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Kolumne

Eine besinnliche Weihnachtsgeschichte

Unser studentischer Autor erzählt seine eigene Version der Geschichte – im Mittelpunkt steht nun ein Studentenpärchen.

Für eine Krippe fehlt das Geld: Unser Tagebuch-Autor hat seine eigene Version der Weihnachtsgeschichte aufgeschrieben.
Für eine Krippe fehlt das Geld: Unser Tagebuch-Autor hat seine eigene Version der Weihnachtsgeschichte aufgeschrieben. Foto: Felix Kästle/dpa

Regensburg.Es begab sich aber zu der Zeit, dass der Universitätspräsident alle Studierenden zählen wollte. So geschah es, dass ein junges, naives Studierendenpärchen den beschwerlichen Weg den Galgenberg hinauf auf sich nahm, denn dieser Universitätszensus war mit einer Anwesenheitspflicht belegt und eine Wohnung hatten sie bisher ohnehin nicht gefunden.

Nach neun Monaten trug die Frau noch immer die Frucht eines Alkoholexzesses in ihrem Leibe. Damals, auf ihrer ersten Hausparty, musste sich die unbefleckte Empfängnis – sie erinnerte sich an keinerlei Unzucht – zugetragen haben.

Nun erreichten sie das Land der Kugel, das da heißt Universität Regensburg. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, zu der sie gebären sollte. In der Hoffnung, Zuflucht zu finden, klopften sie an die Pforten der OTH-Mensa. Niemand öffnete, denn es war Freitag zur späten Stunde, so dass sie weiterziehen mussten. Daraufhin versuchten sie ihr Glück vor den Toren des Verwaltungsgebäudes und in tiefem Vertrauen trugen sie ihr Gesuch nach Unterschlupf vor. Zu ihrer Enttäuschung mussten sie durch eine Sekretärin der Sekretärin des Kanzlers erfahren, dass die Dringlichkeit ihrer Bitte zwar unumstritten sei, die praktische Umsetzung jedoch das Budget der Universitätsleitung sprenge.

Und die Krämpfe, die sich im Bauch der jungen Frau regten, trieben das Paar weiter in den letzten Winkel des Biologietrakts, in einen kleinen Raum, der nur durch das Leuchten einer Eiskühlmaschine erhellt ward. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Einweg-Handtücher und legte ihn auf den Boden, denn die Mittel waren so weit gekürzt worden, dass es keine Krippe mehr gab.

Plötzlich wurde der Himmel über ihnen durch eine Explosion im Labor nebenan erhellt. Und ein Chemiker taumelte über den Campus und sprach: „Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allen Studierenden widerfahren wird, denn euch ist heute ein Kommilitone geboren, welcher den Namen „neues Bildungsideal“ trägt!“

Und das Zeichen des radioaktiven Leuchtens zog drei heilige Verwaltungsangestellte an, die dem Neugeborenen einen Werbevertrag, die Anwesenheitspflicht und den Auslagenersatz als Geschenk darbrachten.

Und die frohe Botschaft ward in der ganzen Universität kundgetan und alle lobten und priesen das Kind als den Sohn der BOLOGNAREFORM.

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