichnet. Die Chemikerin Dr. Kirsten Zeitler erhielt für ihre Forschung im Bereich der Organokatalyse den Habilitationspreis des Vereins der Freunde der Universität Regensburg. Der Studienabschluss-Preis 2011 des Alumnivereins ESdUR ging an Alexandra Männer. Die Lehramtsstudentin hatte sich in ihrer Zulassungsarbeit zum Staatsexamen mit „farabe“ befasst, der Sprache franko-maghrebinischer Jugendlicher in den Vororten von Paris.

Studenten-Orchester begeisterten

Die Stiftung „Sprache und Recht“ zeichnete Dr. Friedemann Vogel aus Heidelberg aus. Er hatte mit seiner Doktorarbeit eine rechtslinguistische Untersuchung von Prozessen der Rechtsnormgenese am Beispiel der Strafverfolgungsmaßnahme „Online-Durchsuchung“ vorgelegt. Dr. Judith Stolwijk bekam den von der BioPark GmbH gestifteten Biotech-Preis für ihre Arbeit zur elektrischen Manipulation von Zellen. Der Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) ging an die bulgarische Studentin Andriana Stoeva. Die BWL-Studentin wurde für ihre besonderen Studienleistungen und ihr Engagement als Teamleiterin bei der studentischen Organisation SIFE geehrt.

Musikalisches Highlight war ein gemeinsamer Auftritt des Symphonieorchesters der Universität Regensburg unter Leitung von Graham Buckland und des Uni Jazz Orchester unter Leitung von Christian Sommerer mit den eigens dafür arrangierten „Pennsylvania 6-5000“ und „In The Mood“.

Bereits am Morgen waren Gäste aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zum akademischen Frühstück in die Mensa eingeladen. Bei drei kurzen Fachvorträgen konnten sie sich über Förderung der Lehre im Rahmen von „QuiRL“, die Forschung am Centrum für Interventionelle Immunologie und das Liebesleben parasitischer Wespen informieren.

Unter den Gästen waren auch Stifter eines Deutschlandstipendiums, das Studenten mit 300 Euro im Monat unterstützt. Jeweils die Hälfte des Geldes kommt dabei von privaten Förderern, die andere Hälfte vom Bund. „Von insgesamt 76 Stipendien, die wir derzeit vergeben können, ist bei 70 die Kofinanzierung sichergestellt“, berichtete Rektor Strothotte und bat die Gäste des Dies academicus, über diese Art der Förderung nachzudenken.

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